Krisenstaat
Syrien jetzt Mitglied der Chemiewaffen-Konvention

Syrien ist der Chemiewaffen-Konvention beigetreten. Damit verpflichtet sich das tief in der Krise steckende Land, alle seine Chemiewaffen zu zerstören. Und damit hält Syrien einen kleinen Anteil am Friedensnobelpreis.
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Den HaagSyrien ist offiziell der internationalen Chemiewaffen-Konvention beigetreten. „Ab heute ist Syrien ein vollwertiger Mitgliedsstaat der Konvention“, sagte der Sprecher der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW), Michael Luhan, der Nachrichtenagentur dpa am Montag in Den Haag.

Syrien hatte vor 30 Tagen seinen Beitritt beantragt und damit der Vernichtung seines gesamten C-Waffenarsenals sowie aller Produktionsstätten zugestimmt. Ein Team von 60 Mitarbeitern der OPCW und der Uno überwacht bereits seit dem 1. Oktober in Damaskus die Zerstörung.

Anlass für den Beitritt war ein Angriff mit Chemiewaffen im August in der Nähe von Damaskus, bei dem etwa 1400 Menschen getötet worden waren. Das syrische Regime hatte Vorwürfe westlicher Länder zurückgewiesen, dass es für die Angriffe verantwortlich war. Unter Druck Russlands und der USA hatte das Regime von Baschar al-Assad dann allerdings der Vernichtung der C-Waffen zugestimmt.

Syrien ist das 190. Land, das sich der Chemiewaffen-Konvention angeschlossen hat. Die OPCW wurde für ihr Engagement bei der Umsetzung des Chemiewaffen-Verbots in der vergangenen Woche mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Dabei hat der syrische Machthaber Baschar al-Assad einem Zeitungsbericht zufolge den diesjährigen Friedensnobelpreis für sich reklamiert. Nach der Bekanntgabe der Auszeichnung der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OVCW) mit dem Preis am Freitag habe Assad „scherzhaft“ gesagt, „der hätte meiner sein sollen“, berichtete die pro-syrische libanesische Zeitung „Al Akhbar“ am Montag. Assad habe schließlich schon 2003 verlangt, alle Staaten der Region sollten ihre Massenvernichtungswaffen abgeben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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