Kriege durch das Klima
Klimawandel beschäftigt auch die Militärstrategen

Krieg wegen Klima? Einer Studie zufolge rechnen die USA, Frankreich und andere Staaten mit zunehmenden Konflikten durch den Klimawandel. Strategische und militärische Überlegungen werden von Umweltaspekten dominiert.
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HamburgDie Folgen des globalen Klimawandels spielen inzwischen bei den militär-strategischen Überlegungen zahlreicher Länder eine Rolle. Das ergab eine am Montag vorgestellte Untersuchung der Universität Hamburg. Demnach gehen 27 von insgesamt 37 untersuchten Staaten in offiziellen Dokumenten davon aus, dass Soldaten aufgrund vermehrter extremer Naturkatastrophen in der Zukunft verstärkt zu Hilfseinsätzen im In- und Ausland herangezogen werden.

Sechs Staaten erwähnen der Studie des Experten Michael Brzoska zufolge die Möglichkeit neuer Militärmissionen im Rahmen komplexer humanitärer Einsätze, etwa aufgrund zunehmender politischer Spannungen durch Wassermangel und größere Flüchtlingsbewegungen. Das sind die USA, Großbritannien, Frankreich, Japan, Rumänien und Irland.

Vier Staaten erwarten darüber hinaus explizit mehr militärische Konflikte. Dabei handelt es sich um die USA, Großbritannien, Frankreich sowie Kanada. Letzteres habe inzwischen auch gehandelt und mehrere Kriegsschiffe bestellt, erklärte Brzoska. Hintergrund dafür seien die Umweltveränderungen in der Arktis. „Als Anrainerstaat der Arktis möchte Kanada militärisch Präsenz zeigen, sollte durch das erwartete Abschmelzen des Eises hier in Zukunft ein Wettbewerb um Bodenschätze entstehen.“

Für die Studie, die nun in der Fachzeitung International Journal of Climate Change Strategies and Management erschien, wertete Brzoska die öffentlich zugänglichen Sicherheitsdoktrinen, Weißbücher oder vergleichbaren Grundsatzdokumente der Jahre 2002 bis 2013 aus. Deutschland formuliert seine sicherheitspolitischen Grundannahmen im sogenannten Weißbuch und in den verteidigungspolitischen Richtlinien. Diese erschienen letztmalig im Jahr 2011.

Darin werden „klimatische Veränderungen“ als Faktor erwähnt, der zu Flüchtlingsströmen beitragen und die Stabilität staatlicher Strukturen in den betroffenen Regionen sowie letztlich die Sicherheit Deutschlands gefährden könnten. Es gibt aber keine konkreten Einsatz-Szenarien, die daraus abgeleitet werden.

In Berlin sind am Montag Vertreter von mehr als 30 Staaten zu Beratungen über den globalen Klimaschutz zusammengekommen. Das Treffen dient der Vorbereitung einer neuen UN-Klimakonferenz Ende des Jahres in Paris, bei der ein neues Klimaabkommen geschlossen werden soll.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kriege durch das Klima: Klimawandel beschäftigt auch die Militärstrategen"

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  • Wetterphänome und Klimaänderungen haben sicherlich auch die Politik in der Geschichte beeinflusst. Man denke an die Völkerwanderung, die Kleine Eiszeit etc. Allerdings meine ich das das Wetter an Bedeutung verliert, da die Landwirtschaft das BIP der meisten Staaten immer weniger beeinflusst.

    Gem. anderer Studien der "Klimaforscher" werden die Fish & Chips in Grossbritannien knapp, bzw. die Pros..tution in den USA zunehmen. Das der "Klimawandel" Erdbeben, Stürme und Regen, oder Trockenheit auslöst ist fast schon alltäglich.

    Ich vermute die "Klimaforscher" wollen an die Töpfe der Militärbudgets um sich daran zu laben.

    Insgesamt ähnelt die ökoreligiöse Weltuntergangskatastrophe eines "Kimawandels" immer mehr einer Steinzeitreligion bei der man Sonne, Regen und Wind anbetet.

    Schön wäre es wenn ein wenig Vernunft einkehren würde.
    Insgesamt ist die Ökoreligion mit

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