Krisentreffen
Italien-Krise alarmiert die Euro-Gruppe

Das Schuldenvirus hält Italien in Atem. Die EU-Partner sind alarmiert. EU-Spitzenpolitiker schalten sich ein - und die Deutsche Bank muss sich rechtfertigen, weil sie Anleihen des Landes massenweise verkauft hat.
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Luxemburg/RomDie angespannte Lage für italienische Staatspapiere am Anleihemarkt sorgt für große Unruhe in der Euro-Zone. Über den wachsenden Druck der Finanzmärkte auf Italien reden bei einem Krisentreffen an diesem Mittwoch in Luxemburg der Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, und Italiens Finanzminister Giulio Tremonti. Dies teilte die luxemburgische Regierung am Dienstag mit. Bei dem Gespräch geht es nach Ansicht von Diplomaten um den zunehmenden Vertrauensschwund der Märkte in die italienische Wirtschaft.

Die Zinsen für italienische Anleihen sind in den vergangenen Wochen dramatisch gestiegen. Bei dem Treffen mit Juncker dürfte es auch um das bereits beschlossene italienische Sparpaket in Höhe von 48 Milliarden Euro und dessen Umsetzung gehen..

Zudem soll Giulio Tremonti nach Angaben der EU-Kommission noch am Dienstagabend mit EU-Währungskommissar Olli Rehn die Lage erörtern. „Rehn und Tremonti werden am Abend telefonieren“, sagte eine Sprecherin der Kommission der Nachrichtenagentur Reuters.

Italien und Spanien sind inzwischen wieder in den Fokus der Anleger geraten und müssen ständig höhere Zinsen für ihre Staatsanleihen zahlen. Italien musste am Dienstag für zehnjährige Staatsanleihen 6,1 Prozent Zinsen zahlen, 3,8 Prozentpunkte mehr als Deutschland.

Wegen der angespannten Situation verschiebt Spaniens Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero seinen Urlaub. Die spanische Regierung teilte mit, sie tausche sich eng über die Marktentwicklung mit den Regierungen Deutschlands, Italiens und Frankreichs aus.

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi will sich auf Druck der linken Opposition nach längerem Zögern am Nachmittag vor beiden Kammern des Parlaments zu den Wachstums- und Schuldenproblemen seines G8-Landes äußern.

Über das richtige Vorgehen in der Krise hatte Italiens Notenbankchef Mario Draghi am Dienstag erneut auch mit Staatspräsident Giorgio Napolitano beraten. In Rom hatte Wirtschafts- und Finanzminister Giulio Tremonti zudem den Ausschuss für Finanzstabilität zur Krisensitzung geladen.

Das Treffen der Finanzfachleute war zwar schon vorher angesetzt, traf aber auf einen recht turbulenten Tag mit einem italienischen Finanzmarkt in schwieriger Lage. Die Mailländer Börse schwächelte erneut. Zudem hatte am Vormittag der Renditeabstand zwischen den italienischen und den deutschen zehnjährigen Staatsanleihen mit über 380 Basispunkten vorübergehend einen neuen negativen Rekordstand seit Einführung des Euro erreicht. Die Rendite der italienischen Rentenpapiere kletterte um 0,17 Prozentpunkte auf 6,159 Prozent.

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  • hmmm. Bisschen merkwürdige Kombination. "Bürgerrechtspartei für mehr Freiheit und Demokratie" klingt erstmal gut, aber der anti-islamistische Part erweckt keine große Hoffnung auf mehr Vernunft als bei den anderen Parteien. Gibt es denn echt keine vernünftige Partei, die diesem Euro-Wahnsinn ein Ende bereiten kann ?

  • Das ist die natürliche Marktreaktion auf den verhinderten Credit-Event in Griechenland. CDS auf Staatsanleihen werden zunehmends von Investoren als wertlos angesehen, da die Politik mit Überzeugung gegen diese handelt. Die Versicherungsprämien wandern nun einfach wieder zurück in die Anleihezinsen. Wenn unsere Politiker diese elementaren Zusammenhänge nicht begreifen dann tut's mir echt leid.

  • u.u. hilft auch eine veränderung der politischen situation.

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