Krise in der Ukraine
Russland erhebt Vorwürfe gegen den Westen

Die Armee der Ukraine kämpft im Osten des Landes gegen prorussische Rebellen. Die Konflikte flammen trotz Minsker Abkommen immer wieder auf. Russland sieht die Schuld bei Kiew und im Westen.
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New YorkRussland hat dem Westen eine Mitschuld an den jüngsten Gewaltexzessen im Kriegsgebiet Ostukraine gegeben. Die westlichen Staaten würden nicht nur Waffen, darunter Panzertechnik, in die Ukraine liefern, sagte der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin der Agentur Interfax zufolge am Freitag in New York. Es würden auch Hunderte Militärausbilder geschickt, um ukrainische Soldaten für die Kämpfe auszubilden. Die Ukraine setzt auf Instrukteure aus den USA, Großbritannien, Polen und Kanada.

Die Lage im Donbass drohe „außer Kontrolle zu geraten – mit unvorhersehbaren Folgen“, sagte Tschurkin bei einer Sitzung des Sicherheitsrates. Er forderte die EU und die USA auf, Druck auf die Ukraine auszuüben, den Mitte Februar in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbarten Friedensplan umzusetzen.

Russland sei verwundert, dass der „gewöhnlich so von humanitären Themen angetane“ Westen angesichts der Katastrophe im Donbass keine Reaktion zeige, sagte Tschurkin. Er sprach auch von einer Vielzahl von Söldnern und privaten Kampfverbänden im Kriegsgebiet. Die Ukraine wiederum wirft Russland vor, die Aufständischen im Donbass mit Waffen und Personal auszustatten. Moskau bestreitet dies.

Auch der Chef des OSZE-Einsatzes in der Ukraine, Alexander Hug, sprach am Freitag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York von einer signifikanten Verschlechterung der Sicherheitslage. Besonders hart treffe es die Bevölkerung. „Beide Seiten bauen ihre Militärstellungen in und um zivilen Einrichtungen herum auf“, berichtete Hug in der Dringlichkeitssitzung des Rates. Dadurch werde auch das Eigentum und die Existenzgrundlage der Zivilbevölkerung zerstört.

Die Armee der Ukraine kämpft im Osten des Landes gegen prorussische Rebellen. Ein in Minsk geschlossenes Abkommen hatte vier Monate lang zu einer Beruhigung der Lage geführt. Allerdings sind die Kämpfe in den vergangenen Tagen wieder aufgeflammt. Der Westen macht dafür die Rebellen verantwortlich, während Russland die Schuld bei der Regierung in Kiew sieht. Vorwürfe eines direkten Eingreifens in die Kämpfe weist Russland zurück. Die Lage in der Ostukraine wird auch Thema bei dem am Sonntag beginnenden G7-Gipfel im bayerischen Elmau sein.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Als die Engländer die Falkland überfielen um ihre Landsleute zu befreien , die keine Argentinier werden wollten , waren alle im WEsten Stolz. Die Falkland gehören aber zu Argentinien geraubt von England, wie viele andere Länder und Inseln auch.

    Hört auf die Russen, die noch keinen Krieg angefangen haben immer als Agressor zu bezeichnen. Die Frechheit von Özdemir Putin mit seinem Landsmann Erdogan zu vergleichen ist ebenfalls ungeheuerlich. Putin wollte keinen Völkermord wie Erdogan über seine Freunde die IS an den Kurden und Putin baut keine Paläste , er hat sie geerbt. Putin wird auch behandelt wie Nordkoreas Kim und Erdogan wird dagegen hoffiert , nur weil hier bei uns eine Armee von 5 Millionen Türken im Land steht.

    Aber Deutsche Bürger sind eine Mundtote Gemeinschaft .politische Kellerkinder.

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