Krise in der Ukraine

Kiew wirft Russland Angriff im Süden vor

Russland will einen weiteren Hilfskonvoi ins Krisengebiet in der Ostukraine schicken. Der ukrainischen Armee zufolge schicken sie aber zunächst Panzer: Südlich von Donezk soll eine Kolonne die Grenze passiert haben.
Update: 25.08.2014 - 20:52 Uhr 52 Kommentare

Russland will neuen Konvoi in die Ukraine schicken

Moskau/KiewDie ukrainische Regierung wirft Russland die Eröffnung einer neuen Front im Krieg mit den Separatisten im Osten des Landes vor. Als Rebellen verkleidete russische Kräfte hätten mit zehn Panzern und zwei gepanzerten Mannschaftswagen im Südosten die Grenze zur Ukraine überschritten, erklärte ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte am Montag in Kiew. Diese Kräfte wollten eine zweite Front gegen die Regierungstruppen eröffnen.

Nach Angaben regierungsnaher Milizen drangen Dutzende Panzerwagen über die Grenze vor. Die Kolonne bestehe aus rund 50 Fahrzeugen, sagte ein Milizkommandeur. Sie hätten die Grenze nahe der Stadt Nowoasowsk überquert, die meisten seien auf dem Weg in den Ort Mariupol.

Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte kam es nahe Nowoasowsk zu Gefechten mit Regierungstruppen. Grenzschützer hätten die Kolonne kurz vor der Stadt aufgehalten. Der russische Konvoi habe „die Grenze verletzt“ und sei „von Grenzschützern gestoppt worden“, teilte Militärsprecher Leonid Matjuchin am Montag mit. „Die Gefechte dauern an“, fügte er hinzu, ohne weitere Details zu nennen. Damit ist die Lage nur einen Tag vor dem geplanten Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Putin und seinem ukrainischen Amtskollegen Poroschenko am Dienstag im weißrussischen Minsk angespannt.

Die Küstenstadt Mariupol in der Region Donezk liegt etwa 50 Kilometer von der ukrainisch-russischen Grenze entfernt und rund 110 Kilometer südlich der Stadt Donezk, einer Hochburg der prorussischen Separatisten. Mariupol ist ein wichtiger Standort der ukrainischen Metallindustrie. In den vergangenen Monaten befand sich die Stadt unter der Kontrolle der Regierung, die die Stadt Mitte Juni zurückerobert hatte. Das mutmaßliche Eindringen und der Beschuss könnten bedeuten, dass Einheiten die Stadt Mariupol am Schwarzen Meer ins Visier nehmen. Lyssenko sagte zwar, in Mariupol gebe es genügend Verteidiger, die jeden Angriff ungebetener Gäste zurückschlagen könnten, sollte es in der Gegend aber tatsächlich zu Kämpfen kommen, wäre die ukrainische Armee möglicherweise gezwungen, Soldaten aus den besonders umkämpften Städten Lugansk und Donezk in den Süden zu verlegen. Die örtlichen Behörden riefen am Montag zur Ruhe auf.

Bereits Mitte August hatten westliche Journalisten berichtet, sie hätten einen russischen Militärkonvoi beim Eindringen in die Ukraine beobachtet. Später erklärte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, die meisten Fahrzeuge seien zerstört worden. Russland erklärte damals, kein russischer Militärkonvoi habe die Grenze überquert.

In der Ostukraine liefern sich die Armee und prorussische Separatisten seit Monaten heftige Kämpfe. Zuletzt hatte Russland gegen den Willen der Regierung in Kiew einen Hilfskonvoi in die Ukraine geschickt, wo prorussische Rebellen die Städte Lugansk und Donezk unter Kontrolle haben. Russland will nach der umstrittenen Aktion vom Wochenende nun einen zweiten Hilfskonvoi in die Ostukraine schicken. Außenminister Sergej Lawrow teilte am Montag mit, die ukrainische Regierung sei darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die zweite Lkw-Kolonne in den kommenden Tagen dieselbe Route benutzen werde wie der erste Konvoi.

