Krise in der Ukraine: Nato und Russland starten Großmanöver

Krise in der Ukraine
Nato und Russland starten Großmanöver

Russland beginnt ein militärisches Großmanöver mit über 2000 Soldaten und bindet auch die Krim mit ein. Die Nato antwortet und lässt ebenfalls zur Übung aufmarschieren – als „Botschaft der Beruhigung“.
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Moskau/KiewAls Reaktion auf die Krise in der Ukraine haben sowohl Russland als auch die Nato Großmanöver in der Region gestartet. Rund 2000 russische Soldaten seien bis zum 10. April an Flugabwehrübungen beteiligt, teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Moskau mit. Davon betroffen sei auch die von Russland annektierte Halbinsel Krim.

Die Nato begann eigene Gefechtsübungen im Schwarzen Meer, bei dem es nach Angaben eines Sprechers um den Schutz vor Luft- und U-Boot-Angriffen geht. Das ukrainische Parlament gab derweil grünes Licht für einen Vorstoß von Präsident Petro Poroschenko, die Obergrenze der im Kampf gegen die pro-russischen Separatisten eingesetzten Soldaten um ein Drittel auf 250.000 Mann zu erhöhen.

Das russische Manöver findet nach Regierungsangaben vor allem im Süden Russlands sowie im Nordkaukasus-Distrikt statt. Aber auch die Krim sowie Militärstützpunkte in Armenien und Georgien würden einbezogen. Die Nato sandte ihrerseits eine Flotte ins Schwarze Meer, die gemeinsam mit Schiffen der bulgarischen, rumänischen und türkischen Marine trainieren soll.

Der Einsatz solle eine Botschaft der Beruhigung an die Verbündeten in der Region senden, sagte ein Sprecher des westlichen Militärbündnisses. Der stellvertretende russische Verteidigungsminister Anatoli Antonow warf den Nato-Staaten dagegen vor, die Situation im Südosten der Ukraine als Vorwand zu nutzen, um sich näher an Russlands Grenzen heranzubewegen.

Die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland sind wegen der Ukraine-Krise äußerst angespannt. Dort gilt seit Februar eine Waffenruhe, die jedoch brüchig ist. Erneut beschuldigten sich beide Seiten am Donnerstag, das Abkommen von Minsk gebrochen zu haben.

Innerhalb von 24 Stunden kam nach offiziellen Angaben mindestens ein ukrainischer Soldat ums Leben, ein weiterer wurde verletzt. Ein Berater des ukrainischen Innenministeriums sagte, die Rebellen nutzten die Zeit, um ihre Truppen in der Nähe der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol zu verstärken.

Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten mit eigenen Soldaten und militärischem Gerät zu unterstützen. Russland bestreitet dies. Die Regierung in Moskau wirft wiederum dem Westen vor, er wolle seinen Einflussbereich ausdehnen.

Besorgt äußerte sich die Moskauer Regierung über die anhaltende Debatte in den USA über Waffenlieferungen an die Ukraine. "Die russisch-amerikanischen Beziehungen werden einen kolossalen Schaden erleiden, wenn die Menschen im Donbass mit amerikanischen Waffen getötet werden", warnte ein Sprecher des Außenministeriums. Donbass bezeichnet das Gebiet im Osten der Ukraine um die Stadt Donezk.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Krise in der Ukraine: Nato und Russland starten Großmanöver"

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  • Die NATO trainiert da nur auf Bedarf, damit nicht ein russischer Urlaubsdampfer der Alligator-Klasse oder Ropucha-Klasse (Landungsschiffe) in Mariupol anlanden.

  • Machen wir uns nichts vor...

    wenn Russland die volle Ukraine einnehmen wird...

    dann wird weder Europa noch die NATO sich für die Ukraine ins Feuer legen !

    Der Europäer ist nicht nur Pleite um sich ein derartiger Krieg zu erlauben...

    nicht einmal Deutschland hat Marine-Hubschrauber, Grossraum-Transport-Flugzeuge und auch nicht motivierte Soldaten...

    sondern die Ukraine würde den Geldeinsatz für die EU nicht wieder einbringen.

    Heute geht es mehr den je um : " Welchen nutzen bringt mir den Einsatz ein ? "


  • Das HB schreibt "Nato und Russland starten Großmanöver".

    Heisst das im Klartext Russland startet erst mal mit 2000 Mann, die Nato erhöht ihre Manöverstärke auf 3000 Mann und dann machen beide Lager noch eine Null dran? Oder bleibt es bei den 2000 Mann?

    Unter einem Großmanöver habe ich bisher etwas anderes verstanden.

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