Krise am persischen Golf: Katarer müssen künftig Visum für Ägypten beantragen

Krise am persischen Golf
Katarer müssen künftig Visum für Ägypten beantragen

Der Streit zwischen Katar und vier arabischen Nachbarn hat sich erneut verschärft. Ägypten streicht nun die visumsfreie Einreise für die Bürger des kleinen Golfstaates - mit wenigen Ausnahmen.
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KairoÄgypten verschärft im Streit mit Katar seine Strafmaßnahmen gegen Bürger des Emirats. Bis auf wenige Ausnahmen dürften Katarer künftig nicht mehr visumsfrei nach Ägypten einreisen, kündigte das Außenministerium in Kairo am Montag an.

Stattdessen müssten sie sich nun um ein Visum bewerben, um ins Land zu dürfen. Die bisherige Regelung mache angesichts „der gegenwärtigen Haltung Katars“ keinen Sinn mehr. Ausgenommen von der Visumspflicht seien Katarer, die mit Ägyptern verheiratet seien, deren Mütter Ägypterinnen seien oder die in Ägypten studierten. Nach Angaben des Außenministeriums von Katar werden die verschärften Einreisebedingungen ab Donnerstag umgesetzt.

Zusammen mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain wirft Ägypten Katar vor, Terroristen zu finanzieren und mit dem regionalen Erzrivalen Iran gemeinsame Sache zu machen. Die vier Staaten haben deshalb diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu dem Emirat gekappt. Katar weist die Vorwürfe zurück.

Die mutmaßliche Beteiligung der Vereinigten Arabischen Emirate an einem folgenschweren Hackerangriff auf die Nachrichtenseite der katarischen Regierung hat das Land verurteilt. Das Vorgehen sei „bedauerlich“ und stelle einen Verstoß gegen Vereinbarungen unter den Golfstaaten dar, teilte Katars Regierung am Montag mit. Ein Medienbericht beweise „eindeutig, dass dieses Hackerverbrechen stattgefunden hat“, hieß es in einer Erklärung.

Der Kommunikationschef der Regierung, Scheich Saif bin Ahmed Al-Thani, erklärte, der Hackerangriff stelle „Cyberterrorismus“ dar. Er verstoße gegen internationales Recht sowie bilaterale und kollektive Vereinbarungen des Golfkooperationsrates. Zu dem zählt Katar ebenso wie die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die „Washington Post“ hatte am Sonntag berichtet, dass die Vereinigten Arabischen Emirate die Nachrichtenseite gehackt, eine falsche Geschichte platziert und damit den Vorwand für die derzeitige diplomatische Krise am Golf geliefert hätten. Sie berief sich dabei auf Informationen aus US-Geheimdienstkreisen. Die Emirate wiesen die Vorwürfe zurück.

Dem Bericht zufolge sollen hochrangige Regierungsvertreter der Emirate am 23. Mai einen entsprechenden Plan diskutiert haben. Einen Tag später sei ein kompromittierender Artikel auf der Internetseite der staatlichen katarischen Nachrichtenagentur erschienen, schrieb die „Washington Post“. Wenig später erklärten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten, die diplomatischen Beziehungen und ihre Verkehrsverbindungen zu Katar zu kappen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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