Dieser war ohne Genehmigung Kiews am Freitag nach Lugansk gefahren. Die Ukraine kritisierte dies als „direkte Invasion“, griff den Konvoi aber nicht an. Auch die USA, die EU und die Nato verurteilten die Aktion. Kiew äußerte mehrfach den Verdacht, der Konvoi diene der Versorgung der prorussischen Rebellen, die in den vergangenen Wochen von der ukrainischen Armee zurückgedrängt worden waren. Am Samstag kehrten die mehr als 200 weißen Lkw nach Russland zurück.

Zu wenig Interesse an MH17?
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52 Kommentare zu "Krise in der Ukraine: Kiew wirft Russland Angriff im Süden vor"

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  • Das Lügen-Kartell des Westens

    Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, dass ausgerechnet Russland eine lückenlose Aufklärung der Absturzursache von MH17 verlangt.

    Doch der Westen schweigt und vertuscht. Blackbox Inhalte werden nicht veröffentlicht, die Trümmer der Boeing liegen immer noch an der Absturzstelle herum, und die westliche Marionettenregierung in Kiew rückt die Fluglotsengespräche nicht raus.

    Mehr als fünf Wochen nach dem mutmaßlichen Abschuss der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine hat Russland ein abnehmendes Interesse an dem Fall kritisiert.
    "Wir versuchen als einzige, die Aufmerksamkeit auf dieses ernste Problem zu lenken", sagte Außenminister Sergej Lawrow bei einer Pressekonferenz am Montag in Moskau.

    Nach all den Vorwürfen gegen Russland und die Aufständischen mache "niemand mehr den Mund auf", sagte er. Russland werde weiter nach der Wahrheit suchen. Separatistenführer Andrej Purgin sagte, die Wrackteile lägen weiterhin an der Absturzstelle bei Grabowo herum.
    "Niemand sammelt sie ein. Offenbar braucht sie niemand mehr", kritisierte Purgin der Agentur Interfax zufolge. Die internationalen "Experten" seien schon lange nicht mehr auf dem Trümmerfeld gewesen.

    "Niemand erklärt uns, warum die Auswertungen der Blackbox nicht veröffentlicht werden kann", so Lawrow weiter. Er verlangte auch Antwort auf die Frage, warum die Ukraine die Fluglotsengespräche mit der Unglücksmaschine nicht veröffentlicht.

    Ebenso hüllte sich die ICAO (International Civil Aviation Organisation, UN) in Schweigen.

    Der russische Außenminster forderte auf einer internationalen Pressekonferenz gestern in Moskau, dass die Umstände des Absturzes von MH17 lückenlos aufgeklärt werden müssten und verneinte erneut jegliche Beteiligung Russlands oder der Separatisten. Obwohl die Pressekonferenz auch im russischen Fernsehen übertragen wurde, fand sie in den westlichen Medien keinerlei Resonanz.

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

  • @Deli Delinix

    Siehe Bericht und Foto des The Guardian

    Schon vergessen???

    Bericht des Separatistenführers über Waffenlieferung und Menpower aus Russland.

    Auch vergessen???

    Schönen Tag noch.

  • Als "braver" und naiver deutscher Bürger dachte ich bis vor kurzem, unsere Medien sind weitestgehend seriös und glaubhaft.
    Eines besseren wurde ich belehrt, als ich intensiv die Berichterstattung seit November 13 über die Maidan Bewegung und den letztendlich erzwungenen Rücktritt von Janukowitsch verfolgte.
    Niemals zuvor wurde mir derart bewusst gemacht, wie Medien die offensichtlich gleichgeschalten sind mit einer flächendeckenden Propaganda und einer Russland Hetze agieren die seinesgleichen sucht.
    Da werden permanent Fakten verdreht oder erfunden (Maidan Massaker, MH17, die abgeschossenen russischen Phantom Panzer).
    Gottseidank hab ich meinen gesunden Menschenverstand behalten und kann 1+1 zusammenzählen.

