Ungeachtet dessen halten sich in der Finanzwirtschaft Zweifel, ob das aktuelle Hilfepaket für Griechenland und die damit dafür geforderten Reformen und Einsparungen ausreichen, um das Land finanziell wieder auf Kurs zu bringen. Commerzbank-Chef Blessing glaubt das nicht, wie er bei einer Konferenz in Frankfurt deutlich machte. Er hält einen neuerlichen Forderungsverzicht der Gläubiger unter Einschluss der staatlichen Geldgeber für wahrscheinlich.
Erst im März hatten die privaten Gläubiger des Landes einem Anleihentausch zugestimmt, mit dem das Land um Schulden im Umfang von rund 100 Milliarden Euro entlastet worden war. Die EZB hatte damals mit der Begründung nicht teilgenommen, dass sie kein privater Gläubiger sei. Sie hatte am Markt rund 38 Milliarden Euro für griechische Staatsanleihen ausgegeben, die einen Nennwert von 50 Milliarden Euro haben. Zudem halten die Notenbanken der Euro-Länder noch griechische Anleihen. Die Schätzungen liegen bei rund zwölf Milliarden Euro.
Inzwischen heißt es, die damalige Aktion reiche nicht aus, um die Gesamtverschuldung des Landes bis 2020 auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken. Schon im Juli war deshalb in EU-Kreisen die Notwendigkeit eines weiteren Schuldenschnitts ins Gespräch gekommen, der dann auch die EZB und die nationalen Notenbanken treffen könnte.
Die "Financial Times Deutschland" berichtete, im Mittelpunkt der Überlegungen für einen zweiten Schnitt stünden die bilateralen Kredite an Griechenland aus dem ersten Hilfsprogramm von Mai 2010 bis Ende 2011 im Volumen von 53 Milliarden Euro. "Die Diskussion gibt es" zitierte die Zeitung einen hochrangigen Insider. Der IWF dränge auf einen Schuldenschnitt der öffentlichen Geldgeber, berichtete die Zeitung. Weder IWF noch EZB würden sich selbst daran beteiligen: der IWF bestehe auf seinem Status als vorrangiger Geldgeber und die EZB argumentiere intern, dass ein Schuldenerlass direkte Staatsfinanzierung sei

Natürlich sind Arme nicht immer gute Menschen, aber in Griechenland ist das Hauptproblem nun mal nicht die paar Milliarden Betrug durch Einkommensschwächere, sondern die Steuerhinterziehungen der Besser-verdienenden. Würden die 50 Milliarden Steuerhinterziehungen jährlich der Besserverdienenden eingesammelt, wäre nicht nur der griechische Haushalt ausgeglichen, sondern es bliebe massig Geld für dringend notwendige Investitionen in die griechische
Infrastruktur und ähnliches. Das wäre ein Konjunkturprogramm für Arbeit und Wachstum! Stattdessen kürzt man aber bei den Ärmeren und zerstört Wachstumsperspektiven und sozialen Frieden. Ein Desaster, aber eines, das jemand mit vermutlich neoliberalen Instinkten wie Sie wohl nicht so schlecht findet. Hauptsache das obere griechische Einkommens-drittel wird verschont.
Steuerhinterziehungen jährlich

@Ihr
apropos "blöde Kommentare":
Schon mal darüber nachgedacht, daß man Qualität nicht mit Quantität ersetzen kann, oder glauben Sie daran, daß Ihr(e) Verschwörungstheorien über die vermeintlich von Systemhand geplanten Gemeinheiten griechischen und auch deutschen Senioren wie Ihnen gegenüber nur durch gebetsmühlenartige Wiederholungen verfangen?

Dieses Griechen-bashing ist so niveaulos und dumm. Die Griechen haben nicht unser Geld. Das haben die internationalen Banken/deren Eigner & die Rücstungsindustrie.
Hey... und wer glaubt, dass wir auch nur 1 Cent der Gelder wiedersehen, dem ist sowieso nicht zu helfen.
Heute werden die Griechen zu Schuldsklaven, morgen wir.
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