Krisenbewältigung

Euro-Retter wollen den IWF loswerden

Ungewöhnlich deutlich hat sich EU-Kommissionschef Barroso gegen den IWF positioniert. Und klar gemacht, dass der Währungsfonds für die Euro-Rettung nicht mehr taugt. Das sieht nicht nur Brüssel so.
Update: 14.06.2013 - 12:25 Uhr 53 Kommentare
Die Zukunft des Euro hängt auch von der Arbeit der Troika der internationalen Geldgeber ab. Doch womöglich ist der IWF nicht mehr lange an Bord. Quelle: dpa

Die Zukunft des Euro hängt auch von der Arbeit der Troika der internationalen Geldgeber ab. Doch womöglich ist der IWF nicht mehr lange an Bord.

(Foto: dpa)

BerlinIn der Debatte um die Bewältigung der Euro-Schuldenkrise regt sich massive Kritik an der Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF). Sowohl der Chef des Euro-Krisenfonds ESM, Klaus Regling, als auch EU-Kommissionschef José Manuel Barroso wollen den IWF langfristig aus der Troika verbannen.

Der IWF mache mit seiner Kritik der Griechenland-Rettung den Stabilitätspakt lächerlich und erkläre sich selbst für die Schaffung von Wachstum zuständig, sagte Regling der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). „Damit baut er nicht nur einen falschen Gegensatz auf. Vor allem lässt er erkennen, dass er die Regeln unserer Währungsunion nicht versteht“, fügte Regling hinzu.

Barroso sagte portugiesischen Medien in Brüssel, die „Ziele und Visionen“ des IWF stimmten nicht mit denen der EU überein. Daher sei es an der Zeit, die Zusammensetzung der Troika zu überdenken. Auch Regling plädierte dafür, die Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission auf lange Sicht abzuschaffen. Kurz- und mittelfristig solle der IWF an Bord bleiben, weil er die größte Erfahrung mit Hilfsprogrammen habe, sagte Regling. „Aber auf Dauer müssen die Euro-Staaten solche Programme selbst stemmen.“

Regling ärgert vor allem der Umstand, dass der IWF bei seinem Krisenmanagement die Besonderheiten des Europäischen Währungsraumes nicht hinreichend beachtet. Der Euroraum mit einer einheitlichen Geldpolitik und 17 nationalen Wirtschafts- und Fiskalpolitiken könne nur funktionieren, wenn die Regeln eingehalten werden. „Wenn der IWF das nicht versteht, ist das ein großes Problem“, sagte der ESM-Chef.

Der Währungsfonds hatte in der vergangenen Woche unter anderem kritisiert, dass sich die Kommission zu sehr auf die Konformität der Reformvorgaben mit den EU-Regeln konzentriere und die Auswirkungen auf das Wachstum zu wenig beachte.

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt die neu entbrannte IWF-Debatte zur Unzeit. Denn es war einst ausdrücklicher Wunsch von Merkel, dass der Fonds auch bei der Euro-Rettung neben der EU- Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) die entscheidende Rolle spielt.

„Auch die EU-Kommission hat Fehler gemacht“
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53 Kommentare zu "Krisenbewältigung: Euro-Retter wollen den IWF loswerden"

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  • Das „Rettungs“-Boot säuft gerade ab. Hier zeigt sich, wes Geistes Kind unsere Politiker sind: schon zeigen sie mit dem Finger auf den jeweils anderen und schreien: Du bist schuld!

    Es fällt doch irgendwie auf, dass sich in letzter Zeit die angeblich Klugen und Einsichtigen häufen, die alles schon immer und vor allem vorher gewusst haben wollen…

    Das hat – wie bereits gesagt – mit dem sinkenden Boot zu tun und mit den Ratten, die es vorher noch schnell verlassen wollen – aber natürlich auch mit der bevorstehenden Bundestagswahl.

    Im September dran denken: Alternative für Deutschland wählen.

  • Den IWF brauchen sie jetzt nicht mehr – jetzt, wo sie den vollen Durchgriff auf unser Portemonnaie haben.
    Die EZB holt sich einfach, was sie braucht. Von UNS.

    Im September dran denken: Alternative für Deutschland wählen.

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    Der Euroraum mit einer einheitlichen Geldpolitik und 17 nationalen Wirtschafts- und Fiskalpolitiken könne nur funktionieren, wenn die Regeln eingehalten werden.

    Hahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahah


    Im September dran denken: Alternative für Deutschland wählen.

