Krise in Zypern Banken sollen Politiker begünstigt haben

Kriselnde Banken des Landes sollen Politikern Kredite gewährt haben, die diese nicht oder nur teilweise zurückzahlten. Zu den Instituten gehört auch die Bank of Cyprus, die offenbar eine Abgabe auf hohe Einlagen plant.
Update: 30.03.2013 - 10:57 Uhr 46 Kommentare
Einige zyprische Banken – darunter auch die kriselnde Bank of Cyprus – sollen Politikern und Unternehmern Kredite gewährt haben, die diese nicht oder nur teilweise zurückgezahlt haben. Quelle: dpa

Einige zyprische Banken – darunter auch die kriselnde Bank of Cyprus – sollen Politikern und Unternehmern Kredite gewährt haben, die diese nicht oder nur teilweise zurückgezahlt haben.

(Foto: dpa)

NikosiaDie zyprische Staatsanwaltschaft geht Medienberichten nach, wonach zahlreiche Politiker und Unternehmer des Inselstaates Kredite von zyprischen Banken erhalten und diese nur zum Teil oder gar nicht zurückgezahlt haben sollen. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitagabend der Nachrichtenagentur dpa sagte, würden die Vorwürfe in den kommenden Tagen geprüft. „Vorerst gibt es jedoch keine Anklage.“

Eine griechische Boulevardzeitung und ein griechisches Internet-Nachrichtenportal hatten eine Liste mit Namen von Politikern veröffentlicht, die zwischen 2007 und 2012 Darlehen von den zwei in Schieflage geratenen Banken Bank of Cyprus und Laiki Bank erhalten haben sollen.

Im staatlichen Fernsehen (RIK) bestätigte auch der zyprische Generalstaatsanwalt Petros Klerides die Untersuchungen. „Wir werden uns ab Dienstag mit den Veröffentlichungen befassen. Weitere rechtliche Schritte gibt es bislang nicht“, sagte er. Viele der Beschuldigten wiesen die Vorwürfe zurück.

Unterdessen sollen die Anleger auf Zypern für das EU-Rettungspaket weit stärker bluten als zunächst angekündigt: Besitzer von Guthaben über 100 000 Euro bei der Bank of Cyprus könnten bis zu 60 Prozent davon verlieren, wie am Samstag in Nikosia bekannt wurde. Zunächst waren von 37,5 Prozent die Rede.

Die Belastung großer Vermögen mit einer Zwangsabgabe ist Teil der Bemühungen Zyperns, den Eigenanteil von 5,8 Milliarden Euro für das Rettungspaket aufzubringen. Im Gegenzug soll der kleine Inselstaat zehn Milliarden Euro Hilfskredite aus dem Euro-Rettungsfonds ESM bekommen.

Das Hilfspaket hatten die Euro-Finanzminister und der Internationale Währungsfonds zu Wochenbeginn ausgehandelt. Bis Donnerstag hatte die Regierung in Nikosia die Banken des Landes geschlossen gehalten, weil es einen Ansturm der Sparer befürchtete.

Bevor die Geldhäuser wieder öffnen durften, ordnete sie strikte Auflagen für den Geldverkehr an: Bürger und Unternehmer dürfen zunächst nur 300 Euro pro Tag abheben, für Kreditkartenzahlungen im Ausland gibt es eine Obergrenze von 5000 Euro und Reisende, die das Land verlassen, dürfen maximal 1000 Euro in bar mitnehmen.

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46 Kommentare zu "Krise in Zypern: Zyprische Banken sollen Politiker begünstigt haben"

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  • Sehr verehrter Herbstwähler. Mit verlaub SIE sind ein
    fehlgeleiteter Traumtänzer. So geht Politik nie.

  • Wollen Sie die wirklich wählen? Noch eine Partei, mit Olaf Henkel und anderen uninspirierten Köpfen?
    Sind nicht die Parteien prinzipiell die Pest, mit und ohne A.H.?
    Das prinzip persönlich/unpersönlicher Verantwortung kenne ich auch nur aus der Monarchie. Monarchen haben es auch immer wieder geschafft, oligarchische Strukturen zu zerschlagen und, auch im Innern eines Landes für Abgabenerleichterung zu sorgen. In der antiken Demokratie gab es das Scherbengericht und die Ausweisung.
    Was wir haben ist schlicht eine Ungeheuerlichkeit an Hilflosigkeit. Vor Jahren haben wir uns von einem Gräzisten sagen lassen müssen, dass unsere Bildung unterirdisch ist. Mein Althistoriker meinete schon vor über 30 Jahren, dass die Menschen alle 4 Jahre ihre Stimme abgeben, "um danach keine mehr zu haben". Schicksal, selbstbestimmtes Schicksal, sieht anders aus, aber es kommt, und sei es mit bloßer, unfreier Notwendigkeit!

    Frohe Ostern

  • Das Problem sind „NICHT“ die anderen Länder,
    die können doch machen, was sie wollen!

