Krisengipfel in Saudi-Arabien
Bitterer Streit belastet Ölmarkt

Der Krisengipfel der großen Spieler auf dem Ölmarkt in Saudi-Arabien ist gescheitert. Förderländer und Abnehmer schieben sich die Schuld für Preisanstieg gegenseitig zu. Die Förderländer verweigern konkrete zusätzliche Produktionsmengen und machten Spekulanten und Marktversagen für den hohen Ölpreis verantwortlich.

DSCHIDDA/DÜSSELDORF. Wie tief der Graben ist, dokumentierten die USA, die eine gemeinsame Abschlusserklärung verweigerten. Washington habe kein Interesse an einem Papier, das Kritik an den Finanzmärkten enthalte, hieß es am Rande der Konferenz. König Abdullah von Saudi-Arabien wiederholte Ankündigungen, im Juli die Öl-Produktion um 200 000 auf 9,7 Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen. Riad sei zu mehr bereit, wenn steigende Nachfrage dies erfordere, sagte der Monarch vor Vertretern von 35 Staaten und 25 Ölkonzernen in Dschidda. Auch Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate zeigten nur grundsätzliche Bereichschaft, mehr zu fördern. Daher rechnen Experten nicht damit, dass der Ölpreis mit einem dauerhaften Abschlag reagiert.

Am Montag stieg der US-Ölpreis trotz der in Aussicht gestellter Produktionserhöhungen deutlich. Im frühen Handel kostete ein Barrel US-Leichtöl der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur August-Auslieferung 136,48 US-Dollar. Das waren 1,12 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Freitag.

Der Ölpreis war Mitte Juni auf fast 140 Dollar hochgeschossen und hält sich seither über 130 Dollar je Barrel. Saudi-Arabien, das Land mit den größten Reserven, hatte zu dem Krisengipfel eingeladen und damit Erwartungen an höhere Liefermengen geweckt. Doch wurden zuletzt Zweifel laut, ob Saudi-Arabien noch über Kapazitäten verfügt, den Markt zu bewegen. Zuverlässige Daten über Riads Reserven, Vorräte und Kapazitäten gibt es nicht.

Saudi-Arabiens Ölminister Ali Al-Naimi kündigte in Dschidda ein Investitionsprogramm von 129 Mrd. Dollar an. Damit solle die Produktionskapazität bis Ende 2009 auf 12,5 Mill. Fass erhöht werden. Falls nötig könnten fünf neue Felder erschlossen werden, die für weitere 2,5 Mill. Barrel gut seien. Zudem wollen die Saudis in den nächsten fünf Jahren ihre Raffineriekapazitäten um zwei Mill. Fass erhöhen. Die Staatsölfirma SaudiAramco vereinbarte am Sonntag mit Total den Bau einer Raffinerie in Jubail.

Anderen Mitgliedern der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) wie Algerien und Venezuela gehen die saudischen Angebote bereits zu weit. „Wir glauben, dass der Markt im Gleichgewicht ist. Es ist kein Problem des Angebots“ von Öl, sagte Opec-Chef Tschakib Chelil. Ein Sondertreffen der Opec vor dem nächsten regulären Treffen am 9. September lehnte der Algerier ab.

Seite 1:

Bitterer Streit belastet Ölmarkt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%