Krise 2.0 in Europa

Alarmstufe: Rot

Die Börsen in Italien und Griechenland spielen verrückt, Investoren ziehen ihr Kapital ab – und Deutschland korrigiert die Wachstumsprognosen nach unten. Steht die Krise 2.0 bevor? Unsere Korrespondenten berichten.
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Euro-Flagge: Sorgen vor der Krise 2.0

Euro-Flagge: Sorgen vor der Krise 2.0

Athen/Frankfurt/London/Mailand/ParisAnleger in Europa haben derzeit ein schlimmes Déjà-vu-Erlebnis. In Zahlen ausgedrückt liest sich das so: Um mehr als zehn Prozent ist der Deutsche Aktienindex seit Mitte September gesunken. Diese Verluste sind noch moderat, wenn man sie mit Ländern wie Griechenland vergleicht. Der dortige Aktienmarkt ist im gleichen Zeitraum um etwa doppelt so viel eingebrochen. Nicht nur die Stärke des Einbruchs ist bemerkenswert, sondern auch die Kursschwankungen. Die Investoren sind extrem nervös.

Grund dafür ist die schwache Wirtschaft. In Deutschland sind Exporte, Produktion und Industrieaufträge im August so kräftig gesunken wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. „Hinter dem Einbruch der Aktienmärkte stehen vor allem Konjunktursorgen“, sagt der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer. „Die Aktienmärkte beginnen fallende Preise und damit eine Rezession einzupreisen.“

Ganz so schwarz sieht Krämer nicht. Er geht aber davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Wachstumsprognose für 2015 massiv nach unten revidieren wird. Bisher erwartet die EZB, dass die Eurozone im kommenden Jahr um 1,6 Prozent wächst. Krämer hält eher 0,8 Prozent für realistisch

Für Deutschland hatten zuletzt  der Internationalen Währungsfonds (IWF), die führenden Forschungsinstitute und die Bundesregierung ihre Wachstumsprognosen kräftig nach unten geschraubt. Die Bundesregierung rechnet für 2015 mit einem mageren Plus von 1,2 Prozent.

Wenn selbst Deutschland als wirtschaftlicher Musterschüler der Eurozone schwächelt, steigt die Chance, dass die EZB bald handelt. „Mittlerweile ist die Wahrscheinlichkeit deutlich gestiegen, dass die EZB noch in diesem Jahr Staatsanleihen kauft“, sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer.

Bislang zögert die EZB mit groß angelegten Anleihekäufen. Andere Notenbanken in den USA, Großbritannien und Japan haben dies bereits in großem Stil getan. Im September hat EZB-Chef Draghi klar gemacht, dass er handeln wird, wenn die Inflationserwartungen im Euroraum weiter fallen. Zuletzt ist die erwartete Inflation für die kommenden fünf Jahre eingebrochen.

Jan Mallien, Frankfurt

Frankreich: Sorgen? Ja! Panik? Nein.
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13 Kommentare zu "Krise 2.0 in Europa: Alarmstufe: Rot"

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  • Alarmstufe Rot
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    ■ Griechenland ist pleite
    ■ Italien ist pleite
    ■ Frankreich ist pleite
    ■ Deutschland zahlt für Alle!

    Wenn man das realistisch betrachtet, ist der (T)Euro für den ClubMed zu teuer und für -Deutschland zu billig.
    Sie sollten zu ihren nationalen Währung zurückkehren, dann könnten sie auch ab- bzw. aufwerten.

  • Alarmstufe ROT hatten wir seit 2008 während der hirnrissigen Nordbeförderung der Assetpreise von Rohstoffen über Aktien bis Anleihen.

    Nun endlich scheint sich der Wahnsinn ein wenig zu beruhigen. Enden wird er erst, wenn die weit verbreiteten Überbewertungen in einer deutlichen auch länger anhaltenden Reaktion einschließlich klarer Unterbewertungen sich mindestens gedrittelt hätten.

    Daher können alle beruhigt beobachten, wie sich Normalität (hoffentlich bald und nachhaltig)ausbreitet.
    Das gilt natürlich nicht für die, welche nicht schon längst ausgestiegen sind - für die wird es allerhöchste Zeit.