  • @ Herr Dieter LUITPOLD
    Ich denke nicht, dass wir uns auf unsere Wut im Bauch beschränken sollten. Nutzen Sie am besten ihre Wut richtig aus – sie ist ein Energiespender.
    Sie brauchen diese Wut, um sich endlich wehren zu können.
    NOCH haben wir ja einige demokratische Möglichkeiten. Diese sollten wir wenigstens benutzen, anstatt nur herum zu jammern.
    Wählen Sie bei der nächsten Gelegenheit eine Partei, die mit dieser Art EU aufräumen will und zwar auch dann, wenn Ihnen nicht alle Programmpunkte dieser Partei gefallen. Setzen Sie Prioritäten.
    Wenn SIE und ICH und ganz viele andere genauso handeln, dann werden wir immer mehr. Wir können dann für die Rückkehr der Rechte unseres Parlaments sorgen und somit wieder mehr Kontrolle über die Regierung ausüben, ganz so, wie unser GG es vorsieht. Auch können wir dafür sorgen, dass Abgeordnete keine Nebenbeschäftigung bzw. keinen Nebenerwerb ausüben dürfen. Schließlich sind sie nur dafür da, UNS zu vertreten – nicht mehr und nicht weniger.
    Mit der Abschaffung von Minijobs und Zeitarbeit sowie einer strengeren Zuwanderungsregelung hätten wir auch wieder mehr Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt – und zwar auch auf der Arbeitgeberseite.
    Sie sehen, wozu Ihre Wut da sein könnte.
    Seien Sie bitte SEHR wütend!

  • Fotos gibt es natürlich keine.
    Und auch Satellitenaufnahmen existieren nicht – und das trotz allerbester Überwachung 24 Std. am Tag.
    Dabei könnte sich der Fotograf mit einer solchen Aufnahme mächtig PROFILIEREN. Sein Bild könnte er an alle Agenturen für teuer Geld verkaufen.
    Was sagt uns das?
    Schon wieder alles erlogen und erstunken. Den Kiewer Nazis gehen langsam die Argumente aus. Die Lügen waren auch schon mal besser.
    Aber was braucht man auch Argumente, wenn es GELD gibt. Aus der EU und aus Deutschland – mal eben freihändig vergeben, ohne parlamentarische Zustimmung. Eine halbe MILLIARDE. Aber was ist das schon in Zeiten, wo wir die Rettungsmilliarden nur so raushauen und Draghi einfach nachdruckt.
    ...Wer hat noch nicht, wer will noch mal!!

    WEM fällt es überhaupt noch auf: „...hätte... könnte... vermutlich.... wahrscheinlich... wäre... allem Anschein nach... offenbar... angeblich... will gesehen haben... .
    Unsere Journalisten sind sehr kreativ, wenn es um die Verschleierung von Tatsachen geht.
    Tatsache ist nämlich, dass es bisher keine Beweise für eine Einmischung Russlands gegeben hat. Keine Fotos, keine neutralen, belastbaren Augenzeugen. Keine Satellitenaufklärung. Einfach NICHTS.
    Es gibt nur den festen Willen, Russland für ein Desaster verantwortlich zu machen, dass die USA und die EU absichtlich angezettelt haben.
    Die USA müssen ihren Dollar retten, es droht der Verlust als Leitwährung. Nur ein Krieg kann helfen – am besten mit Russland und am besten in Europa.

