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Krise in Großbritannien: Gordon Browns Stern sinkt wieder

Die Kritik am britischen Premier Gordon Brown wächst: Opposition und Ökonomen werfen dem britischen Premier ein miserables Krisenmanagement vor. Erst am Freitag wurde bekannt, dass die Wirtschaftsleistung Großbritanniens im vierten Quartal stärker als erwartet gesunken ist. Das Schreckgespenst Staatsbankrott geht um.

Nicht nur die Opposition verliert das Vertrauen in Premier Gordon Brown. Angesichts immer neuer Hiobsbotschaften verliert Brown auch in der Bevölkerung an Rückhalt. Foto: Reuters Quelle: Reuters
Nicht nur die Opposition verliert das Vertrauen in Premier Gordon Brown. Angesichts immer neuer Hiobsbotschaften verliert Brown auch in der Bevölkerung an Rückhalt. Foto: Reuters Quelle: Reuters

LONDON. Dramatisch schlechte Konjunkturdaten lösen einen Sturm der Kritik an der britischen Regierung aus und lassen den Stern von Premier Gordon Brown weiter sinken. International versucht sich der Regierungschef zwar als Krisenmanager zu profilieren. So wird er im Februar möglicherweise als erster europäischer Regierungschef vom neuen US-Präsidenten Barack Obama im Weißen Haus empfangen. Anfang April führt er dann den Vorsitz beim G-20 Gipfel in London und will zusammen mit Obama ein globales Konjunkturpaket und eine neue Weltfinanzarchitektur auf den Weg bringen.

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Doch als Brown vor einer Woche übernächtigt vom Nahostgipfel in Ägypten zurückkehrte und sein zweites Bankenrettungspaket vorstellte, löste er statt neuer Hoffnung Ängste vor einem britischen Staatsbankrott aus. Obwohl das britische Haushaltsdefizit fast unkontrolliert wächst, versichert der Staat die Verbindlichkeiten von Banken, die das Bruttoinlandsprodukt des Landes um ein Vielfaches übersteigen. Oppositionsführer David Cameron war deshalb nicht der einzige, der das Schreckgespenst einer Rettungsaktion durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) an die Wand malte: "Wenn wir Labours Weg fiskalischer Verantwortungslosigkeit weitergehen, könnte der Zeitpunkt schon sehr bald kommen, wo uns das Geld ausgeht", sagte der Tory-Vorsitzende.

Neue Hiobsbotschaften musste Brown hinnehmen, als Großbritannien am Freitag als erste große Wirtschaftsnation die Wachstumsdaten für das vierte Quartal 2008 vorlegte. Der BIP-Rückgang fiel mit 1,5 Prozent zum Vorquartal und 1,8 Prozent im Vorjahresvergleich deutlich stärker aus als erwartet, Analysten hatten im Schnitt mit 1,2 Prozent gerechnet. Einen so scharfen Abschwung gab es in Großbritannien zuletzt 1980, als Premierministerin Margaret Thatcher mit ihrer Rosskur für die britische Wirtschaft begann. Ökonomen des Wirtschaftsinstituts CEBR halten nun auch die EU-Prognose, die Großbritannien für 2009 ein um 2,8 Prozent sinkendes BIP voraussagt, für realistisch.

Nach Bekanntgabe der Quartalsdaten verlor das Pfund weiter an Wert und liegt nun gegenüber dem Dollar auf dem tiefsten Stand seit 1985. Doch die britische Industrie profitiert nicht durch bessere Exportchancen. Mit einem Produktionsrückgang von 4,6 Prozent gehört sie zu den am schwersten betroffenen Sektoren. Die Zahl der Arbeitslosen wuchs im Königreich in zwei Monaten um 161 000 und liegt nun nahe der Zwei-Millionen-Grenze. Bis Jahresende könnten sogar drei Millionen Briten ohne Job sein. Das britische Defizit wird im nächsten Haushaltsjahr auf über acht Prozent des BIP steigen. Die Briten wissen längst, dass ihre goldenen Jahre auf Sand gebaut waren.

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