Krise in der Ukraine
Russische Militärausbildung in der Ostukraine

Ausbildung von Russlands Gnaden: Seit Monaten beklagt der Westen Russlands Militärpräsenz in der Ukraine. Inzwischen sind dort offenbar weniger Kampftruppen als Militärausbilder. Die sollen die Separatisten fit machen.
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JankiejeweInfanteriemanöver von Separatisten in der Ostukraine. Umringt von Bodyguards inspiziert ein hoher Gast die Truppen. „Der General ist sehr zufrieden“, versichert Rebellenkommandeur Ostap Tscherny seinen Männern. Doch plötzlich wird der Besucher nervös, als er zwei Journalisten auf sich zukommen sieht.

Hektisch schirmt ihn seine Entourage ab und schiebt den „General“ in einen schwarzen Toyota-Geländewagen ohne Nummernschilder. Und schon rauscht seine Wagenkolonne davon.

Bei dem mysteriösen Gast auf dem von AP-Reportern besuchten Trainingsgelände der Rebellen in Jenakiejewe handelt es sich fast sicher um einen russischen Offizier. Ein Jahr nach Beginn der Kämpfe in der Ostukraine ist die russische Präsenz dort kaum zu übersehen.

Interviews mit Dutzenden Separatisten zeigen auch, dass russische Kräfte in der Vergangenheit einige wichtige Offensiven der Rebellen mit angeführt haben. Seit dem Waffenstillstand von Minsk hat Russland offenbar weniger eigene Soldaten in der Region und setzt eher auf Training der Rebellen. Nach Schätzung der Nato sind Hunderte russische Militärausbilder in der Ostukraine.

Über die russische Beteiligung an dem Konflikt mit inzwischen mindestens 6000 Toten tobt von Anfang an auch ein Krieg der Worte. Der Westen beschuldigt Moskau, Tausende eigene Soldaten ins westliche Nachbarland geschickt zu haben. Der Kreml bestreitet das vehement und versichert, man habe auch keine Waffen geschickt. Lediglich russische Freiwillige sollen auf eigene Verantwortung ins Kriegsgebiet gereist sein.

Vor Ort finden sich zumindest Indizien. Auf dem Höhepunkte der Kämpfe beobachteten AP-Reporter an manchen Tagen bis zu 80 gepanzerte Fahrzeuge, die meist aus Richtung der russischen Grenze kamen. Und separatistische Kämpfer räumen in Interviews recht freimütig ein, dass sie Kleidung und Munition aus Russland beziehen.

„Ja, unsere Brüder helfen uns - Sie wissen schon, wer“, sagt ein Rebell mit dem Kampfnamen Taitscha an einem Kontrollpunkt in der Nähe des Orts Krasny Luch. Zur Eroberung des Orts Debaltsewe am 19. Februar sagt der Kämpfer Andrej: „Unsere Freunde haben uns geholfen.“ Und Separatist Alexej wird noch deutlicher: „Ich will das nicht verbergen: Russen waren hier. Sie gingen rasch hinein und verschwanden schnell wieder.“

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„Warum habt ihr das Feuer eröffnet?“

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