Krise in der Ukraine
Sanktionen ja – Militäraktionen nein

Kiew und die Nato melden ein direktes Eingreifen russischer Soldaten in der Ostukraine. Während Moskau dementiert und die Ukraine sich moderat wappnet, schließt US-Präsident Barack Obama eine Militäraktion aus.
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Washington, Kiew, BrüsselDie USA werden nach Angaben von Präsident Barack Obama nicht militärisch in der Ukraine eingreifen. Zur Begründung führte Obama am Donnerstag in Washington an, dass die Ukraine nicht Mitglied der Nato sei. Der US-Präsident äußerte sich nach einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Dabei waren sich beide Politiker einig, dass das russische Vorgehen in der Ukraine „nicht folgenlos bleiben“ dürfe.

„Wir werden keine militärischen Aktionen unternehmen, um das Ukraine-Problem zu lösen“, sagte Obama vor Journalisten im Weißen Haus. „Die Ukraine ist kein Mitgliedsstaat der Nato.“ Die USA seien jedoch zu Militäraktionen bereit, sollten Nato-Mitgliedstaaten in Osteuropa angegriffen werden, betonte der US-Präsident. Washington werde seinen Bündnis-Verpflichtungen nachkommen und jedes Mitglied des Atlantischen Bündnisses „sehr ernsthaft verteidigen“.

Wegen der jüngsten Eskalation im Ukraine-Konflikt kommen am Freitag die Botschafter der Nato-Länder in Brüssel zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Das US-Verteidigungsministeriums teilte seinerseits mit, dass im Oktober Kampfpanzer und etwa 600 Soldaten zu einer Militärübung nach Polen und in die Staaten des Baltikums geschickt werden.


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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko warf Moskau offen „eine Intervention russischer Streitkräfte in der Ukraine“ vor. Die Lage im Grenzgebiet habe sich „extrem verschärft“, erklärte Poroschenko in Kiew. „Ich habe einen Besuch in der Türkei abgesagt (...) Der Platz des Präsidenten ist heute in Kiew.“ Grundsätzlich hätten die ukrainischen Truppen die Lage aber unter Kontrolle.

Die Nato veröffentlichte in Mons Satellitenbilder, die ihre Einschätzung belegen sollen. Seit Wochen wirft die Ukraine dem Nachbarn vor, militärisch in den Konflikt einzugreifen. Dies war von Moskau stets dementiert worden. Russland sei nicht an einer Entsendung von Truppen interessiert, sagte der russische OSZE-Vertreter Andrej Kelin in Wien.

Man habe festgestellt, dass „große Mengen hochmoderner Waffen einschließlich Luftabwehrsystemen, Panzern und gepanzerten Fahrzeugen den Separatisten in der Ostukraine übergeben wurden“, teilte ein Nato-General im belgischen Mons mit.

Die Nato sprach zudem von „deutlich mehr als 1000 russischen Soldaten“, die innerhalb der Ukraine operierten. „Das ist eine eher konservative Schätzung“. Die Russen seien Ratgeber der Separatisten und befänden sich „bis zu 50 Kilometer innerhalb ukrainischen Gebiets“. Im russischen Grenzgebiet zur Ukraine seien schätzungsweise rund 20.000 Soldaten stationiert. „Das ist eine Invasionsarmee“, sagte ein Nato-Offizier.

Kommentare zu " Krise in der Ukraine: Sanktionen ja – Militäraktionen nein"

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  • @Frau Wil Fried
    Was Sie meinen und glauben ist völlig irrelevant, die meisten Menschen in Deutschland finden es fantastisch das den abgesandten des angloamerikanischen Finanzkapitals in Kiew, den ukrainischen Oligarchen und ihren helfenden Nazischergen von den Russen der Arsch weggetreten wird. Ihre verlogenen moralinsauren Ergüsse können Sie sich sparen, es ist zu offensichtlich welche Schweinereien in der Ukraine gelaufen sind auf Initiative des Westens, von daher bekommen genau die richtigen auf die Fresse!

    Wer initiierte in der Ukraine die erste Gewalt?! Wie lange sollen noch die fünf Großverbrechen, die seit dem 18.02.2014 in der Ukraine vom Westen und deren Beauftragten durch geführt wurden, ignoriert werden?! Hören Sie also auf von angeblichen Verbrechen von Russen zu schwafeln, machen Sie sich mal ehrlich!!! Fordern Sie kompromisslos die Aufklärung dieser Verbrechen, vorher machen Sie sich mit Ihren Anwürfen nur lächerlich und niemand wird Sie ernst nehmen können. Es ist unglaublich welche Dummlaberei sich manche hier trauen!!!

  • @Frau Wil Fried
    “@Andrea Merker, Sie sollten sich hier ganz einfach vom Acker machen, denn Ihre Verbalattacken entlarven Sie als Troll!“

    Sie haben hier gar nichts zu melden!
    Beteiligen Sie sich vernünftig an der Diskussion und hören Sie auf wie ein Waschweib herum zu keifen. Sie sollten mal einen Volkshochschulkurs „Vortrag und Diskussion“ absolvieren, Sie haben es nötig.
    Ihr blablabla ist dümmstes Gelaber und reine Zeitverschwendung, ohne nachvollziehbare Argumente sollte man einfach nur den Mund halten!

    Was ist ein Troll für Sie?! Offensichtlich sind für Sie ja alle ein Troll die nicht Ihre Sichtweise teilen.

  • @Andrea Merker, Sie sollten sich hier ganz einfach vom Acker machen, denn Ihre Verbalattacken entlarven Sie als Troll!

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