  • Monsanto wurde im Vietnamkrieg durch das Entlaubungsmittel Agent Orange reich und bekannt.
    Jetzt geht es nicht mehr nur um Fracking Öl jetzt geht es vor allem darum über das Freihandelsabkommen genmanipuliertes Saatgut auf die Felder der Ukraine zu bekommen, die schon immer die Kornkammer Europas gewesen ist. Ein Saatgut was jedes Jahr neu gekauft werden muss; natürlich bei Monsanto, weil der genetische Code der Reproduzierbarkeit durch Aufbewahren eines Teiles der Ernte als Saatgut für das nächste Jahr, gezielt aus Gewinnmaximierungsgründen, zerstörrt wurde. Das sind doch tolle Aussichten für Europa nicht wahr.

  • @Frau Wil Fried
    "Sie geben hier einen Müll von sich, der weit unter jeder Gürtellinie liegt!"

    Ich gebe Ihnen Recht, der Herr net shadow hat definitiv nen "Schatten"!

  • @Herr Michael Rensler
    Über die wahren Motive Moskaus mache ich mir auch keine Illusionen, zumal ich eben kein Anhänger Putins bin. Der große Unterschied ist aber, die Interessen der Menschen in der Ostukraine werden von Moskau eher berücksichtigt. Allerdings ist es auch richtig, die Interessen der Ostukrainer würden tatsächlich kein Gehör in Moskau finden, wenn es nicht auch maßgeblich um die Mitte letzten Jahres entdeckten gewaltigen Gasreserven in der Ostukraine ginge. Diese gebundenen und nur durch das Frackingverfahren zu fördernden Gasreserven sind geeignet Russland für wenigstens zwei Jahrzehnte von der Belieferung nach Europa abzuschneiden. Diese Tatsache und der wirtschaftliche Riesenschaden würde die russischen Oligarchen auf die Barrikaden und an die wärmende Brust der angloamerikanischen Finanzoligarchen treiben.

    Kann ich als normaler westlicher Bürger ein Interesse an einem weiteren gigantischen Machtzuwachs dieser westlichen Finanzoligarchie haben oder sollte sich die ganze Welt davor fürchten?! Der feudale Westen braucht die Kontrolle nicht nur über die USA, EU und Japan, sondern, in dem spätestens in drei Jahrzehnten aufflammenden Machtkampf mit Chinas Eliten, ebenso den Vasallen Russland plus Anrainerstaaten unter ihrer Kontrolle. Was blüht eigentlich jedem Weltbürger, wenn eine kleine Elite alle Macht auf diesem Globus auf sich vereinigen kann?! Es wäre wohl zumindest völlig naiv davon auszugehen, dass dann paradiesische Verhältnisse für alle Menschen entstehen würden. Es wäre ein Novum in der gesamten Menschheitsgeschichte, wenn eine allmächtige Elite das zuließe!

  • Von der Presse werden dauerhaft Rechts- bzw. Gesetzesverstöße begangen.Nachfolgend ein Auszug aus dem Pressegesetz von Nord-Rhein-Westfalen! In Baden-Württemberg gleich lautend ! Presserecht ist Landesrecht.


    § 6
    Sorgfaltspflicht der Presse

    "Die Presse hat alle Nachrichten vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Inhalt, Herkunft und Wahrheit zu prüfen".


    Wo wurde was je geprüft ??? Welcher Chefredakteur ist je seinen gesetzmäßigen Pflichten nachgekommen ?? Es wird vielmehr nur blindslings gehetzt - und das jeden Tag !! Das noch kein findiger Rechtsanwalt, der sich einen Namen machen will, geklagt hat, wundert mich !!

    Gegen Richtigstellung und Unterlassung kann wohl niemand klagen, möglicherweise der russische Botschafter in Deutschland !

    Bevor noch überhaupt Untersuchungen bezüglich des Abschusses der MH-17 aufgenommen wurden, hat der Großteil der deutschen Presse Russland die Schuld in die Schuhe geschoben - siehe auch die Sanktionen. Ohne Prüfung und Beweise !! Es ist äußerst bedenklich, wenn sich schon die Presse nicht an Recht und Gesetz hält.

  • Sie geben hier einen Müll von sich, der weit unter jeder Gürtellinie liegt!

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