Kriegsherren gefährden Demokratisierung
Milliardenhilfe für Afghanistan

Auf die dringende Bitte Afghanistans um Hilfe beim Wiederaufbau des Landes und im Kampf gegen den Drogenanbau hat die internationale Gemeinschaft mit neuen Milliardenzusagen reagiert.

HB BERLIN. US-Außenminister Colin Powell sagte zum Auftakt der Geber-Konferenz in Berlin am Mittwoch eine Milliarde Dollar zu. Damit wird die bisherige US-Hilfe von 1,2 Milliarden Dollar fast verdoppelt. Insgesamt sollen in Berlin neue Hilfsgelder von schätzungsweise neun Milliarden Dollar versprochen werden, hieß es in Teilnehmerkreisen. Zusammen mit alten Zusagen ergäbe sich dann ein Gesamtvolumen von knapp 14 Milliarden Dollar - etwa die Hälfte des von Afghanistan für die kommenden sieben Jahre erbetenen Betrages.

„Die internationale Gemeinschaft kennt ihre Verpflichtungen und wird diesen nachkommen“, sagte Powell. „Die USA werden Afghanistan nicht im Stich lassen.“ Ähnlich wie Kanzler Gerhard Schröder, der zur Eröffnung der Konferenz Afghanistan die weitere Hilfe Deutschlands versprochen hatte, äußerten sich auch andere Politiker. „Wir werden Afghanistan helfen, bis die Arbeit getan ist“, sagte der britische Außenminister Jack Straw. „Um den Krieg gegen den Terrorismus in Afghanistan gewinnen zu können, müssen wir zunächst den Frieden gewinnen“, sagte NATO-Generalsekretär Japp de Hoop Scheffer.

Außenminister Joschka Fischer sagte, die zentrale Botschaft der Konferenz sei, dass die internationale Gemeinschaft auch weit fest an der Seite Afghanistans stehe. Afghanistans Übergangspräsident Hamid Karsai beschwor die Weltgemeinschaft, sein Volk bei der Bekämpfung des Schlafmohnanbaus nicht allein zu lassen. Der Kampf gegen den Drogenanbau werde über Erfolg oder Scheitern des Friedensprozesses entscheiden. „Drogen untergraben die Existenz des afghanischen Staates.“ Schröder plädierte für die Ausdehnung der internationalen Truppenpräsenz in den Provinzen. Er ließ aber offen, ob sich die Bundeswehr über ihr Kontingent in Kundus hinaus engagieren wird.

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