Krise in Nahost
Palästinenser drängen auf Waffenruhe

Die Palästinenserorganisation PLO fordert eine Feuerpause für humanitäre Zwecke. Doch noch lehnt Israel ab – und setzt stattdessen seine Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fort. Die Zahl der Toten steigt sprunghaft.

GazaIsrael hat seine Angriffe auf Ziele im Gazastreifen verstärkt und dabei nach palästinensischen Angaben mehr als hundert Menschen getötet. Besonders im Visier standen am Dienstag Regierungs- und Rundfunkgebäude sowie das einzige Kraftwerk des Küstenstreifens. Die Palästinenserorganisation PLO rief zu einer 24-stündigen Feuerpause für humanitäre Zwecke auf. Israel lehnte jedoch zunächst ab und forderte eine explizite Erklärung der radikalislamischen Hamas.

Die äußerte sich wenig später. Der Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri wies am Dienstag die Ankündigung der PLO zurück. „Wenn wir eine israelische Verpflichtung mit internationalen Garantien über eine humanitäre Feuerpause bekommen, werden wir sie prüfen“, sagte der Hamas-Sprecher in Gaza. Man könne jedoch nicht „eine einseitige Waffenruhe erklären, während die Besatzungstruppen unsere Kinder töten“. Hamas werde ihre Positionen selbst verkünden, betonte er.

Bereits in der Nacht hatte Israel mit Geschützen, Panzern und Kampfflugzeugen seine Angriffe verstärkt. Laut Militär wurden allein rund 70 Luftangriffe geflogen. Am frühen Morgen beschossen die Streitkräfte das Haus des Hamas-Spitzenfunktionärs Ismail Hanije, Regierungsgebäude und die Rundfunkanstalt Al-Aksa in Gaza.

Als der Tag anbrach, lag eine dichte Staubwolke über der Stadt. Nach dem Treffer des Brennstofftanks des Kraftwerks stieg eine gewaltige schwarze Rauchwolke auf. Die Stromversorgung für die 1,8 Millionen Bewohner des dicht besiedelten Gazastreifens wurde abgeschaltet. Bereits davor hatten die Menschen nur drei Stunden am Tag Strom. Die Reparatur des Kraftwerks werde Monate dauern, erklärte der Betreiber.

Der israelische Militärsprecher Peter Lerner sprach von „einer graduellen Erhöhung des Drucks“ auf die radikalislamische Hamas. Israel sei entschlossen, die Organisation zu treffen und sich selbst dieser Bedrohung zu erleichtern, sagte er. Am Vorabend hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit einem „langen Feldzug“ gegen die militanten Palästinenser im Gazastreifen gedroht.

Am Dienstagnachmittag bezifferte die palästinensische Gesundheitsbehörde die Zahl der Opfer seit Mitternacht auf mehr als hundert. Seit Beginn der israelischen Offensive sind damit weit mehr als 1100 Palästinenser umgekommen. Auf israelischer Seite wurden 53 Soldaten, zwei Zivilisten und ein thailändischer Arbeiter getötet.

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