Kriegsherr schürt den Hass am Hindukusch
Afghanistan: Aufstand gegen USA droht

Der afghanische Kriegsherr Gulbuddin Hekmatjar hat seine Landsleute am Montag zum Aufstand gegen die USA und ihre Verbündeten nach dem Vorbild der irakischen Mudschahedin aufgerufen. Wie im Irak sei nun auch in Afghanistan die Zeit für den Aufstand gegen die „Besetzer“ gekommen, hieß es nach Informationen der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP in der Erklärung Hekmatjars.

HB KANDAHAR. Die von der Macht verdrängten radikal-islamischen Taliban planten, ihre Angriffe auf Vertreter der afghanischen Regierung und auf amerikanische Soldaten der Afghanistan-Truppe auszuweiten, sagte Taliban-Sprecher Abdul Latif Hakimi am Montag. „Unser Hauptziel ist es, die Gouverneure und andere Provinz-Beamte loszuwerden. Wir haben Kämpfer in den meisten Provinzen und werden unsere Operationen in den kommenden Tagen intensivieren und den Koalitionstruppen eine Lektion erteilen.“

Am Sonntag hatte auch der radikale Chef der Hesb-i- Islami-Organisation und frühere afghanische Ministerpräsident Gulbuddin Hekmatjar erneut zum Kampf gegen die US-geführten Truppen in Afghanistan aufgerufen. Die Taliban sprechen von einem „Heiligen Krieg“ gegen die Ausländer im Land.

Seit August letzten Jahres sind bei Übergriffen islamistischer Freischärler in Afghanistan mehr als 600 Menschen getötet worden. In den meisten Fällen wurden die Taliban für die Überfälle und Anschläge, die auch schon Mitarbeitern von Hilfswerken galten, verantwortlich gemacht.

Mitglieder der Taliban töteten nach Angaben Hakimis den afghanischen Geheimdienstchef der Provinz Uruzgan, Ahmadullah. „Wir haben ihn und seine Leibwächter getötet, nachdem er sich geweigert hat, mit uns zusammenzuarbeiten“, sagte Hakimi am Montag. Vor dem Einmarsch der US-geführten Truppen Ende 2001 in dem Land war die Provinz eine der Hochburgen der Taliban.

Außerdem hätten die Taliban drei Verwaltungsdistrikte nahe der Grenze zum Nachbarland Pakistan erobert. „Wir haben die Distrikte mit Hilfe lokaler Beamter eingenommen. Es gab keine Kämpfe“, sagte Hakimi. Ein Polizeisprecher bestritt allerdings die Erfolgsmeldung der Taliban.

Die US-geführten Truppen forderten die Bevölkerung im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet unterdessen mit dem Abwurf tausender Flugblätter auf, Informationen über El-Kaida- und Taliban-Kämpfer zu liefern. Auf den Flugblättern sei das Bild eines Rebellen mit einem Raketenwerfer abgebildet, berichteten Bewohner am Montag. Die auf Persisch und Paschtu verfassten Flugblätter Papier riefen auch dazu auf, den Behörden auch Informationen über die Milizen Hekmatjars mitzuteilen.

Hekmatjar hatte am Sonntag damit gedroht, die US-Soldaten in Afghanistan werde dasselbe Schicksal ereilen wie die Kameraden im Irak, auf die beinahe täglich Anschläge verübt werden. „Die Afghanen werden bald dem Weg folgen, den die Iraker eingeschlagen haben“, zitierte die englischsprachige Zeitung „The News“ aus Pakistan Hekmatjar. Seine Hesb-i-Islami Partei sieht wie die Taliban und die Anhänger der Extremisten- Organisation El Kaida den Hauptfeind in den USA.

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