  • @Apokalypse.STOPPEN

    Das liest sich wirklich toll. Leider kann man sich aber nicht auf die Qualität dieser Umfrage stützen, denn ZWEI dieser Stimmen für die Alternative für Deutschland gehören schon mir.

  • Deutschland/Europa schafft sich ab ...

    Die Realität ist wohl eher, Politik, deren Klientel und Justiz schaffen Deutschland/Europa ab ...

    Da kommt die AfD genau richtig!
    Werde mal etwas NEUES probieren ...
    Alternative für Deutschland wählen!
    Das "GRAUEN" haben wir bereits,
    vielleicht wirds mit AfD besser ...

    >>>Die Hoffnung stirbt zuletzt!<<<



    UMFRAGE

    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/umfragen/id_63395934/forsa-umfrage-beide-politischen-lager-ohne-mehrheit.html


    Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?

    Es haben 20735 Besucher abgestimmt
    STAND Sonntag 16.06.2013 05.05 Uhr

    CDU/CSU 22% (4559 Stimmen)

    SPD 11.1% (2308 Stimmen)

    Die Grünen 3.5% (730 Stimmen)

    FDP 2.7% (565 Stimmen)

    Piratenpartei 1.6% (319 Stimmen)

    AfD 46.9% (9730 Stimmen)

    Die Linke 3.7% (759 Stimmen)

    Keine Partei 3.5% (728 Stimmen)

    Andere Parteien 5% (1037 Stimmen)

    * Diese Nutzerumfrage ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Online-Umfragen sind einem hohen technischen Missbrauchsrisiko ausgesetzt, die Ergebnisse dieser Umfrage könnten eventuell von Dritten manipuliert worden sein.

  • Der IWF wurde insbesondere auf Wunsch der Bundesregierung - aus welchen Gründen auch immer - ins Boot geholt, um Sparprogramme besser durchsetzen zu können.
    Sparen ist in Verruf geraten, deshalb wird der IWF nicht mehr benötigt.

  • also übersetzt ins D, sagen alle nicht s anderes als

    "Wir werden alles tun, um die Ursache des Problems zu retten"


  • Niemand in dieser ekelhaften EUdSSR kann eine Krise bewältigen! Solche fähigen Leute sind in der Industrie und sorgen dafür das ihre Firmen erfolgreich sind.

    Die EUdSSR kann nur eins. Das Geld der anderen ausgeben. Was anderes können sie nicht. Geweige den eine Krise lösen.

    Regel Nr. 1 in einer Krise: Es darf keine heiligen Kühe geben. Alles muß auf dem Prüfstand! Die Vorstellung, dass der Euro erhalten bleibt ist schon mal grundsätzlich der falsche Ansatz und hat dann dazu geführt, dass alle Verträge und Regeln gebrochen wurden und wir jetzt in einer illegalen EUdSSR leben. Einfach nur ekelhaft diese EUdSSR-Verbrecher!

    Ich habe noch nie einen Politiker gesehen, der einen produktiven Arbeitsplatz geschaffen hat. Und EUdSSR-Politiker erst recht nicht!

  • izibizi,

    Sie haben vollkommen recht mit Ihrem Hinweis nach der
    Abgabe der Souveränität!

    Nicht heimlich, aber still und leise, Schritt für Schritt werden die nationalen Souveränitätsrechte ausgehöhlt und reduziert!
    Ein Land, eine Nation, der allseits immer wieder zi-
    tierte "Souverän", läßt sich durch seine Politiker-
    kaste den erkämpften liberalen, demokratischen Staat
    mal langsamer, mal schneller zerstören! Keiner merkt's,
    keiner wird "später" wieder etwas gewußt haben.

    Besoffen von einer naiven "Europabegeisterung" ver-
    scherbelt uns unsere "Elite" an romanische dominierte
    Institutionen. Die nur unser "Bestes" wollen, näm-
    lich das Geld und die Haftung, möglichst mit der be-
    kannten Nibelungen-Treue.

    Zweitausend Jahre nach der Schlacht im Teutoburger Wald
    (Arminius gegen Varus) siegen die Romanen, zwar unblu-
    tig, aber sie siegen!

  • Und wer soll dann nach Meinung dieser EUdSSR-Verbrecher den IWF-Anteil für die nicht enden wollenden Rettungspakete übernehmen? Sicher denken sie da an Deutschland. Dieser EUdSSR-Abschaum ist wirklich ekelhaft!

  • @ FreierWaehler

    Besser wäre es, sich zu erst informieren, bevor...

    Audio
    Bernd Lucke vs. Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/raus-aus-dem-euro-afd-will-nicht-zurueck-zur-d-mark-12187441.html

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