Krise in Kiew
IWF senkt Prognose für Ukraines Wirtschaft

Der Internationale Währungsfonds senkt die Prognose für die ukrainische Wirtschaft 2015 massiv. Insbesondere die hohe Inflationsrate von 46 Prozent in Folge des Bürgerkriegs im Donbass macht dem Land zu schaffen.
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KiewWegen des blutigen Konflikts im Donbass hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für die ukrainische Wirtschaft stark gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr voraussichtlich um 9 Prozent statt wie bisher geschätzt um 5,5 Prozent schrumpfen, teilte der IWF mit.

Die Inflationsrate soll demnach 46 Prozent anstelle der bislang erwarteten 27 Prozent betragen. Im April lag sie bei 60,9 Prozent. Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Osten des krisengeschüttelten Landes hätten sich stärker als angenommen auf die Wirtschaft ausgewirkt, begründete der IWF seine Einschätzung.

Der Währungsfonds verhandle weiter mit der Regierung über dringend benötigte Kredite, sagte der Chef der IWF-Mission in Kiew, Nikolai Georgijew, der Agentur Unian zufolge am Montag. In dem Bericht hieß es, insgesamt zeige sich die Regierung kooperativ, und die Aussichten für die Fortsetzung des IWF-Kreditprogramms über 17,5 Milliarden Dollar seien gut.

Nach einer ersten Tranche von fünf Milliarden Dollar hofft Kiew auf weitere 2,7 Milliarden Dollar in den kommenden Wochen. Voraussetzung ist aber eine Einigung mit den Gläubigern über eine Umschuldung.

Seit einigen Monaten gebe es Zeichen einer ökonomischen Stabilisierung, betonte der IWF. Der Kursverfall der Landeswährung Griwna sei gestoppt worden. Die Währungsreserven seien zudem um fast die Hälfte auf 9,6 Milliarden Dollar (8,8 Mrd Euro) gestiegen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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