Krise in der Ukraine Janukowitsch-Hochburg bereitet sich auf Proteste vor

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Aktivisten: Janukowitsch heuert Kriminelle als Unterstützer an
Bilder wie im Krieg
huGO-BildID: 34797171 A protester throws a Molotov cocktail during clashes with police in central Kiev, Ukraine, Wednesday, Jan. 22, 2014. City healt
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Über dem Protestlager im Stadtzentrum in Kiew lag am Donnerstag schwarzer Rauch von brennenden Autoreifen.

huGO-BildID: 34797147 Protesters clash with police in central Kiev, Ukraine, Wednesday, Jan. 22, 2014. City health officials and police said that two
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Bei 15 Grad Frost harrten weiter Tausende Demonstranten aus. Sie fordern den Rücktritt von Präsident Viktor Janukowitsch. Vereinzelt bewarfen Regierungsgegner die Polizei mit Steinen.

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Die Uniformierten reagierten mit Blendgranaten und Tränengas.

huGO-BildID: 34791872 A police officer aims his shotgun during clashes with protesters in central Kiev, Ukraine, Wednesday, Jan. 22, 2014. City heal
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Die Opposition hatte den Präsidenten per Ultimatum aufgefordert, bis zum Donnerstagabend zurückzutreten. Ein solcher Schritt des Staatsoberhaupts galt allerdings als unwahrscheinlich. Beobachter erwarten eine lange und schwierige Krisenlösung in der Ex-Sowjetrepublik.

Anti-government protests in Ukraine.
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Die Demonstranten kündigten weitere Eskalationen an.

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Während in Kiew die Gewalt eskaliert, denkt die EU über Sanktionen nach. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) sagte: „Wenn die Regierung weiterhin auf Gewalt setzt, dann wird man ihr sagen müssen, das hat Auswirkungen bis hin zu Kontensperrungen oder Visarestriktionen.“ Der SPD-Politiker warnte zugleich davor, der Ukraine „die Tür zuzuschlagen“. Denn wenn die EU Verhandlungen mit Kiew ausschließe, falle sie „der Opposition in den Rücken“, die dann „keinen Ansprechpartner außerhalb der Ukraine“ mehr habe.

huGO-BildID: 34798989 Protesters throw tires onto a fire during a clash with police in central Kiev, Ukraine, Thursday, Jan. 23, 2014. Thick black sm
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Die proeuropäischen Proteste in der Ukraine dauern seit Ende November an. Auslöser war die Entscheidung von Präsident Viktor Janukowitsch, ein über Jahre ausgehandeltes Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen und sich stattdessen verstärkt Russland zuzuwenden.

Zwar organisierten Regierungskritiker seit November – als der Präsident auf Druck Russlands ein historisches Abkommen mit der EU platzen ließ – regelmäßig einen kleinen Protest nahe der Regionalverwaltung. Doch nach Auseinandersetzungen mit Janukowitsch-Unterstützern wurde die Aktion beendet.

„Wir haben entschieden, dass es zu unsicher ist“, sagt Denis Kaplunow, örtlicher Vizechef der Partei Udar (Schlag). Jener Oppositionsgruppe also, die vom früheren Boxchampion Vitali Klitschko angeführt wird.

Kaplunow und andere Aktivisten sagen, dass die Janukowitsch-Unterstützer Kriminelle gewesen seien, angeheuert in einem Bergarbeiter-Dorf nahe Donezk. Schon seit einiger Zeit gibt es Berichte, die Regierung habe Provokateure angeheuert, um die Proteste zu stören.

Im gesamten Donezker Kohlebecken – dem Donbass – hätten Udar-Anhänger Drohungen auf ihre Handys erhalten, behauptet Kaplunow. Auch die Journalistin Katerina Schemtschuschnikowa sowie Artur Schewzow von der rechtspopulistischen Oppositionspartei Swoboda haben die Region nach eigenen Angaben deshalb verlassen.

Ein örtlicher Regierungsvertreter weist die Schilderungen zurück. „Die Wahrheit liegt immer in der Mitte, und manchmal liegt sie auf der anderen Seite“, sagt der frühere PR-Profi Viktor Nikolajenko, der heute im Dienste der Behörden steht. Im übrigen hätten auch Regierungsvertreter Droh-SMS erhalten.

