Krise in der Ukraine
„Putin hat einen Napoleon-Komplex“– „Stimmt nicht!“

Russische Truppen sollen die Grenze der Ukraine verletzt haben. In der Handelsblatt Redaktion streiten Irina aus Kiew und Pavel aus Sankt Petersburg über Kriegstreiberei, den Sinn von Sanktionen und Putins Machtkomplex.
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Düsseldorf.Irina Jablonowska (53) und Pavel Kanovich (40) sitzen sich bei Handelsblatt Online schräg gegenüber. Die eine ist für Grafiken zuständig und kommt aus Kiew in der Ukraine. Der andere ist unser Bildredakteur und kommt aus Sankt Petersburg in Russland. Das stört beide wenig. Denn meistens sind sie einer Meinung. Nur manchmal streiten sie sich über den Computer hinweg. Und fallen sich ins Wort. Zum Beispiel, wenn es um Putin geht. Oder um die Grenzen der Ukraine. Doch bei einem sind sie sich einig: Dass es nur eine Lösung für den Krieg in der Ukraine gibt.

Wie ist die Stimmung in Russland?
Pavel: Ich war vor zwei Monaten in Sankt Petersburg. Wenn du ins Café gehst, sitzen die Menschen dort und gucken fern. Im Fernsehen wird erzählt, wie die Ukrainer angeblich den armen russischen Kindern und Frauen die Köpfe abschneiden. Es herrscht Kriegsstimmung, die vom staatlichen Fernsehen noch aufgeheizt wird. Und für viele ist das staatliche Fernsehen eine Autorität. Auch Menschen, von denen ich dachte, das sind die Intellektuellen, die sich über Politik und Wirtschaft auf dem Laufenden halten, werden von diesen Parolen überzeugt.

Welche Parolen?
Pavel: Dass die Amerikaner, dass die Nato der Feind Nummer eins ist. Natürlich hat sich die Nato in den vergangenen zehn Jahren auch in Richtung Russland ausgebreitet. Doch dort wird daraus gemacht: Wir sind umzingelt von Menschen, die unser Land erobern wollen. Theoretisch ist unsere Staatsform demokratisch und amerikanische Werte gelten nicht als schlecht. Aber es wird den Russen immer eingeredet, dass die Amerikaner...
Irina: ...die Amerikaner uns was antun wollen.

Wie ist die Stimmung in der Ukraine?
Irina: Ich war vor zwei Wochen dort. Wenn du in Kiew herumläufst, dann merkst du gar nichts von der angespannten Lage. Aber wenn du zuhörst, worüber die Menschen sprechen, dann gibt es nur ein Thema: Was im Umland passiert. Die Menschen sind so politisiert, die können über nichts anderes sprechen.

Gibt es in der Ukraine auch diese Propaganda?
Irina: Ich finde, in der Ukraine ist es objektiver. Die Ukrainer haben sehr spät begriffen, dass Medien eine Waffe sein können. Die Russen haben das von Anfang an genutzt. Auch deshalb gibt es nun die Brennpunkte in der Ostukraine, weil es dort mehr als 90 Prozent russischsprachige Fernsehsender gibt. Deren Sendungen haben immer propagiert: Sie (die russischstämmigen Ukrainer) können hier (in der Ukraine) nicht russisch sprechen, Ukrainer sind Menschen zweiter Klasse, wir schützen unsere Landsleute.

Ist das Krieg in der Ostukraine?
Irina: Alle sagen das, aber offiziell steht es nirgendwo. Aber das ist ein Krieg, die Menschen sterben jeden Tag.
Pavel: Ja, das ist Krieg. Das ist das, was Russland kann.

Wie meinst du das?
Pavel: Alle Kinder wachsen mit Büchern, Filmen und Geschichten auf. In Russland werden im Kindergarten und in der Schule keine Sankt-Martins-Geschichten erzählt. In Russland gibt es keine Geschichten über das Teilen des Mantels mit einem Penner. Alle unsere Kinderhelden sind Kriegshelden.
Irina: Als Kinder haben wir sehr gerne Krieg gespielt. Der Zweite Weltkrieg war unser liebstes Spiel.
Pavel: Das Beste, was du machen kannst, ist dass du dein Leben für dein Land opferst. Das haben wir als Kinder gelernt. Und das ist heute bei vielen nicht aus den Köpfen zu kriegen.

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  • Wer stoppt die Propaganda?

    NATO-Falschmeldung: 1000 Russen in Ukraine

    Bei den Falschmeldungen des heutigen Tages legt die NATO noch eins drauf und spricht von 1000 Russen, die in die Ukraine eingefallen sind. Die Meldung wurde sofort via Bloomberg und Reuters vom Mainstream in die Massen gedrückt. Russland dementiert alle Berichte über einen Einmarsch.