    Das Problem sind CDU, GRÜNE, SPD, FDP, LINKE, CSU!
    Die schlimmste Pest seit A. H.!
    Und die Blödheit des deutschen Volkes, das alles mitmacht!
    Feiglinge!


    Ich wähle AFD, um die Pest zu vernichten!

  • Ich freue mich wie verrückt auf die Wahl im Sommer!
    Zum ersten Mal im Leben!

    Ich werde AFD = „Alternative für Deutschland“ wählen!

    Ich kann es kaum erwarten,
    wenn „CDUGRÜNESPDFDPLINKECSU“
    den Einlauf ihres Lebens kriegen!

    Hoffentlich wird das ein Vernichtungsschlag gegen CDUGRÜNESPDFDPLINKECSU!

    Das wäre ein Traum!

    Und vielleicht trete ich sogar zum ersten Mal im Leben einer Partei bei!

  • Die zyprische Staatsanwaltschaft geht Medienberichten nach, wonach zahlreiche Politiker und Unternehmer des Inselstaates Kredite von zyprischen Banken erhalten und diese nur zum Teil oder gar nicht zurückgezahlt haben sollen……. „Vorerst gibt es jedoch keine Anklage.“ (Zitate)

    Da kommt eine „schmutzige Wäsche“ nach der anderen zum Vorschein und da diskutier man noch über Euro-Rettungsschirme. Sendet nach Zypern besser tonnenweise „Waschpulver“- Die müssen nur ihr Geld gründlicher waschen- unsere Steuern sollten wir besser selbst behalten –oder?

  • Aber Freunde nun beruhigt Euch doch
    Ich habe gester in einem Kaffee die Bild gelesen, ein Gespräch mit Schäuble. So irgendwie schmeckte mir danach mein Kuchen nicht mehr so ganz
    Eine ganze Seite voller Lügen. Wenn also Zypern aus dem Euro gegangen wäre, wäre angeblich alles zusammen gebrochen und ja, wir sind in der Einigung Europas sehr weit gekommen und der Euro trägt ganz enorm zum Frieden bei, so Schäuble.
    Mein Gott, merkt der eigentlich noch, was er sagt?
    Schöne Ostern

  • Schade, dass Sie die Antwort scheuen!

  • Liebes HB, warum lassen Sie zu Ihrem Artikel:
    "Berliner Freie Wähler wechseln zur Anti-Euro-Partei"
    keine Kommentare zu?

  • Bankenregulierung ? Ich habe selten so gelacht an einem Ostersonntagmorgen.

    Die Forderung nach "Banken an die kurze Leine" ist nicht neu. Der Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008 wäre eine wirklich gute Gelegenheit gewesen, schnell zu reagieren.

    Bis heute, im Jahre sechs !!! nach dem Zusammenbruch des Finanzsystems, haben es die Bankwächter nicht geschafft, ein einheitliches Meldesystem und damit ernst gemeinte Kontrolle auf den Weg zu bringen.

    Und warum nicht?

    Zum einen, weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Zum anderen, weil Banken immer wieder die Möglichkeit haben, gegen geplante Regeln zu intervenieren. Sie bekommen immer wieder Gelegenheit ihren Senf dazuzugeben und die Dinge zu verlangsamen oder aber ganz ausser Kraft zu setzen.

    Mittlerweile haben wir die vierte Version von CoRep und FinRep, und das sind noch nicht einmal die finalen Regeln. Bis das einmal soweit ist, hat uns die nächste Krise eingeholt.

    Diese Möchtegern-Regulierer in der European Banking Authority und der European Central Bank sind nichts weiter als Marionetten der Bankenlobby. Sie schaffen es nicht, einfach mal eine Regel aufzustellen und sie durchzusetzen, ohne dass irgendein Bankenverband darin rumfuschen kann.

    Banken basteln seit Jahren wieder an neuen Produkten. Das Einzige was die EBA macht, sie gibt eine Investorenwarnung heraus, nicht in diese Papiere zu investieren, denn man kann mehr verlieren als man eingesetzt hat. Warum verbietet man nicht einfach diesen Dreck?

    In diesem Sinne: Frohe Ostern!

  • Nicht nur Politiker werden begünstigt, auch alle öffentlichen Einrichtungen und Körperschaften, Banken und Versicherungen werden als bevorrechtigte Gläubiger der Laiki Bank behandelt.

    Das geht aus einer Veröffentlichung der zypriotischen Zentralbank vom 30. März hervor.

    http://www.centralbank.gov.cy/nqcontent.cfm?a_id=12631

    Das führt dazu, daß für private Gläubiger der Laiki Bank außer den versicherten 100.000 Euro (so gut wie) NICHTS mehr übrig bleiben wird.

    Wer in Zukunft noch Geschäfte unter der Jurisdiktion Zyperns macht muß mit der Muffe gepufft sein.

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