Krise in der Ukraine
Kerry kritisiert Unruhen als von Moskau „orchestriert“

In „großer Sorge“ vor einer weiteren Verschärfung des Konfliktes in der Ukraine wollen die USA Vierergespräche organisieren. Gleichzeitig richtete US-Außenminister Kerry eine scharfe Warnung nach Moskau.
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WashingtonNach dem Sturm prorussischer Kräfte auf öffentliche Gebäude in der Ostukraine ist es am Montagabend zu heftigen Auseinandersetzungen mit ukrainischen Sicherheitskräften gekommen.

Spezialeinheiten räumten in der Millionenstadt Donezk ein von moskautreuen Kräften besetztes Geheimdienstgebäude. Auch in der zweitgrößten Stadt Charkow kam es zu Zusammenstößen. Demonstranten besetzten einen Fernsehsender. Ob die Spezialeinheiten auch gegen weitere besetzte Verwaltungsgebäude im russischsprachigen Osten vorgehen würden, war zunächst unklar.

Zur Beilegung der Krise haben die USA eine Gesprächsrunde mit Vertretern aus Kiew, Moskau und der Europäischen Union vorgeschlagen. US-Außenminister John Kerry habe sich mit seinem russichen Amtskollegen auf direkte Gespräche geeinigt.
An dem Treffen sollten auch Vertreter der Europäischen Union und der Ukraine teilnehmen, teilte das US-Außenministerium am Montag mit. Details zu dem Treffen würden in den kommenden Tagen bekanntgegeben, teilte eine Sprecherin mit.

Ein Treffen könnte den Angaben zufolge innerhalb der kommenden zehn Tage stattfinden. Der genaue Termin sowie die Agenda der Gespräche müsse aber noch festgelegt werden, hieß es.

Kerry warnte Lawrow in dem Telefonat außerdem vor einer weiteren Destabilisierung der Lage in der Ukraine. Kerry habe Lawrow in dem Gespräch dazu gedrängt, sich von den „Separatisten, Saboteuren und Provokateuren“ zu distanzieren, die mehrere öffentliche Gebäude in der ehemaligen Sowjetrepublik besetzt hatten.

Proteste „sorgfältig orchestriert“

Der US-Außenminister habe außerdem deutlich gemacht, dass Washington die jüngsten Entwicklungen „mit großer Sorge“ verfolgt habe, sagte Kerrys Sprecherin Jen Psaki. Die Unruhen im ukrainischen Osten seien „keine spontanen Ereignisse“, sondern offenbar von Moskau „sorgfältig orchestriert“.

In der Stadt Donezk hatten die Besatzer des Gebäudes der Gebietsverwaltung am Montag eine souveräne Volksrepublik ausgerufen. Sie kündigten spätestens für den 11. Mai ein Referendum über einen Anschluss an Russland an - nach dem Vorbild der Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Zudem forderten die Protestierer Kremlchef Wladimir Putin auf, „Friedenssoldaten“ zu entsenden.

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USA: „Ernsthafte Eskalation“

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Keine deutschen Diplomaten auf der Krim

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  • Mr. Kerry, glauben Sie den Unfug, den Sie von sich geben eigentlich selbst noch?
    Ihre eigenen Landsleute haben die größenwahnsinnige US-Machtpolitik, die sich unter dem Deckmantel des Antiterrorkampfes zunehmend der Foltermethoden des Deutschen Reiches bedient, ganz gehörig satt. Und auch ich bin Ihrer Phrasendrescherei und Kriegspropaganda nach dem Prinzip der Deutschen Wochenschau überdrüssig.
    Sie sind drauf und dran, Ihr Land in eine faschistische Diktatur zu verwandeln! Zum weltweit größten Schlächter der Nachkriegszeit, bezogen auf den Zweiten Weltkrieg, hat es Ihre Nation ja schon gebracht. Gratulation für so viel Skrupellosigkeit.
    Wenn Sie uns Deutsche ein weiteres Mal in einen Krieg gegen Russland hetzen wollen, wird sich der Widerstand gegen Sie und Ihre Landsleute richten.
    Warum sollten wir Deutschen nicht zur Abwechslung einmal an der Seite Russlands kämpfen? Das ermöglicht für die Zukunft schon mal ein paar ganz andere Perspektiven. Denken Sie mal darüber nach.
    Nur ein Narr lässt sich für Ihre Machtspielchen missbrauchen. Leider gibt es davon noch immer zu viele. Aber die Zeit wird uns auch hiervon befreien.

  • Und was genau hat das mit 30 November 2013 zu tun?

  • @Russlanddeutscher

    Natürlich hat der russische Bär eine andere Mentalität als der American Eagle und es ist absurd die US-Maßstäbe 1:1 und sofort auf Russland zu übertragen. Dieses Experiment ist unter Jelzin grandios gescheitert. Wenn die Amerikaner nicht jede Offenheit in Russland als Schwäche ausnutzen und mit ihrer unsäglichen verdeckten Einmischung hineingrätschen würden, um das Land unter ihre Vorherrschaft zu zwingen oder mindestens ausreichend zu schwächen, gäbe es auch mehr Offenheit.

    Die Hintergünde zur Geostrategie und Russlandparanoia der Amis finden sie hier:

    http://www.hintergrund.de/20080826235/politik/welt/die-welt-als-schachbrett-der-neue-kalte-krieg-des-obama-beraters-zbigniew-brzezinski.html

    Wer dann immer noch an den Klapperstorch glaubt, wird seine Gründe dafür haben.

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