Kriegsverbrechen
Soldat des "Kill Teams" zu 24 Jahren Haft verurteilt

Er tötete drei unschuldige Zivilisten, posierte mit einer blutverschmierten Leiche für die Kamera: Ein 23-jähriger US-Soldat ist nun von einem Militärgericht zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt worden.
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TacomaScheinbar emotionslos nahm Jeremy Morlock das Urteil entgegen. „Ich habe viel Zeit darauf verwendet nachzudenken, wie ich meinen moralischen Kompass verloren habe“, hatte er zuvor in einer Stellungnahme gesagt und sich bei den Familien der Opfer entschuldigt.

Der 23-jährige Jeremy Morlock hatte am Mittwoch gestanden, im vergangenen Jahr drei unbewaffnete afghanische Dorfbewohner vorsätzlich umgebracht zu haben. „Ich habe gewusst, dass das, was ich getan habe, falsch war“, erklärte Morlock vor dem Militärgericht auf dem Stützpunkt Lewis-McChord im Bundesstaat Washington. Morlock ist das erste Mitglied des sogenannten „Kill Teams“ einer Infanterie-Einheit, dem die Ermordung der Zivilisten zur Last gelegt werden.

Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ hat in seiner aktuellen Ausgabe Fotos abgedruckt, auf denen Morlock zu sehen ist, wie er vor getöteten Afghanen posiert. Auf einem Foto beugt sich Morlock grinsend über eine blutverschmierte Leiche und zieht deren Kopf an den Haaren hoch in die Kamera. Die Fotos, für die sich die US-Armee entschuldigte, erinnerten an die Bilder von misshandelten Irakern im Gefängnis Abu Ghraib im Jahr 2004. Sie sorgten weltweit für Empörung.

Morlocks Anwalt hatte erklärt, sein Mandat habe während der Tat unter Drogen gestanden. Dem widersprach der Soldat. Gleichzeitig räumte er aber ein, während seiner Stationierung in Afghanistan drei bis viermal pro Woche Haschisch geraucht zu haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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