Krise in der Ukraine
Russland verlangt Milliarden für Gas

Nach der Aushandlung eines „Winterpaket“ für Gaslieferungen an die Ukraine gibt es nun neuen Ärger: Der russische Staatskonzern Gazprom verlangt zunächst die Begleichung alter Rechnungen über rund 2 Milliarden Dollar.
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MoskauRussland hat im Streit um offene Gasrechnungen der krisengeschüttelten Ukraine 2,44 Milliarden US-Dollar Schulden eingefordert. Der staatliche Monopolist Gazprom habe dem ukrainischen Energiekonzern Naftogaz eine Zahlungsaufforderung geschickt, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller am Dienstag in Moskau Agenturen zufolge.

Die Ukraine hatte bis Ende vergangenen Jahres eine Teilschuld für alte Rechnungen in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar (etwa 2,7 Milliarden Euro) beglichen. Dies war eine Bedingung für neue Gaslieferungen in den Monaten November 2014 bis Ende März 2015.

Bei zähen Verhandlungen in Brüssel hatten sich Kiew und Moskau Ende Oktober auf ein „Winterpaket“ geeinigt, das auch einen Sonderpreis von zunächst 378 Dollar (326 Euro) je 1000 Kubikmeter Gas vorsieht. Für die Monate Januar bis März soll der Preis Berichten zufolge zwischen 340 und 360 Dollar liegen. „Diese Vereinbarungen können nur erfüllt werden, wenn die Schulden beglichen werden“, meinte Regierungschef Dmitri Medwedew.

Zudem teilten Medwedew und Miller mit, der Sonderpreis laufe zum 1. April aus. Moskau sei jedoch zu neuen Gesprächen mit Kiew bereit.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich verstehe Ihre Logik nicht. Wieso soll ein Unternehmen nicht auf die Bezahlung der von ihm gelieferten Ware bestehen?
    Wieso soll Gazprom bei so einem Kunden auch noch Risiken eingehen und entgegenkommen, erst recht, wenn man bedenkt wie Kiew gegen die Russen hetzt.

  • Zur Überschrift:

    "Krise in der Ukraine, Russland verlangt Milliarden für Gas",

    wäre es etwas eindeutiger wenn es hieße "für geliefertes".

    Man meint sonst, es wäre unanständig für eine Leistung etwas zu verlangen, was vertraglich vereinbart ist oder für etwas was überhaupt nicht zuträfe wie:

    "Krise in der Ukraine, Russland verlangt Milliarden für Himbeeren".


  • Wie heißt es doch, "wenn nicht jetzt, wann dann?"

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