Krisengespräche gescheitert

Russland dreht Ukraine das Gas ab

Der Streit zwischen Moskau und Kiew um Gaslieferungen eskaliert: Nach Abbruch der Verhandlungen hat Russland nach ukrainischer Darstellung seine Lieferungen eingestellt. Die EU hofft dennoch auf eine gütliche Lösung.
Update: 16.06.2014 - 12:42 Uhr 39 Kommentare

Gazprom: Russisch-ukrainische Verhandlungen gescheitert

Moskau/KiewNach dem Abbruch der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über Gaslieferungen macht Moskau nun ernst: Der russische Energiekonzern Gazprom hat nach Angaben aus Kiew seine Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt. Die Regierung sei darüber informiert worden, dass die Gaslieferungen „auf Null“ heruntergefahren worden seien, sagte der ukrainische Energieminister Juri Prodan am Montag in einer Kabinettssitzung. Allerdings werde die Ukraine sicherstellen, dass für Europa bestimmtes Gas in die entsprechenden Länder weitergeleitet werde.

Zuvor waren die Gasverhandlungen kurz vor dem Ablauf eines russischen Ultimatums gescheitert. „Wir haben keine Einigung erzielt und die Chancen sind gering, dass wir uns noch einmal treffen“, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprianow am frühen Montagmorgen nach den Gespräche unter EU-Vermittlung in Kiew. Obwohl der Ukraine nun ein Lieferstopp bevorsteht, hält die EU-Kommission eine Einigung weiterhin für möglich. Nach Angaben der EU-Kommission sind Gaslieferungen in die Europäische Union bisher nicht vom russischen Gasstopp betroffen.

Um 8.00 Uhr (MESZ) war das Ultimatum abgelaufen. Der russische Energiekonzern kündigte am Montag an, dass er nun nur noch gegen Vorkasse in das wichtigste Transitland für den Energiefluss in die EU liefern werde.Außerdem teilte Gazprom mit, vor das internationale Schiedsgericht in Stockholm zu ziehen, um die Schulden des ukrainischen Gaskonzerns Naftogaz – nach russischen Angaben 4,5 Milliarden US-Dollar – einzutreiben. Auch Naftogaz will vor das Schiedsgericht ziehen, in der Klage solle es um den „überzogenen“ Preis für russisches Gas gehen.

Russland und die Ukraine streiten seit langem über den Preis für russisches Erdgas. Die jüngsten Zusammenstöße zwischen dem ukrainischen Militär und prorussischen Separatisten hatten zuletzt die Aussichten auf eine Lösung im Gasstreit deutlich getrübt. Nach Gazprom-Angaben gingen die unter Vermittlung von EU-Energiekommissar Günther Oettinger geführten Gespräche in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ohne Einigung zu Ende. Der ukrainische Energieminister Juri Prodan kündigte an, sein Land werde sich nun verstärkt um Gaslieferungen aus Westeuropa bemühen.

Außenminister nennt Putin „Scheißkerl“
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39 Kommentare zu "Krisengespräche gescheitert: Russland dreht Ukraine das Gas ab"

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  • @ Zitat : Der richtige Weg, damit mal hinter dem Vorhang von Gazprom gekehrt wird und das intransparente Geschäftsgebaren der "Gazprom-Räuber" erhellen!

    - sie sind so ahnungslos, dass es weh tut !

    Die Gaspreise werden nicht von der Gasprom gemacht, sondern sind an die Preisentwicklung des Öls mit einer Nachlaufzeit von einem halben Jahr gekoppelt.

    Hoffe, dass sie wenigstens so viel Ahnung haben, dass sie wissen, wie der Ölpreis entsteht.

    Sie scheinen wohl ein propagandistischer Fleisschreiberling vom Pravy Sektor zu sein....?

  • @ donoli

    Zitat : dann wäre es übel ausgegangen.

    - hat sich das Ukrainische Huilo auch überlegt, was Putin mit ihnen im Falle des Abfackelns der Russischen Botschaft machen könnte...?

    Und glauben sie, einer aus der EU wäre in die Ukraine gegangen, um dieser Junta-Jauche mit ihrem neuen Dieb ( Jude Walzmann )beizustehen ?

    Die EU braucht die Ukraine so wie das 5 Rad am Wagen, die Amis benutzen die Ukrainischen Nationalisten-Deppen als Kanonenfleisch.

  • "Putin leert seine Gefängnisse von Schwerverbrechner und die dürfen in die Freiheit wenn sie in der Ostukraine kämpfen"

    Beim Märchenerzählen nicht die gute Fee vergessen...

  • "Nach dem Abschuß des Flugzeuges durch entsendete russische Exsträflingen (Putin leert seine Gefängnisse von Schwerverbrechner und die dürfen in die Freiheit wenn sie in der Ostukraine kämpfen)"

    Haben Sie Beweise ? Oder labern Sie nur wie üblich wieder rum ?