    SPIEGEL: Tausend russische Soldaten laut Nato in der Ukraine

    Russische Stellungnahme via Ria Novosti:

    Die Volkswehr der nicht anerkannten „Donezker Volksrepublik“ im Osten der Ukraine hat die Behauptung des ukrainischen Staatschefs Pjotr Poroschenko über einen russischen Truppeneinmarsch als falsch zurückgewiesen.

    „In Noworossija („Neurussland“ – Red.) gibt es keine russischen Truppen“, sagte ein Stabssprecher der Volkswehr am Donnerstag zu RIA Novosti. Laut DVR-Premierminister Alexander Sachartschenko reden die Führung in Kiew und Politiker im Westen immer wieder von einer russischen „Invasion“, um damit die „schweren Verluste der ukrainischen Truppen“ bei den Kämpfen mit der Volkswehr zu erklären.

    Poroschenko hatte am Donnerstag behauptet, dass eine russische Militär-Invasion in die Ukraine begonnen habe. Russland hat dies bereits als falsch zurückgewiesen.

    Die Krisenherde brodeln weiterhin, der Konflikt um die Ukraine bestimmen die Schlagzeilen.

    Auch diesmal ist das erste Opfer des Krieges mal wieder die Wahrheit, doch was steckt wirklich dahinter?

    Wer steckt hinter der Lügenpropaganda der Medien?

    Bei aktuellen Konflikten, kann man anhand der Berichterstattung der etablierten Medien sehr schön erkennen, dass diese nichts weiter sind, als Lokalausgaben der Nato-Pressestelle.

    Parallel gibt es immer mehr Demonstrationen – wie z.B. die Montagsmahnwachen – die in mittlerweile über 100 deutschen Städten stattfinden, worüber so gut wie nichts in den Mainstreammedien berichtet wird!

    Unter dem Slogan: „Stoppt die Kriegspropaganda – Empört euch jetzt!“ wurde z.B. vor dem Gebäude des Spiegels demonstriert.

  • Die Propagandaabteilungen in Moskau und St.-Peterburg arbeiten in den deutschen Foren jetzt auf Hochtouren. Erinnert an die gute alte UdSSR, die der Ex-KGBler Putin so schmerzlich vermisst und die er wieder zu neuem Leben erwecken will. Ja ja, Tovarischi, die guten alten Zeiten.

  • Wollen die Anunnakis ( Siehe David Icke ) einen 3. Weltkrieg?

    Wir befinden uns seit 2009 inmitten eines gewaltigen Wirtschafts- und Währungskriegs.

    Von den Massenmedien totgeschwiegen, stehen sich das westliche Bankenkartell um die private Fed und die aufstrebenden Nationen um die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) gegenüber.

    China & Russland fordern ein Ende der Dollar-Herrschaft und die Einführung einer neuen, durch Gold gedeckten Weltleitwährung.

    Das westliche Bankenkartell versucht indes mit allen Mitteln ( inkl. Krieg ), seinen sterbenden Fed-Dollar lange genug am Leben zu erhalten, um zwischenzeitlich wieder eine eigene, neue Weltwährung etablieren zu können.

    Die USA ist im freien Fall und dabei ihre Weltherrschaft an China & Russland abzutreten.
    Unter diesem Gesichtspunkt sind unter anderen der Syrien- und der Ukrainekonflikt zu sehen.

    Die USA tauschen seit Jahren weltweit wertvolle Rohstoffe gegen „wertlose“ Dollar!

    Mit ihrer Weltährung Dollar musste jedes Land im internationalen Zahlungsverkehr sich Rohstoffe bezahlen lassen und die private FED konnte dafür ohne Ende bunte Papierdollar drucken.

    Gegen die Länder, die in der Vergangenheit nicht an diesem "Spiel" teilhaben wollten, sondern ihre Rohstoffe für andere Währungen weggaben, wurde ein Krieg inszeniert (Irak, Libyen, etc. und jetzt Russland).

    In der Tat besteht derzeit eine Gefahr, dass ein 3. Weltkrieg sich an den aktuellen Konflikten entzünden könnte. In der Jelzin-Ära war Washington in Russland schon fast am Ziel gewesen, da sie über Beteiligungen an den Schlüsselindustrien wie Öl und Gas, aber auch den Medien, schon einen großen Profit aus dem Land gezogen hatten.

    Das änderte sich als Putin an die Macht kam.

    Er bekämpfte das alte System.

    Aus diesem Grund ist Putin den USA bzw. deren Regierungen ein Dorn im Auge und wird deswegen in den Medien verteufelt.

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

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