Kriminalität: Für die Feuerwehr ist es zu gefährlich

Kriminalität
Warum in Mexiko Benzinraub ein Milliardengeschäft ist

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Für die Feuerwehr ist es zu gefährlich

Östlich der Millionen-Metropole Mexiko-Stadt hat der illegale Benzin-Handel längst auch im Landschaftsbild seine Spuren hinterlassen. Durch die vielen neuen Lecks an den Pipelines, die nach den laienhaften Anzapfungen oft zurückbleiben, sind ganze Felder verseucht. An vielen Orten liegen aufgegebene Plastiktanks oder Lieferwagen herum. Allein in den zurückliegenden zwei Monaten wurden mehr als 1700 Fahrzeuge beschlagnahmt - meist werden sie von den Banden irgendwo gestohlen und dann nach wenigen Transporten aufgegeben.

Außerdem kommt es regelmäßig zu größeren Bränden. Auch während des Diebstahls auf dem Maisfeld in Puebla steigt im Hintergrund eine große Rauchwolke in den Himmel, weil wenige Kilometer entfernt ein illegales Benzin-Lager Feuer gefangen hat. Die Behörden können auch in solchen Fällen nur tatenlos zusehen. „Sie lassen nicht einmal die Feuerwehr rein“, sagt José Tlachi vom Amt für öffentliche Sicherheit. „Normalerweise versuchen sie, den Brand selbst zu löschen.“

Festnahmen sind äußerst selten. Wenn die Banden keine Schießerei riskieren wollen, lassen sie bei einem drohenden Zugriff einfach ihre gestohlenen Fahrzeuge zurück und machen sich aus dem Staub. Bei Verfolgungsjagden werfen sie schon mal halb volle Tanks hinter sich auf die Straße. Zum Teil nutzen sie geparkte Fahrzeuge auch als Straßenblockade. In einigen Fällen wurden sogar schon Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde eingesetzt.

Seit einiger Zeit treiben die Banden darüber hinaus ein perfides Spiel mit der öffentlichen Wahrnehmung. Im Juni sorgte ein von ihnen verbreitetes Video, in dem ein Benzin-Dieb allem Anschein nach von einem Soldaten gezielt erschossen wird, für große Aufregung. Seitdem zücken die Kriminellen jedes Mal eine Kamera, wenn sich Polizisten oder andere Sicherheitskräfte nähern. „Sie filmen uns, ununterbrochen“, sagt Francisco. „Aber das, was sie selbst machen, das filmen sie natürlich nicht.“

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Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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