Krise in der Ukraine: Friedensgespräche geplatzt, Tote bei Gefechten

Krise in der Ukraine
Friedensgespräche geplatzt, Tote bei Gefechten

Die Friedensgespräche der Ukraine-Kontaktgruppe sind erneut geplatzt. Die Separatisten machen Kiew für das Scheitern verantwortlich. Derweil hat es bei Gefechten in der Ostukraine erneut Tote gegeben.
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Minsk/Kiew/MoskauIn der Ostukraine sind Militärangaben zufolge binnen eines Tages sechs Soldaten bei Separatisten-Angriffen getötet worden. Zudem habe es 18 Verletzte gegeben, sagte ein Militärsprecher am Freitag. Ein Berater von Präsident Petro Poroschenko erklärte, insbesondere die Kämpfe am Flughafen von Donezk hätten sich wieder verschärft. Die Separatisten hätten dort eine neue Offensive gestartet, um den Komplex unter ihre Kontrolle zu bringen.

Ein deutscher Regierungssprecher teilte mit, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Poroschenko hätten in einem Telefonat ihre Sorge über die verstärkten Angriffe auf den Flughafen geäußert und verlangt, die Separatisten müssten die Waffenruhe einhalten. Am Vortag hatte Merkel nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow mit Russlands Präsident Wladimir Putin die jüngsten Entwicklungen erörtert. Einzelheiten nannte er nicht.

Russland kritisierte derweil die ukrainischen Pläne zur Erhöhung der Kampffähigkeit im östlichen Konfliktgebiet. Derartige Schritte schadeten den Friedensbemühungen, sagte Lawrow in Moskau. „Wir hoffen, dass all das nicht zu einer erneuten militärischen Konfrontation führt“, fügte er hinzu. Das ukrainische Parlament hat beschlossen, Soldaten, die bereits lange Zeit im Einsatz gegen die prorussischen Separatisten sind, durch Reservisten zu ersetzen. Außerdem wird die 2013 abgeschaffte Wehrpflicht teilweise wieder eingeführt.

Der neue Anlauf für Friedensgespräche der Ukraine-Kontaktgruppe in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ist am Freitag geplatzt. Das teilte der Separatistensprecher Denis Puschilin russischen Agenturen mit. Es gebe keine Fortschritte. Puschilin machte die ukrainische Regierung für das Scheitern verantwortlich. „Wir sind bereit zur Fortsetzung des friedlichen Dialogs“, sagte Puschilin der Agentur Interfax zufolge.

Die Separatisten werfen der von den USA und der EU unterstützten Führung in der Ukraine vor, eine neue Militäroperation gegen den Donbass zu planen. Die Kämpfe zwischen ukrainischen Regierungstruppen und den Aufständischen dauerten an. „Wenn es nötig ist, dann gehen wir zum Gegenangriff über“, sagte Puschilin.

Die Vertreter der nicht anerkannten „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk verließen nach eigener Darstellung die Stadt Minsk. Ein neues Datum für Gespräche war nicht in Sicht. Zur Kontaktgruppe gehören neben der Ukraine auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und Russland. Das Gremium hatte sich im September auf Schritte für eine Lösung des Konflikts geeinigt. Der Plan wurde bisher aber nicht umgesetzt.

Es war der erste Versuch nach dem Scheitern einer Verhandlungsrunde Ende Dezember, nun wieder ins Gespräch zu kommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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