Udar-Anhänger Kaplunow weiß um die geringen Chancen für seine Partei im Donbass. „Für Renten, Brot und Fleisch“ würden die Menschen hier auf die Straße gehen, aber nicht für Demokratie und Bürgerrechte. „Sollte Klitschko nur 15 Prozent im Donbass holen, dann wird er Präsident der Ukraine“, meint Kaplunow.

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  • dpa
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2 Kommentare zu "Krise in der Ukraine: Janukowitsch-Hochburg bereitet sich auf Proteste vor"

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  • ....Schon jetzt wissen Eure Kanzler, dass sie im Ruhestand an warmen gutbezahlten Stellen in den vom russischen Gasprom kontrollierten Konzernen landen. Wie ein Schimmelpilz bedeckten sie das alte Europa und verspeisen es häppchenweise. Geht unser Kampf für Europa hier verloren, werden ein paar Jahrzehnte später auch Sie den Ihren verlieren. Werte muss man verteidigen, sonst ent-werten sie sich.

    Die Grenze Europas verläuft heute entlang der Kiewer Barrikaden. Der Tyrann war der erste, der Blut vergossen hat, und der Protest wird nicht mehr friedlich bleiben. Man kann nicht abseits stehen, man kann nicht neutral bleiben. Europa entscheidet sich jetzt, auf welcher Seite der Barrikaden es steht. Das alte Europa steht mit seinen Idealen auf dem Maidan. Wenn Europa neutral bleibt, befindet es sich auf der anderen Seite der Barrikaden, und Verbrecher und Tyrannen werden es bald besetzen. Schon jetzt haben sie dort gemütliche Lagerplätze. Sie werden kommen, denn es sieht so aus, als ob Europa sich zu verteidigen verlernt habe.

  • Der ukrainische Historiker Andrej Plachonin über die Passivität und „Neutralität“ Europas im Kontext der ukrainischen Revolution

    Über die Hehler

    Während die Ukrainer ihr Blut für europäische Werte vergießen, hat sich Europa in ein Rattennest verwandelt, wo osteuropäische Diebe und Mörder mit Staatsämtern in völliger Sicherheit das Geraubte versaufen und verfressen. Europäische Werte sind teuer, wozu denn sollte Europa auf so eine fette Belohnung verzichten, denn, wie noch der Kaiser Vespasian sagte, «Pecunia non olet» (Geld stinkt nicht).

    Das satte Europa hat längst vergessen, wie es selbst vor zwei Jahrhunderten auf den Barrikaden das Recht auf eben diese europäischen Werte erkämpfte und wie teuer es das Abweichen von diesen Werten in den beiden Weltkriegen des vorigen Jahrhunderts bezahlen musste. Wenn nun Hunderttausende von Ukrainern zur Verteidigung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte auf die Barrikaden gehen, erschrickt das satte Europa vor ihrem Extremismus. Es hat vergessen, dass die Werte, die Europa vereinen, keine Selbstverständlichkeit sind, sondern eine Errungenschaft. Es hat vergessen, dass diese Werte — die amerikanische «United States Declaration of Independence» und «Bill of Rights», oder die französische «Déclaration des Droits de l' Homme et du Citoyen», — mit dem Blut der Helden im Kampf gegen die Tyrannei bezahlt wurden.

    Heute sind die Urenkel dieser Helden bereit, einem beliebigen Tyrannen in Moskau, Minsk oder Kiew zu applaudieren, um sich durch ein patriarchales Bild des satten Wohlstands für Sklaven unter der weisen Führung eines aufgeklärten Sklavenhalters einlullen zu lassen. Entscheiden Sie sich doch: Brauchen Sie Ideale oder Illusionen?

    Der Kampf um Europa findet jetzt in Kiew, in der Ukraine statt. Geht er verloren, wird das alte Europa Stück für Stück von jungen Raubtieren aufgekauft. Schon jetzt besitzen sie dort prachtvolle Landgüter, Banken und Unternehmen.

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