  • "Wenn selbst Deutschland als wirtschaftlicher Musterschüler der Eurozone schwächelt, steigt die Chance, dass die EZB bald handelt. "

    Wer nur etwas Vernunft besitzt, hat mit dem Konjuktureinbruch rechnen können. Da D den meisten Handel mit Ländern der EURO-Zone macht, kann es nicht auf Dauer gutgehen, wenn sich eben diese Länder in der Krise befinden. Der Handel mit China und den USA kann das nicht ausgleichen.

  • Sehr geehrte Frau Korte,

    sie schreiben: "Italien ist extrem anfällig für die Marktschwankungen. Da das Land auf einem enormen Schuldenberg von mehr als zwei Billionen Euro sitzt, machen die Zinszahlungen einen erheblichen Teil der Staatsausgaben aus. Jede Schwankung an den Finanzmärkten schlägt sich automatisch in Milliardenschweren Zahlungen für Zinsen nieder.

    Staatsanleihen sind doch fix verzinst und nicht variabel, oder täusche ich mich..? Damit haben Ausreisser in Zinsschwankungen auf bestehende Kredite keine auswirkung..
    Wirksam wird der aktuelle Zinssatz doch nur für die Anleihe die das land zum betreffenden Zeitpunkt begeben will,..? Und das ist doch nur ein minimaler Bruchteil mit der auf die Gesamtzinslast beinahe keine auswirkung hat (vor allem wenn man betrachtet wie stark dieser schwankt und welche extremen Peaks sich ausbilden..)
    In "allen" Berichten zur Finanzkrise und von der Politik wurde so argumentiert/sugggeriert wie sie das tun (für Griechenland, Portugal..).
    Bitte erklären sie mir das, ich möchte das verstehen..

  • Kein Politiker kann die Gesetze der Physik (Energie-Einspeisegesetz) oder der Mathematik (Exponentialfunktion beim Schuldenmachen) ausser Kraft setzen. Keiner.

  • Zitat: "Steht die Krise 2.0 bevor? "

    Selbstverständlich steht sie bevor. Und auch die wird überwunden und dann kommt die Krise 3.O. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kriseln sie noch in 1.000 Jahren.

    Wie heißt noch diese Partei, die ihre Existenzberechtigung im Schüren von Weltuntergangsängsten sieht?

  • Das alles wäre ja quasi "überraschend", wenn es die AfD nicht gebetsmühlenartig vorausgesagt hätte. Aber alle habe der lieben Mutti samt ihrem halbseidenen Finanzjongleur geglaubt und diese Truppe auch noch gewählt. Jetzt scheint der Zeitpunkt gekommen, an dem zusammengezählt wird. Und wer bezahlen muß sind WIR. Nicht Frau Merkel, nicht Herr Schäuble, nein, WIR.

  • Wer lernresistent ist muss entsprechend Lehrgeld zahlen und das ist auch gut so. Die Anti-AfD Propaganda der Etablierten wird auch von Tag zu Tag schriller.
    Jetzt gehts langsam ans Eingemachte ...
    Aber als sie sich besinnen,
    Konnte keines recht von hinnen.
    In die Kreuz und in die Quer
    Reißen sie sich hin und her,
    Flattern auf und in die Höh',
    Ach herrje, herrjemine!
    Ach, sie bleiben an dem langen,
    Dürren Ast des Baumes hangen,
    Und ihr Hals wird lang und länger,
    Ihr Gesang wird bang und bänger.
    Jedes legt noch schnell ein Ei,
    Und dann kommt der Tod herbei.

    Trifft irgendwie ganz gut auf die gesamte Schuldenunion.

  • Mal sehen wie unsere roten und schwarzen Nullen in Berlin reagieren.

  • "Frankreich soll stärker reformieren und Deutschland im Gegenzug mehr investieren. "

    Frei nach dem Motto: "Ich bin bereit zu sparen, aber erst wenn du mir Geld schenkst!"

    Übrigens geht es hier um die Größenordnung von 50 Mrd. €. Nur so nebenbei...

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