Krise in der Ukraine
Tote bei heftigen Kämpfen in der Ostukraine

Noch mehr Verletzte, noch mehr Tote: In der ostukrainischen Stadt Slawjansk gibt es erneut Angriffe. Der ukrainische Interimspräsident spricht von Krieg. Die größte ukrainische Bank schließt Filialen im Osten des Landes.
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Kiew/SlawjanskDie Ostukraine versinkt im Chaos: Bei heftigen Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten nahe der östlichen Stadt Slawjansk sind nach Angaben Kiews mehrere Menschen getötet worden. „Es gab Tote“, sagte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow am Montag bei einem Kontrollpunkt der Armee etwa sechs Kilometer vom Schauplatz der Gefechte entfernt. Am Vortag hatte die Armee die Belagerung der von Milizen gehaltenen Stadt Slawjansk verstärkt.

„Wir sind durch einen dichten Ring (ukrainischer Einheiten) eingeschlossen. Viele Geschäfte machen zu, weil es keine Waren mehr gibt, mit denen zu handeln wäre“, sagte ein Sprecher der Aufständischen.

In dem strategisch wichtigen Slawjansk mit einem bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt sind seit Tagen ukrainische Soldaten mit Panzerfahrzeugen, Hubschraubern und Gefechtswagen im Einsatz. Dabei gab es nach offiziellen Angaben zahlreiche Tote.

Die „Anti-Terror-Operation“ der prowestlichen Regierung in Kiew soll eine Abspaltung der Ostukraine von der Ex-Sowjetrepublik verhindern. Angesichts der ebenfalls gespannten Lage in Odessa hat die aus freiwilligen Kräften gebildete Nationalgarde in Kiew eine Sondereinheit in die Metropole am Schwarzen Meer geschickt, wie Innenminister Arsen Awakow mitteilte.

Bei einem schweren Brand im Gewerkschaftshaus der Stadt sowie bei Straßenschlachten waren dort am Freitag mindestens 46 Menschen gestorben und mehr als 200 verletzt worden.

Der ukrainische Interimspräsident Alexander Turtschinow hat Russland Kriegstreiberei vorgeworfen. „Es ist ein Krieg gegen unser Land im Gange vonseiten der Russischen Föderation – sowohl im Osten als auch im Süden des Landes“, sagte Turtschinow dem Kiewer Fernsehsender 5. Kanal. Russland versuche weiter, die Lage vor der Präsidentenwahl am 25. Mai „völlig zu destabilisieren“.

Dabei habe Moskaus Führung im Osten der Ukraine ihre Pläne bereits verwirklicht. Auch das russische Staatsfernsehen strahlte am Montag den Teil des Interviews aus, in dem Turtschinow einräumte, dass es in der Region Sympathien für eine Abspaltung von der Ukraine gebe.

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„Das ist ein kolossales Problem“

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  • Habe gestern ein interessantes Video auf Youtube gesehen. Demzufolge werden durch Österreich hunderte kleine Jagdpanzer per Zug in Richtung Ungarn verbracht. Die Nationalkennungen waren abgedeckt. Ein Kommentator meinte, es seien Panzer der dänischen oder holländischen Armee.
    Nicht gerade beruhigend....

  • „Es ist ein Krieg im Gange“

    Wird Zeit, dass die Kiewer-US-Gouverneure mal ihren eigenen Anteil an der Spaltung der Ukraine reflektieren, statt mit dem Finger auf andere zu zeigen und das Böse nur im Außen zu suchen. Eine "Souveränität" gegen Russland und bezahlt von Washington hat im Hinblick, auf Geschichte, Zusammensetzung der Bevölkerung und praktische Verbundenheit mit dem größten Nachbarn Russland (Industrie, Rohstoffe) mit Souveränität relativ wenig zu tun. Man hat sich sei es aus Idealismus oder Größenwahn von den Washingtoner Falken falsch beraten lassen und einfach überzogen, dürfte der unsouveränen Wahrheit wohl näher kommen.

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