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22.09.2006 
Internationale Erdölkonzerne in Russland

Kritik auf höchster Ebene wegen Sachalin 2

Im Streit um den Zugang ausländischer Energiekonzerne zu russischen Öl- und Gasvorkommen wächst die internationale Kritik am Vorgehen Russlands. Hohe Politiker mehrerer Staaten wandten sich zur Klärung der Unternehmensrechte an den russischen Präsidenten Putin.

HB MOSKAU. Die Regierungen der USA, Großbritanniens und der Niederlande äußerten am Freitag ihre Sorge über den Rückzug umweltrechtlicher Genehmigungen für das Flüssiggas-Projekt Sachalin zwei des niederländisch-britischen Ölkonzerns Royal Dutch Shell.

In einem Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin am Donnerstagabend habe er eine Erklärung für die harte Linie verlangt, sagte der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende. Er habe mit Putin vereinbart, dass sich die russischen Behörden gemeinsam mit den betroffenen Unternehmen um eine Lösung des Konflikts bemühen sollten. Die britische Außenministerin Margaret Beckett äußerte sich nach Angaben eines Regierungsvertreters bei einem Gespräch mit ihrem russischen Amtskollegen „sehr besorgt“ über die Rücknahme der Umwelt-Genehmigungen. Die Gespräche sollten fortgesetzt werden. Auch ein Sprecher des US-Außenministeriums äußerte Sorge über das russische Vorgehen.

Russland hatte am Montag die umweltrechtlichen Genehmigungen für Sachalin zwei zurückgezogen, nachdem Shell die Kostenschätzung für das Projekt auf 20 Mrd. Dollar verdoppelt hatte. Dies hatte die russische Regierung und den staatlich kontrollierten Gasmonopolisten Gazprom erzürnt, der bei Sachalin zwei einsteigen will. Nach Angaben von Shell könnte sich das Projekt wegen des russischen Vorgehens weiter verzögern. Ursprünglich sollten die Lieferungen 2008 beginnen.

Shell hat derzeit einen Anteil von 55 Prozent an Sachalin 2, die beiden japanischen Firmen Mitsui und Mitsubishi halten zusammen 45 Prozent. Die Regierung in Moskau hatte einen schnelleren Fortschritt von einer Beteiligung des staatlichen russischen Gasmonopolisten Gazprom abhängig gemacht.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Rosneft erhält Zuschlag für ein Ölfeld auf Sachalin

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