Krimineller Klan verantwortlich: Serbische Regierung beschuldigt Mafia

Krimineller Klan verantwortlich
Serbische Regierung beschuldigt Mafia

Die serbische Regierung hat eine Belgrader Verbrecherorganisation für die Ermordung des Ministerpräsidenten Zoran Djindjic verantwortlich gemacht und eine Liste mit mutmaßlichen Anführern der Gruppe veröffentlicht.

Reuters BELGRAD. Nach einer Sondersitzung erklärte die Regierung am Mittwoch, eine Gruppe mit dem Namen Zemun stecke hinter dem Attentat auf Djindjic. „Die Ermordung ist ein Versuch dieses kriminellen Clans, Chaos, Rechtlosigkeit und Angst in dem Land zu verbreiten“, hieß es. Zu den auf der Liste aufgeführten rund 20 mutmaßlichen Anführern der Gruppe gehörte auch der Chef einer ehemaligen Sondereinheit der Polizei, Milorad Lukovic. Die als „Red Berets“ bekannte Einheit hatte in den Balkan-Kriegen in den 90er Jahren gekämpft. Der 50-jährige Djindjic war am Mittwoch in Belgrad vor dem Regierungsgebäude erschossen worden.

Als ein weiterer Anführer der Gruppe wurde Dejan Milenkovic genannt, den die Polizei für einen mutmaßlichen Anschlagsversuch auf Djindjic im vergangenen Monat verantwortlich macht. Offizielle Angaben über Festnahmen gab es nicht. Medienberichten zufolge wurden zwei oder drei Verdächtige festgenommen. Das staatliche Fernsehen zeigte Aufnahmen von Polizisten mit kugelsicheren Westen, die Autofahrer in Belgrad kontrollierten. Alle Flüge vom Belgrader Flughafen wurden ausgesetzt.

Die Regierung verhängte nach dem Attentat den Ausnahmezustand über das Land. Nach dem Ausnahmerecht kann die Armee Polizeiaufgaben übernehmen. Die Grenzkontrollen werden verstärkt Bürgerrechte wie Demonstrationen und Streiks können verboten werden.

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