Krise in der Ukraine
„Keine Spaltung, wir sind Brüder“

Das Krim-Parlament hat die Halbinsel für unabhängig erklärt. In der Ostukraine ist die Lage dagegen nicht so eindeutig. Moskautreue mischen sich mit Gegnern eines zu großen russischen Einflusses. Ein Stimmungsbild.
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DnipropetrowskÜber der Einfahrtsstraße nach Donezk, der Hauptstadt der Donbass-Region und Heimat des inzwischen abgesetzten ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch, hängt seit ein paar Tagen eine große Banderole. „Putin, zieh deine Truppen aus der Ukraine ab“ prangt da in großen Lettern auf blau-gelben Hintergrund. Auf dem zentralen Lenin-Platz der 1,1 Millionen-Metropole haben sich an diesem Nachmittag mehrere tausend Menschen versammelt, die sowohl gegen die Besetzung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim als auch gegen Versuche prorussischer Kräfte, den Osten der Ukraine Russland anzugliedern, protestieren. „Slava Ukraina“, Ruhm der Ukraine, schallt es über den Platz. Hunderte ukrainische Fahnen werden geschwenkt, die Nationalhymne gesungen.

Auch hier, im Herzen des Kohlereviers, gibt es viele Menschen, die den Beitritt zur Russischen Föderation mit Nachdruck ablehnen. Oder sollte man sagen: Selbst hier in der Ostukraine gibt es Gegner eines zu großen russischen Einflusses? Das Zentrum des ukrainischen Kohlereviers Donbass mit den Städten Donezk und Charkiv, aber auch Dnipropetrowsk, wo die ukrainische Rüstungsindustrie ihr Zentrum hat, und der Auto-Stadt Saporischschja wird immer wieder als der Teil der Ukraine bezeichnet, der sich Russland besonders verbunden fühlt.

Und tatsächlich flimmerten in den vergangenen Wochen immer wieder Bilder mit russischen Flaggen auf besetzten ukrainischen Rathäusern über die Bildschirme. Prorussische Demonstranten hatten zeitweise die Regionalverwaltungen von Donezk, Dnipropetrowsk und anderen Städten eingenommen. Selten kam es bei diesen Besetzungen zu handfesten Scharmützeln, doch dass die Gewaltbereitschaft einiger prorussischer Demonstranten groß ist, zeigten Fernsehbilder aus Kharkiv. Dort prügelten sich die zumeist jungen männlichen Demonstranten ihren Weg zum Rathaus frei.

Allerdings hat die neue Führung in Kiew den russlandtreuen Ex-Gouverneur des ostukrainischen Gebiets Charkow festnehmen lassen. Der Vorwurf lautet „Separatismus“. Der 44-jährige Michail Dobkin hatte zum Aufbau einer Ukrainischen Front aufgerufen, um die Gegner des entmachteten Präsidenten Viktor Janukowitsch zu bekämpfen. Dobkin war nach dem Machtwechsel in der Hauptstadt am 2. März von Interimspräsident Alexander Turtschinow entlassen worden.

Nach der Verhaftung Michail Dobkins warnte der Multimilliardär Rinat Achmetow vor einer Eskalation in den Gebieten nahe der russischen Grenze. „Wenn die Machthaber einen der Anführer des Ostens einsperren, wird die Lage in der Region nicht beruhigt, sondern umso mehr angefacht“, teilte Achmetow der Agentur Interfax mit.

Kommentare zu " Krise in der Ukraine: „Keine Spaltung, wir sind Brüder“"

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  • "Zentralrat der Juden: Besorgnis über Antisemitismus in der Ukraine ".
    Als gläubiger Jude kann ich der jetzigen Regierung in Kiew nur empfehlen konsequent gegen Neonazis vorzugehen, und auch nur jede kleinste Hakenkreuzschmiererei entfernen zu lassen. Übrigens empfehle ich dem Zentralrat nicht nur Besorgnis ggü. dem "klassischen" Antisemitismus aus dem rechten Lage zu äußern, sondern auch ggü. dem Antisemitismus insbesondere aus dem linken Lager, ganz zu schweigen vom islamischen Antisemitismus.

    Liebe Redaktion, die Kommentarfunktion war zum eigentlichen Artikel zu diesem Thema nicht gegeben. Schade, ist ihre Angst wirklich so groß, dass auch in diesen Foren Judenhetze betrieben wird?

  • Santos, Santos einfach mal nachdenken, dieser Artikel ist pure Meinungsmache!!!
    Ein paar Tausend, selbst wenn es fünf oder sechstausend wären, sind es gerade mal 0,5% der Bewohner. Bedeutet gerademal jeder 200derste würde demonstrieren.
    Wahnsiiinnnn!!! Da wird der gute Putin aber Angst bekommen.
    Wohl eher eine Bestätigung dass die Menschen hinter Ihm stehen.

  • Charkiv, Kharkiv, Charkow... So viele Schreibweisen für eine Stadt in einem Artikel. Der Autor sollte sich doch wohl auf eine festlegen können.

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