Krisen-Hilfe
China macht Europa Hoffnung

Die Euro-Zone sucht händeringend nach neuen Investoren. Die Volksrepublik China steht als einer der finanzstärksten Staaten besonders im Fokus. Frisches Kapital aus Fernost wird sogar immer wahrscheinlicher.
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PekingDie auf dem EU-Gipfel beschlossenen Instrumente zur Besicherung von Anleihen der Problemstaaten sollen auch Anleger aus Fernost anlocken. Der Chef der EFSF, Klaus Regling, wirbt derzeit in China um das Vertrauen der staatlichen Investoren des Wachstumslandes.

China besitzt Devisenreserven in Höhe von 2,3 Billionen Euro und sucht derzeit tatsächlich nach sicheren, aber lukrativen Anlagemöglichkeiten. "Peking ist bereit, mit Europa bei der Stabilisierung der Märkte zusammenzuarbeiten", sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Frankreichs Regierungschef Nicolas Sarkozy hat bereits persönlich seine Fühler nach Peking ausgestreckt, um gute Stimmung für einen Einstieg des finanzstarken Partners zu machen.

Regling trifft unter anderem den Chef der Währungsbehörde, Yi Gang, und den stellvertretenden Finanzminister Zhu Guangyao. Die Hüter des chinesischen Devisenschatzes werden dem Herrn des Euro-Schutzschirms genau zuhören. Denn erst kürzlich hat Regierungschef Wen Jiabao ein lange stehendes Angebot an seine Kollegen in der EU erneuert: „Europa muss sein Haus zunächst selbst in Ordnung bringen. Doch grundsätzlich sind wir bereit, uns stärker mit Investitionen zu engagieren.“

Bisher ist ein rundes Viertel der chinesischen Devisenreserven in Euro-Papieren investiert, der Löwenanteil steckt in Dollar. Trotz chinesischer Hilfsankündigungen haben die vorsichtigen Investoren der State Administration of Foreign Exchange (Safe) in Europa bisher hauptsächlich erstklassige Anleihen aus nordeuropäischen Ländern wie Deutschland geordert. China hält Schätzungen zufolge nur vier Prozent der italienischen Staatsschulden.

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Euro-Zone profitiert von unsicherem Dollar

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  • Also will man Europa an China verscherbeln?
    Merkel dürfte das freuen, denn China war ja ein kommunistisches Brudervolk der DDR und der Pekinger Frühling der mit Waffen platt gemcht wurde, wurde ja in der DDR heftig bejubelt

  • Immer wieder diese lachhaften Artikel über die angebliche starke Position Chinas. Chinas Wirtschaft hängt mehr als 50% von Investitionen ab, mehr als Japan Ende der 1980er. Wenn es kracht nützen die Devisenreserven China nicht, denn die eigenen Banken können damit nicht rekapitalisiert werden.

  • @sporty: berechtigte Frage finde ich. Bei den Anleihekäufen (also z.B. EFSF-Anleihen) sind die Asiaten (bzw. die Staatsfonds) an langfristigen, soliden Investitionen interessiert und insbesondere auch an Alternativen zu US Government Bonds.

    Ich denke z.B. die Chinesen sind klug genug nicht einfach eruopäische Unternehmen (z.B. aus dem DAX) mehrheitlich zu übernehmen. Der Aufschrei wäre immens und die Politik würde wohl dafür sorgen, dass solch eine Übernahme verhindert wird.

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