Krim-Krise: Putin-Sprecher lobt Kontakt mit Merkel

Krim-Krise
Putin-Sprecher lobt Kontakt mit Merkel

Die Gespräche seien „unnachgiebig, aber konstruktiv“: Laut Putins Sprecher ist der Kontakt zur Kanzlerin in der Krise „Gold wert“. Derweil erwägt Berlin, den osteuropäischen Nato-Staaten militärisch Beistand zu leisten.
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DüsseldorfRusslands Präsident Wladimir Putin ist nach den Worten seines Sprechers ausdrücklich an Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) interessiert. „Der Dialog an sich ist außerordentlich wertvoll, und wir hoffen, dass er fortgesetzt wird“, sagte Dmitri Peskow in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“, die am Sonntagabend ausgestrahlt werden sollte. Moskau plädiere dafür, dass es diese Kontakte gebe.

Zu den Telefongesprächen Merkels mit Putin sagte der Sprecher, diese seien „ziemlich unnachgiebig“, aber „konstruktiv“. Merkel und Putin haben nach offiziellen Angaben seit Jahresanfang sieben Mal miteinander telefoniert. Diese häufigen Kontakte hätten es in der Ukraine-Krise „zumindest ermöglicht, einander die Positionen nahezubringen“, sagte der Sprecher Putins. „Das ist in diesen zugespitzten Situationen Gold wert.“

Ungeachtet der Absage der deutsch-russischen Regierungskonsultationen solle der Petersburger Dialog wie geplant am 24. und 25. April in Leipzig stattfinden, sagte der Co-Vorsitzende der Veranstaltung, Lothar de Maizière, nach Angaben des ZDF. Die Gesprächsrunde, an der vor allem Vertreter der Zivilgesellschaft teilnehmen, findet normalerweise parallel zu den deutsch-russischen Regierungskonsultationen statt. Dieses offizielle Treffen hat die Bundesregierung wegen der Krim-Krise gestrichen.

Lawrow und Kerry treffen sich in Paris

Im Konflikt mit der Ukraine hat Russland derweil erneut mit Nachdruck eine grundlegende Verfassungsreform im krisengeschüttelten Nachbarland gefordert. Kiew müsse den Weg freimachen für einen föderativen Staatsaufbau, in dem die russischsprachige Bevölkerung im Osten und im Süden der Ex-Sowjetrepublik angemessen vertreten sei, sagte Außenminister Sergej Lawrow dem russischen Staatsfernsehen. Zudem müsse in einer neuen Verfassung festgeschrieben werden, dass die Ukraine blockfrei sei - also nicht der Nato beitreten wolle, betonte er. Lawrow wollte am Sonntag in Paris mit seinem US-Kollegen John Kerry auch über die Krise um die Halbinsel Krim sprechen.

In Kiew gedachten Tausende Menschen der Opfer bei den jüngsten Protesten. Auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) der Hauptstadt erklang nach einer Schweigeminute die ukrainische Hymne, danach legten Teilnehmer der Trauerzeremonie Blumen nieder. Reden von Politikern waren nicht geplant. Bei den monatelangen Straßenprotesten waren etwa 100 Menschen getötet und Tausende verletzt worden.

Angesichts der Ukraine-Krise erwägt die Bundesregierung auch, den osteuropäischen Nato-Staaten militärisch Beistand zu leisten. Die Bundeswehr könnte die Partner dort stärker unterstützen, wenn dies politisch so entschieden werde, sagte eine Sprecherin von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Geprüft würden etwa zusätzliche Awacs-Aufklärungsflüge über Rumänien und Polen sowie eine Beteiligung an einem Nato-Marinemanöver in der Ostsee.

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Nato-Chef kündigt Manöver an

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