  • Ukraine = Griechenland des Ostblocks. Alles haben wollen aber nichts bezahlen. Die normale Bevölkerung von Griechenland und der Ukraine nehme ich explizit aus dieser Einschätzung heraus. Es sind die Popanze in Politik und Wirtschaft, die eine solch abgrundtief zu verachtende Moral aufweisen. - Politik ist ein mieses Geschäft.

  • Wahrscheinlich wird es eher so sein, daß
    Elsass/Lothringen von sich aus wünscht, bald wieder zurückgeholt zu werden.

  • Nach dem Abschuß des Flugzeuges durch entsendete russische Exsträflingen (Putin leert seine Gefängnisse von Schwerverbrechner und die dürfen in die Freiheit wenn sie in der Ostukraine kämpfen), waren die Ukrainer in der Stimmung die russische Botschaft niederzubrennen. Hätte sich der Noch-Außenminister nicht dazugesellt und das sehr geläufige Putin-Lied mit eingestimmt und somit ein Ventil für die kochenende Volksseele geschaffen, dann wäre es übel ausgegangen. Er wußte genau was er tat und auch daß er nur ein Übergangsminister ist und die nächsten Tage Poroschenko eh einen Neuen benennt. Daher der Aufreger hin oder her, Putin hat das verdient! Das was er macht ist unterste Schublade! Aber wer aus dem Dreck kommt mit geistigem Gift erzogen wurde und sich mit Dreck umgibt, hat auch nur Dreck verdient und wird es ernten!
    Freue mich schon auf das WM-Spiel wenn Rußland spielt und im Stadion das Lied eingestimmt wird "Putin hailooo"

  • @Adelheid:
    Natürlich ist Putin kein Lupenreiner Demokrat, genausowenig wie Friedensnobelpreisträger Obama.

    Beides sind miese Typen.....allerdings ist in dem Fall hier Obama (bzw. seine Berater) noch eine Spur mieser als Putin und wenn mir die "freie westliche Presse" Unwahrheiten verkaufen will und mich manipulieren will, dann gefällt mir das nicht, so einfach ist das. Ich bin weder Putin Fan noch sonst irgendwie pro-Russisch.
    Richtig ist auch vor 60 Jahren haben die Amerikaner Freiheit und Demokratie gebracht, in den letzten 25 Jahren aber nur noch Krieg, Waffen, und Unruhen.
    Richtig ist, die Amis haben uns im kalten Krieg beschützt, seitdem der zu Ende ist, versuchen sie uns in andere reinzuziehen, damit er ihrem Millitärisch-Industriellen-Komplex auch ja gut geht.

    Soll ich den Amis dankbar sein, dass vor unserer Haustür ein Bürgerkrieg beginnt, soll ich den Amis dankbar sein für die Finanzkrise, soll ich den Amis dankbar sein, für ihre Banken, die die Eurokrise massgeblich mit verursacht haben, soll ich dankbar sein für Verschleppungen (Guantanamo), für einsperren ohne Prozess, für Entführungen, soll ich dankbar sein fürs abhören, soll ich jetzt den Amis dankbar sein, dass die Ihr Gas hier verkaufen wollen, damit die vielen Milliarden fürs Fracking nicht umsonst waren, soll ich den Amis dankbar sein für die Despoten die Sie Jahrelang ge- und unterstützt haben, soll ich den Amis dankbar sein, dass bald Amerikanische Konzerne Deutschland verklagen können (TTIP) soll ich den Amis dankbar sein, dass sie Wasser privatisieren wollen?

    Wofür soll ich dankbar sein?

  • @Adelheid

    "Oh, wie schlecht sind doch alle Westler, aber der lupenreine Demokrat Putin, wird sich gewiss dieses Uebels annehmen."

    Sie sollten nicht amerikanischen Propaganda-Methode der Schwarz-Weiß-Malerei auf dem Leim gehen. Das primitive Spiel, wer nicht für mich ist, ist gegen mich, mag auf schlichte Gemüter anziehend wirken. Nur darf man dann nicht über die Folgen jammern. Im Irak führte es, zu einem massiven zivilisatorischen Rückschritt und auch in der Ukraine zu Spaltung und Bürgerkrieg.

    Putin spielt das Großmachtspiel, welches ihm von den Amis aufgezwungen wurde, eben so gut er kann und mit den (etwas dumpferen) Mitteln, die er hat. Der Westen hatte 20 Jahre Zeit, die ausgestreckte Hand Russlands anzunehmen. Aber die Amis in ihrem Supermachtdünkel dulden nur Junior-Partner und Vasallen, um sich, die sie kontrollieren können. DAS ist das Problem.

  • Der ukrainische Außenminister hat das "H-Wort" benutzt - "Scheißkerl" oder "Arschloch", wie in deutschen Medien auch zu lesen ist, sind absolut unzureichende Übersetzungen. Es hat eher etwas mit dem männlichen primären Geschlechtsorgan zu tun und zählt zu den schlimmsten russischen Schimpfwörtern.

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