Krim-Krise: „Wir werden kämpfen“

Krim-Krise
„Wir werden kämpfen“

Nach dem Aus für Russland im illustren Kreis der führenden Industrienationen plant der Westen ein weiteres Warnsignal an Moskau. Der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk gibt sich in einem TV-Interview kämpferisch.
  • 59

WashingtonDer ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk greift in der Krim-Krise zu scharfen Worten: Er will sein Land im Fall einer russischen Militärintervention am südöstlichen Rand der Ukraine mit allen Mitteln verteidigen. „Wir werden kämpfen“, sagte Jazenjuk in einem Interview mit dem US-Sender PBS. Das sei auch die Pflicht der Bürger in der Ukraine. Dafür sei aber die Hilfe anderer Länder notwendig. „Wir brauchen technische und militärische Unterstützung, um das ukrainische Militär zu überholen, um es zu modernisieren und um bereit zu sein, nicht nur zu kämpfen, sondern zu gewinnen.“

Die USA hatten ein entsprechendes Gesuch der Übergangsregierung in Kiew nach Medienberichten abgelehnt, um die Spannungen mit Russland nicht weiter anzuheizen. Auch Jazenjuk stellte allerdings klar, dass er einen militärischen Konflikt nicht suche. „Es ist glasklar, dass niemand einen Dritten Weltkrieg auf dem Globus will.“

Die Absichten Russlands seien eindeutig. Kremlchef Wladimir Putin wolle die Sowjetunion wieder einsetzen und „Kaiser einer neuen Art UdSSR, Version 2.0“ werden, sagte Jazenjuk. Doch der Druck Moskaus habe auch zur Einigkeit der Ukraine beigetragen. „Ich glaube, dass wir das russische Regime in ein paar Jahren mit einer besonderen Medaille für die Einheit meines Landes ehren werden.“

An diesem Mittwoch wollen US-Präsident Barack Obama und die Spitzen der EU wollen bei ihrem Gipfel in Brüssel Geschlossenheit in der Ukraine-Krise zeigen. Washington und die EU hatten Russland bereits mit Sanktionen für die Annexion der Krim bestraft, weil sie diesen Schritt Moskaus für völkerrechtswidrig halten. Bei ihrem Gipfel wollen Obama und EU-Spitzenvertreter am Mittwoch signalisieren, dass die transatlantische Zusammenarbeit in der Ukraine-Krise von entscheidender Bedeutung ist, wie Diplomaten vor dem Treffen sagten.

Schon vor diesem Gipfel hatte Obama die Entschlossenheit der USA und Europas zu Wirtschaftssanktionen gegen Russland hervorgehoben. „Sollte Russland noch weiter gehen, dann wären solche Sanktionen angemessen“, sagte er am Dienstag beim Atomgipfel in Den Haag. Zudem bekräftigte er die Beistandsgarantie der Nato für die Bündnismitglieder in unmittelbarer Nähe zu Russland.

Seite 1:

„Wir werden kämpfen“

Seite 2:

„Jetzt ist Moskau am Zug“

Kommentare zu " Krim-Krise: „Wir werden kämpfen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Sie haben wohl noch nie sich mit der russischer Politik / Geschichte befasst, sonst würden Sie so ein Unsinn hier nicht projezieren! Wenn Sie nicht in der Kampflaune sind, befassen Sie sich mal mit den Themen, werden einige erleuchtet. Fangen Sie aber nicht erst im 21 JH an. Und gehen Sie mal auf Fakten ein, auch mediale Bibliothek gibt einiges her, gemeint hier aber nicht die gelbe Presse, sonder politische Fakten!

  • @pem
    Vernünftige Leute in der EU wollen Euch nicht, ganz einfach.
    Weil es nur Probleme gibt und weil man sich Problemländer nicht noch zusatzliche ans Bein binden muss.

    Wer Euch will, sind die USA, die die NATO dominieren und denen es sogar sehr recht ist, wenn es hier in Europa Schwierigkeiten gibt.
    So einfach ist das.

    Wir wollen hier nur günstiges Erdgas und -Öl, für das wir allerdings mehr bezahlen als die Ukraine mit ihren Sonderrabatten.
    Deshalb ist es richtig und auch wünschenswert, dass Russland zuschlägt wenn die Versorgung nicht gewährleistet ist.

    Das mit der Krim, ist nur als ein Resultat der Einmischungs-Politik des Westens zu sehen und interessiert die Mehrheit der Deutschen nicht.

  • Der Typ hat doch wahrscheinlich sich vor der Wehrpflicht gedrückt oder freigekauft, daher ist er gerade der Kampflaune verfallen...soll die Paintball-Halle aufsuchen, ohne Spezialkostüme und Masken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%