Kritik an Schröder USA-Rhetorik
Richard Perle rechnet mit deutsch-amerikanischer Klimaverbesserung

Die USA hoffen insgeheim auf einen Sieg der Union bei den anstehenden deutschen Neuwahlen. Der ehemalige US-Außenstaatssekretär Richard Perle erklärte, er rechne im Falle einer Regierung Merkel mit einer "deutlichen Verbesserung" der deutsch-amerikanischen Beziehungen.

HB WASHINGTON. "Angela Merkel ist sehr fest in der transatlantischen Tradition verankert: Sie steht voll hinter der Nato und setzt sich für eine enge Abstimmung zwischen Berlin und Washington ein", sagte Perle dem Handelsblatt.

Unter einer Kanzlerin Merkel würden deutsch-amerikanische Differenzen "zivilisierter" ausgetragen als in der Ver-gangenheit, betonte Perle, der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bis 2004 beriet und der Regierung unverändert nahe steht. "Es wäre eine Frage der stillen Diplomatie - so, wie wir das unter Helmut Kohl und auch unter Helmut Schmidt praktiziert haben."

Von Bundeskanzler Gerhard Schröder sei man derlei nicht gewohnt, so Perle Viele Amerikaner habe schockiert, dass der Kanzler vor den letzten Bundestagswahlen das "Einprügeln auf die USA" gefördert habe. Er halte es zumindest für sehr unwahrscheinlich, dass Amerika einen permanenten Sitz Deutschlands im Uno-Sicherheitsrat befürworte, solange Schröder Kanzler sei, fügte Perle hinzu.

Die US-Administration hoffe, dass sich die EU insgesamt wieder stärker zum transatlantischen Verhältnis bekenne, unterstrich Perle. "Seit einiger Zeit scheint die deutsche Position der französischen zugeneigt zu sein, Amerika nicht als Partner zu begreifen, sondern als Konkurrenten, Gegengewicht oder gar als Gegner."

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