Krise bei tschechischen Sozialdemokraten nach Europawahl
Tschechischer Ministerpräsident Spidla zurückgetreten

Kurz nachdem er ein parteiinternes Misstrauensvotum überstanden hatte, hat der tschechische Ministerpräsiden Spidla am Samstag seinen Rücktritt erklärt.

HB BERLIN. Tschechiens Regierungschef Vladimir Spidla hat am Samstag sein Amt niedergelegt. Damit zog er die Konsequenz aus parteiinternen Querelen. Nur Stunden zuvor hatte er zwar ein Misstrauensvotum der Sozialdemokratischen Partei (CSSD) überstanden, von dem er seine politische Zukunft abhängig gemacht hatte. Das Ergebnis fiel allerdings äußerst knapp aus.

Spidlas Gegnern im Exekutivkomitee der CSSD fehlten nur sechs von 109 erforderlichen Stimmen, um Spidla den Parteivorsitz zu entziehen. Der Ministerpräsident hatte zu Beginn der Woche angekündigt, im Fall einer Abstimmungsniederlage auch sein Amt als Regierungschef niederzulegen.

Mit dem Misstrauensvotum reagierten die Sozialdemokraten auf das schlechte Ergebnis bei der Europawahl vor zwei Wochen. Die CSSD hatte dabei nur zwei der insgesamt 24 tschechischen Sitze im EU-Parlament errungen, ihre Koalitionspartner schnitten ähnlich schlecht ab. Die Bürger reagierten damit offenbar auf die steigende Arbeitslosigkeit und die unpopulären Sparmaßnahmen der Regierung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%