Kritik an verwendeter Tinte
Kandidaten fordern Abbruch der Präsidentenwahl in Afghanistan

Bis auf Amtsinhaber Karsai wollen alle Kandidaten die Präsidentenwahl in Afghanistan boykottieren. Hintergrund sind Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe.

HB BERLIN. Alle 15 gegen Amtsinhaber Hamid Karsai angetretenen Kandidaten fordern den Abbruch der Präsidentenwahlen in Afghanistan. Nach Auskunft eines der Kandidaten, Abdul Satar Sirat, haben sie geschlossen eine Erklärung unterschrieben, in der sie die Wahl boykottieren und das Ergebnis nicht anerkennen.

Die Wahlkommission kam aufgrund der Vorwürfe zu einer Sondersitzung zusammen. Nach Auskunft des Sprechers, Ajkut Tawsel, ist die Kommission derzeit dafür, die Wahl fortzusetzen. Möglich sei aber auch eine Verschiebung oder ein Abbruch der Wahl.

Sirat sprach von erheblichen Unregelmäßigkeiten: «Die heutige Wahl ist keine rechtmäßige Wahl. Sie sollte gestoppt werden. Wir werden das Ergebnis nicht anerkennen.» Er ist Usbeke und ein früherer Mitarbeiter des letzten afghanischen Königs.

Es soll vor allem Probleme mit der Tinte geben, die zur Markierung des Daumens der Wähler eingesetzt wird. Sie soll verhindern, dass Wähler mehrere Stimmen abgeben – und soll von so schlechter Qualität sein, dass man sie leicht abreiben könne.

Völlig überhöht erscheine außerdem die Zahl von 10,5 Millionen registrierten Wählern. Viele Personen haben nach Angaben von Menschenrechtsgruppen vier oder fünf Registrierungen bekommen. Sie wollten aber nicht betrügen, sondern hielten die Papiere für Lebensmittelkarten.

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