Krise in der Ukraine
Schwere Gefechte in Donezk

Der Konflikt in der Ukraine wird wieder heftiger: Im Osten des Landes toben die schwersten Gefechte seit der Waffenruhe. Ein Bericht zeigt zudem, wie explosiv die Konfrontation zwischen Russland und dem Westen ist.
  • 4

DonezkDie Waffenruhe in der Ostukraine erweist sich als immer brüchiger. In der von prorussischen Separatisten kontrollierten Stadt Donezk tobten am Sonntag heftige Gefechte. Über Stunden hinweg war Artilleriefeuer zu hören. Die ukrainische Regierung in Kiew berichtete, die Aufständischen hätten in den vergangenen Tagen mehr Ausrüstung und personelle Verstärkung erhalten. Der Konflikt treibt ...

„Die vergangene Woche war geprägt von einer Zunahme des Beschusses und dem Heranschaffen zusätzlicher Truppen, Munition, Ausrüstung und Personal an terroristische Gruppen“, sagte ein ukrainischer Militärsprecher. Die Staatsführung ist sich sicher, dass die Unterstützer aus Russland kommen.

Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) berichtete über Fahrzeug-Konvois mit schweren Waffen und Panzern. Einer bestand demnach aus 40 Fahrzeugen, darunter 19 schwere Lkw, die Haubitzen mit 122-Millimeter-Kalibern zogen. Die Insassen hätten dunkelgrüne Uniformen ohne Abzeichen getragen. Er sei sehr besorgt wegen des Wiederanstiegs der Gewalt in der Ostukraine und „Aktivitäten, die zu mehr Zerbrechlichkeit führen statt einer weiteren Stabilisierung der Lage“, sagte der OSZE-Vorsitzende, der Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter.

Der Westen und die Regierung in Kiew werfen Russland seit langem vor, die Rebellen im Osten der Ukraine zu unterstützen und die Lage dort zusätzlich zu destabilisieren. Der OSZE-Vorsitzende Burkhalter rief beide Seiten am Samstag auf, sich an die Abmachung vom 5. September zu halten, bei der eine Waffenruhe vereinbart worden war.

Seither kam es sporadisch zu Zwischenfällen. In den vergangenen Tagen haben sich die Regierung in Kiew und die Rebellen verstärkt gegenseitig Verstöße vorgeworfen. Außerdem wirft die ukrainische Regierung Russland vor, zur Unterstützung der Separatisten 32 Panzer und Lkw-Ladungen voll mit Truppen in die Ostukraine geschickt zu haben.

Die Gefechte in Donezk schienen sich am Sonntag sowohl in von Rebellen, als auch von Regierungstruppen kontrollierten Stadtgebieten abzuspielen. Die Rebellen versuchen seit Monaten, diesen zu erobern. Berichte über neue zivile Opfer lagen nicht vor. Allerdings seien in den vergangenen 24 Stunden drei ukrainische Soldaten getötet und 13 verletzt worden, sagte ein ukrainischer Militärsprecher. Es waren die wohl schwersten Kämpfe seit Anfang Oktober, als mindestens zehn Menschen getötet wurden. Über dem Flughafen standen große schwarze Rauchwolken.

Insgesamt sind in dem Konflikt seit Mitte April mehr als 4000 Menschen getötet worden. Gleichzeitig sind die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland so angespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Allein in den vergangenen acht Monaten habe es zwischen Russland und dem Westen 40 brenzlige Situationen gegeben, die zu Toten oder gar einer militärischen Auseinandersetzung hätten führen können, berichtete „Der Spiegel“. Dazu gehöre ein Beinahezusammenstoß einer skandinavischen Passagiermaschine mit einem russischen Aufklärungsflugzeug. Das Magazin bezog sich auf eine Studie des European Leadership Network in London (ELN).

Die Nato hatte Ende Oktober über mehrere Vorfälle mit russischen Militärflugzeugen berichtet. Binnen 24 Stunden hätten Nato-Flugzeuge vier Gruppen mit russischen Maschinen angefangen. Eine derart hohe Zahl von Einsätzen habe es in den vergangenen Jahren nur selten gegeben. Nach Angaben der Luftwaffe des Nato-Mitgliedes Norwegen flogen russische Flugzeuge von Stützpunkten in der Arktis bis nach Portugal. Sie seien über internationalen Gewässern geblieben, den Grenzen der Mitgliedstaaten aber so nahegekommen, dass Jets losgeschickt worden seien.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Krise in der Ukraine: Schwere Gefechte in Donezk"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • steht doch alles drin:
    max. 5% des Textes (die Überschrift): Schwere Gefechte in Donezk
    min. 90%: nicht bewiesene Behauptungen aus Kiew
    max. 5%: Erwähnung, dass es keine Beweise gibt.
    Wenn ich sehe, dass Donezk angegriffen wird, frage ich mich warum man nur die beschuldigt, die sich verteidigen?!

  • Ich habe die Antwort selbst gefunden, mit google.
    Bei der Suche nach "gefechte in donezk" werden die üblichen Massenmedien aufgeführt, allen voran das Organ des neuen Politbüros, das sich heute Atlantik-Brücke nennt, die Frankfurter Allgemeine (FAZ). Der Artikel ist also die übliche Propanganda, die das Handelsblatt wohl auch abdrucken muss.

  • Warum werden in dem Bericht nur Behauptungen abgedruckt, was angeblich die Rebellen und Russand machen? Warum wird nicht geschrieben was Kiew macht, was die Nato macht? Warum werden die Leute die Behauptungen über andere aufstellen nicht kritisch befragt, was sie selbst getan haben, um solche Reaktionen, wenn sie denn war sind, hervorzurufen. Derartige einseitige Behauptungen sind unseriös.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%