Kritik an Transrapid-Technik
China will Kraftwerke ausbauen

China will angesichts steigenden Energiebedarfs weiter massiv in neue Kraftwerke investieren. Die Kapazität solle in diesem Jahr erneut um 30 Mill. Kilowatt erhöht werden, sagte Ministerpräsident Wen Jiabao beim Besuch eines Gasturbinenwerks des Siemens-Konzerns am Montag in Berlin.

HB BERLIN. Dies entspricht etwa der Leistung von 30 großen Atomkraftwerken. Zudem solle die vor allem auf Öl gestützte Versorgung umgestellt und Energie gespart werden. Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer zeigte sich auch mit Blick auf Geschäftsaussichten im Markt für Gasturbinen optimistisch.

Mit Wachstumsraten von acht bis neun Prozent biete China für die deutsche Industrie hervorragende Chancen, sagte der Siemens-Chef. Der Markt sei zwar hart umkämpft. Für Technologietransfers schauten die Chinesen aber gerade auch nach Europa und Deutschland. Regelmäßige Kontakte auf der politischen Ebene seien hierfür hilfreich. Der Siemens-Konzern ist seit 20 Jahren in China tätig, unterhält rund 50 Gemeinschaftsunternehmen und beschäftigt fast 30 000 Menschen. In der Frage einer möglichen Erweiterung der Magnetschwebebahn Transrapid rechnet von Pierer mit einer Entscheidung Chinas noch in diesem Jahr.

Den Antrag auf Exportgenehmigung für die Hanauer Atomanlage nach China bei der Bundesregierung hält Siemens unterdessen aufrecht. Es gebe keinen Grund, den Antrag zurückzuziehen, sagte von Pierer am Rande des Werksbesuchs. Die Regierung in Peking hatte vor kurzem mitgeteilt, über die in der rot-grünen Koalition umstrittene Lieferung der Brennelementefabrik werde nicht mehr verhandelt. „So lange der Antrag geprüft wird, muss man davon ausgehen, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist“, sagte der Konzernchef.

Nach den Worten des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) hat der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao den Transrapid des deutschen Industriekonsortiums als technisch unausgegoren bezeichnet.

„Was ihr uns da geliefert habt, war technologisch unausgereift“, zitierte Stoiber am Montag aus dem Gespräch mit Wen vom Sonntag bei der Gründungsfeier der Carl von Linde-Akademie in München. Erst die Leistung einheimischer Fachkräfte habe die Magnetschwebebahn auf ein ordentliches technisches Niveau gebracht, zitierte der CSU-Chef den chinesischen Regeirungschefs weiter.

Die Technik für den Hochgeschwindigkeitszug, der Ende 2003 weltweit erstmals in Schanghai in Betrieb ging, wurde von der deutschen Firmengruppe Transrapid International aus ThyssenKrupp und Siemens geliefert. Mitte April waren mehrere Fahrbahnstützen der Schwebebahntrasse, die Schanghais Flughafen mit dem Finanzviertel der Metropole verbindet, auf sumpfigen Untergrund abgesackt.

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