Krim-Krise
Bewaffnete besetzen Polizeistelle in der Ukraine

Zuletzt nahmen die Spannungen in den russischsprachigen Regionen der Ukraine zu. Nun wurde ein weiteres Gebäude im Osten der Ukraine besetzt. Die Regierung kündigte eine „sehr harte Reaktion“ an.
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Donezk Mindestens ein Dutzend Bewaffneter hat eine Polizeistelle in einer Kleinstadt im Osten der Ukraine eingenommen. Wie das Innenministerium mitteilte, stürmten Männer in Tarnkleidung am Samstagmorgen das Polizeirevier in Slawjansk etwa 90 Kilometer von Donezk entfernt, wo prorussische Demonstranten seit rund einer Woche ein Regierungsgebäude besetzt halten. Innenminister Arsen Awakow kündigte eine „sehr harte Reaktion“ an. Örtliche Medien berichteten, Spezialkräfte seien in die Gegend entsandt worden.

Videoaufnahmen auf einer örtlichen Webseite zeigten mehrere bewaffnete Männer mit Skimützen und Maschinengewehren, die den Eingang zu der Polizeistelle bewachen. Sie trugen das Sankt-Georgs-Band, ein Symbol des Sieges der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg, das inzwischen zu einem Symbol prorussischer Demonstranten im Osten der Ukraine geworden ist. In einem Video vom Schauplatz waren Schüsse zu hören, nachdem ein Bewaffneter einen Kameramann aufgefordert hatte, die Aufnahme einzustellen. Berichte über Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht.

Die Besetzer des Gebäudes hätten noch keine Forderungen hervorgebracht, erklärte das Innenministerium. Die Bürgermeisterin von Slawjansk, Nelja Schtepa, sagte im örtlichen Fernsehen, sie führe Gespräche mit den Angreifern, die ihren Angaben zufolge aus der Gegend stammten.

Zuletzt nahmen die Spannungen in den russischsprachigen Regionen der Ukraine zu. Der Osten gilt als eine Bastion der Unterstützer des im Februar abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch. Die Demonstranten, die seit Sonntag das Verwaltungsgebäude in Donezk besetzt halten, forderten ursprünglich ein Referendum über eine Abspaltung der Gegend. Später reduzierten sie ihre Forderung auf eine Abstimmung über Autonomie und die Möglichkeit eines späteren Votums über einen Beitritt zu Russland.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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