Krisenstab gebildet
Deutscher in Afghanistan entführt

In Afghanistan ist ein Deutscher entführt worden. Er wird nach Angaben des Auswärtigen Amtes seit vergangener Woche vermisst.

HB BERLIN. „Wir haben nach den uns vorliegenden Hinweisen von einer Entführung auszugehen", sagte Ministeriumssprecher Martin Jäger. Bereits am Samstag sei ein Krisenstab gebildet worden. Die Botschaft in Kabul sei eingeschaltet.

„Wir bemühen uns sehr intensiv um die Lösung dieses Falles“, sagte Jäger. Einzelheiten könne er nicht mitteilen. Es handle sich aber nicht um einen Deutschen, der im Regierungsauftrag unterwegs sei, auch nicht um einen Journalisten oder Mitarbeiter einer Hilfsorganisation.

Der Mann sei auch nicht im Norden Afghanistans verschwunden, wo deutsche Soldaten stationiert sind. Nach bislang unbestätigten Berichten aus der Region ereignete sich die Entführung in der Provinz Urusgan im Süden des Landes.

In Afghanistan waren in den vergangenen Monaten bereits mehrere Bürger westlicher Staaten verschleppt worden, darunter der italienische Journalist Daniele Mastrogiacomo und ein französischer Mitarbeiter der Hilfsorganisation Terre d'Enfance. Das Auswärtige Amt warnt dringend vor Reisen nach Afghanistan. „Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein“, heißt es in der Reisewarnung.

Deutsche waren zuletzt in Irak entführt worden. Das Auswärtige Amt bemüht sich nach wie vor um die Freilassung der Deutschen Hannelore Krause und ihres Sohns Sinan, die im Februar in Bagdad verschleppt worden waren. Ihre Entführer hatten den Abzug aller Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan gefordert.

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