Krisenlage gebessert
Monti glaubt noch an Italien

Die finanzielle Lage Italiens hat sich nach Einschätzung von Mario Monti durchaus gebessert. Er sei davon überzeugt, dass das Land die Wirtschaftskrise letztlich überwinden werde, so der Ministerpräsident.
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Rom/RiminiIn der Schuldenkrise ist nach Einschätzung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti Besserung in Sicht. In mancherlei Hinsicht rücke das Ende der Krise näher, sagte Monti am Sonntag bei einer Konferenz in Rimini. Die italienische Wirtschaft befinde sich heute in einer besseren Verfassung als noch vor einem Jahr, aber die Bevölkerung sei sich der Schwierigkeiten heute mehr bewusst, erklärte Monti. "Vor einem Jahr glaubten die Menschen weniger als heute, dass wir in einer Krise stecken - Aber ich glaube, wir steckten umso tiefer darin."

Zwar habe seine Regierung nicht damit gerechnet, dass die Reformen das Wirtschaftswachstum mit sofortiger Wirkung ankurbeln, sagte Monti weiter. Wohl aber habe er erwartet, dass die Reformen zu einem schnelleren Rückgang der Kreditkosten führten. Das dies nicht geschehen sei, erschwere nun den Beginn einer wirtschaftlichen Erholung.

Italien gehe es dank des Reformkurses nun besser. Das Land habe "mehr Respekt, Glaubwürdigkeit und sogar Einfluss" in Europa erlangt. Dass das Parlament die Umbaumaßnahmen verabschiedete, bezeichnete er als Wunder einer Zusammenarbeit von Mitte-Links- und Mitte-Rechts-Parteien. Monti beklagte zugleich, die Jugend zahle mit schlechten Berufsaussichten einen hohen Preis, weil die Politik harten Einschnitten im Arbeitsmarkt jahrelang ausgewichen sei.

Der frühere EU-Kommissar und Wirtschaftsfachmann Monti war im November an die Spitze der Regierung bestellt worden, um Italien aus der Krise führen. Seinen Vorgänger Silvio Berlusconi hatten Finanzturbulenzen und der Druck der Märkte in die Knie gezwungen. Monti hat mehrfach angekündigt, bei den im Frühjahr anstehenden Neuwahlen nicht antreten zu wollen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Krisenlage gebessert: Monti glaubt noch an Italien"

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  • Klar malt Herr Monti ein buntes Bild, damit auch weiterhin wenn nötig die Milliarden/Billionen oder was da in Zukunft auch immer für Zahlen auf uns zukommen, fließen.

  • Sie können in den Redaktionen so viele Fotos von diesem nicht demokratisch legitimierten Monti drucken, wie sie wollen, ihm steht die Unaufrichtigkeit auf jedem ins Gesicht geschrieben!

  • D. bleibt in Euro
    Vorteile, mehr wettbewerbsfähigkeit durch billigere Exporte die zu mehr Handelsüberschuss führt.
    Nachteile, D. muss ständig für die Krise der anderen Euroländer zahlen und sogar wird für diese verantwortlich gemacht, Spannungen zw. D. und der anderen Länder entstehen die wenig zum Zweck der europäischen integration zu tun hat.

    D. tritt aus Euro
    Vorteile: der Finanzplatz in D. wird gestärkt durch eine stärkere Währung. Importen sind billiger. Die Forschung und Entwiklungsprozesse die hohe Kosten erfordern, werden von Europa in D. konzentriert. D. muss nicht für andere zalen und verfügt über mehr Unabhängigkeit
    Nachteile. Massenproduktion wird von D. ins Ausland verlagert was vielleicht zu mehr Arbeitslosigkeit führt. Die Wettbewerbsfähigkeit sinkt wegen vergleichweise höhere Produktionskosen. Handelsbilanz hat weniger Überschusse

    Jedes Szenario hat Vor und Nachteile aber kaum jemand weiss wirklich was besser wäre, dennoch muss die Regierung aufpassen dass die Interessen der Deutschen nicht noch einmal wegen der Probleme anderer Länder ins Hintertreffen geraten.

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