Kritik an Saddam-Hussein-Urteil
Iran lädt zu Gipfeltreffen im Irak-Konflikt

Der Iran hat die Präsidenten des Iraks und Syriens zu einem Gipfeltreffen am kommenden Wochenende nach Teheran eingeladen. Dort sollen Mahmud Ahmadinedschad, Dschalal Talabani und Baschar al Assad dann über die Sicherheitslage im Irak beraten, teilten irakische Abgeordnete am Montag mit.

HB BAGDAD. Sowohl Talabani als auch Assad nähmen teil, verlautete aus der Umgebung des irakischen Präsidenten. Ein Sprecher Ahmadinedschads erklärte dagegen, er wisse nichts von einem Besuch Assads. Die diplomatische Initiative steht offenbar im Zusammenhang mit Überlegungen in den USA, Teheran und Damaskus in die Lösung der Irak-Krise einzubeziehen.

Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki traf am Montag mit dem syrischen Außenminister Walid Moallem zusammen. Dieser habe den Wunsch nach einer Ausweitung der bilateralen Beziehungen zum Ausdruck gebracht, sagte ein Regierungssprecher. Doch müssten zunächst die Sicherheitsprobleme gelöst werden.

Die EU und die irakische Regierung nahmen Verhandlungen über ein Handels- und Kooperationsabkommen auf. „Dies ist ein großer Moment“, sagte die EU-Kommissarin für Außenbeziehungen, Benita Ferrero-Waldner, bei einer Pressekonferenz mit dem irakischen Wirtschaftsminister Barham Salih in Brüssel.

Der Gewalt im Irak fielen abermals etwa 50 Menschen zum Opfer. Staatsminister Mohammed Abbas Auraibi entging in Bagdad nur knapp einem Bombenanschlag. Ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz detonierte, als sein Konvoi vorbeifuhr. Auch die Wagenkolonne von Vizegesundheitsminister Hakim al Samili wurde beschossen. Er selbst blieb unverletzt, zwei Leibwächter kamen ums Leben.

Der beliebte Fernsehschauspieler Walid Hassan wurde auf einer Fahrt durch die irakische Hauptstadt erschossen. Er hatte in einer Fernsehserie mitgewirkt, die sich über die US-geführten Koalitionstruppen und die Regierung ebenso lustig machte wie über die Aufständischen und Milizen. Auch ein Universitätsprofessor wurde auf dem Heimweg südlich von Bagdad getötet, wie die Polizei weiter mitteilte. Landesweit wurde der gewaltsame Tod von mehr als 20 Irakern gemeldet. Zudem wurden die Leichen von 26 Menschen gefunden, die verschleppt und gefoltert worden waren.

Die US-Streitkräfte gaben den Tod zweier Soldaten am Wochenende bekannt. Damit erhöhte sich die Zahl der getöteten US-Soldaten in diesem Monat auf 47. Auf der Suche nach Entführten drangen irakische und amerikanische Streitkräfte am Montag erneut in den schiitischen Bagdader Stadtteil Sadr City ein. Eine Moschee wurde bei dem Einsatz beschädigt.

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