Krim-Krise
Kerry will nicht mit den Russen reden

Die Krim-Krise lässt das Verhältnis zwischen Washington und Moskau einfrieren: Russland verwarf einen Vorschlag der USA, während der US-Außenminister eine Moskau-Reise verschob. Derweil schickt die Nato Awacs-Maschinen.
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DüsseldorfIn der Krim-Krise bleiben die Fronten zwischen Russland und dem Westen verhärtet. Moskau verwarf einen US-Plan zur Lösung des Konflikts mit der Ukraine als inakzeptabel und kündigte stattdessen an, Gegenvorschläge ausarbeiten zu wollen. Ein Schreiben von US-Außenminister John Kerry mit Lösungsvorschlägen bezeichnete sein russischer Kollege Sergej Lawrow als „unpassend“. So würde der Text „vollendete Tatsachen“ schaffen und von einer „Situation ausgehen, die durch den Sturz verursacht wurde“, sagte Lawrow bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin mit Blick auf die Entmachtung des prorussischen Janukowitsch.

Der US-Entwurf sieht unter anderem eine Debatte über russische Bedenken über den Umsturz in Kiew vor, den Moskau als Putsch sieht. Vorgeschlagen werden zudem eine mögliche Untersuchung von Gewaltakten der Konfliktparteien in der Ukraine, wie Regierungsbeamte mitteilten. Zudem fordert Washington den Abzug aller russischen Truppen auf der Krim.

Lawrow warf Kerry darüber hinaus vor, eine Reise nach Moskau hinauszuzögern. „Wir schlugen ihm vor, heute zu kommen...und wir waren bereit, ihn zu empfangen“, erklärte der russische Chefdiplomat. Daher habe Moskau beschlossen, eigene Vorschläge einzubringen. Ins Detail ging Lawrow jedoch nicht. Außenamtsbeamte in Washington erklärten jedoch, es sei Russlands Weigerung, die US-Vorschläge zu diskutieren, die die Aussichten auf eine Verhandlungslösung schmälerten. Damit sei vor allem die Idee direkter Gespräche zwischen Russland und der neuen Führung in Kiew gemeint.

Am Sonntag hält die zur Ukraine gehörende Krim ein international nicht anerkanntes Referendum über einen Anschluss an Russland ab.

Am Abend hatte derweil die Nato beschlossen, zur Beobachtung der Lage in der Ukraine Awacs-Maschinen über Polen und Rumänien zur Beobachtung patrouillieren zu lassen. Diese seien Teil der Bemühungen der Militärallianz, die Krise in der Ukraine zu verfolgen, teilte ein Nato-Beamter in Brüssel mit. Die Flugzeuge sollten nur über dem Gebiet von Nato-Mitgliedstaaten fliegen und starten im rheinischen Geilenkirchen und im britischen Waddington.

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Cameron fordert „gemeinsame europäische Antworten“

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  • @ Le(e)hrling

    Ich erlaube mir auch noch etwas zum Thema zu sagen :

    Zitat : Wie jetzt bekannt wurde, sieht das von den neuen Behörden der Ukraine unterzeichnete vorläufige Abkommen mit dem IWF vor, dass das gesamte ukrainische Gastransportnetz dem US-Unternehmen Chevron übergeben wird. Die Metallkombinate würden zu 50 Prozent dem deutschen Konzern Ruhr zugesprochen. Die Kohleindustrie von Donbass soll die finnische Ruhr-Tochter erhalten.

    Außerdem habe Kiew versprochen, in der Ukraine Teile des US-Raketenabwehrschildes und US-Luftstützpunkte stationieren zu lassen.


    Haben Sie zu diesem Thema noch etwas zu melden ?

  • Ich erlaube mir, die aktuellen Notierung der hier geposteteten taktischen Position zu präsentieren:
    Statoil +0,5% (= +0,5% bzw. je nach Hebel)
    Gazprom -1,39% (= +1,39% bzw. je nach Hebel)
    Raytheon +0,11%(= +0,11 bzw. je nach Hebel)
    USDRUB unverändert.
    Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, die Vögel singen, die Welt gehört den Optimisten. Verabschiede mich von der Runde der Frustrierten, schönen Feierabend!

  • Fredi, das sehe ich ähnlich. Und dann dazu folgendes Szenario. Russland wird zu Chinas engen Verbündeten. Das Wirtschaftpotential dieser beiden Länder ist ungleich größer. Ein Bruch mit diesen beiden Länder ist für Europa äußerst problematisch. Hier geht es nicht einmal um Rohstoffen, sondern um das zukünftige Kaufkraftpotential und damit Wirtschaftswachstum.

    Sollte man jedoch in die heiße Phase eintreten, wird China die Gelegenheit wahrnehmen und seine Probleme in den Regionen, z.B. Taiwan, ein für alle Mal lösen.

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