Kriminalität
Mexikos Feldzug gegen Drogenbanden fordert 4 000 Tote

Präsident Calderón hat dem organisierten Verbrechen den Krieg erklärt, und der Kampf wird härter geführt als je zuvor: Der Mai war der blutigste Monat seit dem Amtsantritt des Präsidenten. Experten bezweifeln, dass Härte allein reicht.

MEXIKO-STADT. Mexikos Präsident Felipe Calderón liebt markige Sätze: „Das ist Krieg“, sagte er, und meinte damit seinen Kampf gegen den organisierten Drogenhandel. Nie in den anderthalb Jahren seiner Amtszeit kam diese Einschätzung der Realität näher als heute: Der Monat Mai war der blutigste in Mexiko in den vergangenen fünf Jahren. Mindestens 400 Polizisten, Zivilisten oder Drogenhändler wurden ermordet, gerieten zufällig zwischen die Fronten oder wurden in Schießereien getötet. Mittlerweile zählt das Land 4 000 Tote seit Calderón dem organisierten Verbrechen im Dezember 2006 den Krieg erklärt hat.

Um die Mafia zu zerschlagen, setzte Calderón 36 000 Soldaten in Marsch, und Grenzstädte wie Ciudad Juárez und Tijuana sind inzwischen regelrecht besetzt. Doch der massive Militäreinsatz bringt nur noch mehr Gewalt mit sich. Je härter der Staat gegen die Drogenbanden vorgeht, desto härter schlagen diese zurück. „Es ist so, als habe man in ein Wespennest gestochen“, sagt José Antonio Crespo, Politologe am Forschungsinstitut CIDE. Vier große Mafiaorganisationen kämpfen untereinander und gegen den Staat um die profitablen Transitrouten vor allem für Kokain in die USA. Nach Erkenntnissen der US-Drogenfahnder ist Mexiko das bedeutendste Drehkreuz für Rauschgift mit dem Ziel Vereinigte Staaten. 90 Prozent des in den USA konsumierten Kokains kommt über Mexiko ins Land. Zudem beliefern die Kartelle den US-Markt mit neun Mill. Tonnen Marihuana, 17 Tonnen Heroin und einer unbekannten Menge synthetischer Drogen. Die US-Anti-Drogenbehörde schätzt die jährlichen Gewinne der mexikanischen Drogen-Kartelle auf 23 Mrd. Dollar.

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