Kritik von Unternehmen
Russland bremst Investitionen mit Bürokratie

Ausländische Unternehmer haben Investitionshemmnisse in Russland beklagt. Regierungschef Putin warb beim gemeinsamen Treffen für eine Zollunion.
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MoskauAusländische Investoren in Russland haben Regierungschef Wladimir Putin mit Nachdruck zum Abbau bürokratischer Hürden aufgefordert. „Die Gründung eines Unternehmens dauert in Russland doppelt so lange wie in Europa oder China“, kritisierte James Turley von der Beratungsfirma Ernst & Young am Montag in Moskau. Turley nahm mit Siemens-Chef Peter Löscher und anderen Unternehmensvertretern an einem Treffen mit Putin teil. Der Regierungschef bekräftigte dabei seine Absicht, im kommenden Jahr wieder ins Präsidentenamt zu wechseln. „Ich sage Ihnen Kontinuität in der russischen Wirtschaftspolitik zu“, betonte Putin.

Der Premierminister warb für die von ihm initiierte Zollunion aus Russland, Weißrussland und Kasachstan. „Das hilft bei der nötigen Diversifizierung und Erneuerung unserer Wirtschaft“, sagte Putin. Der Chef des Lebensmittelkonzerns Nestlé, Paul Bulcke, unterstrich, zwar besitze die Zollunion viele Vorteile. „Aber wir ermutigen die russische Führung dazu, das Land weiter den WTO-Standards anzupassen.“ Die Beitrittsverhandlungen zwischen Russland und der Welthandelsorganisation WTO ziehen sich seit Jahren hin.

Investoren aus dem Westen beklagen immer wieder Rechtsunsicherheit, Korruption und Vetternwirtschaft in Russland. Kremlchef Dmitri Medwedew hatte erst vor kurzem eine schnelle Verbesserung des einheimischen Geschäftsklimas gefordert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @iowabras: Wie kommen Sie auf die Idee, das die "Investorkraken" schädlicher oder wenig übereinstimmend mit den Interessen der Bevölkerung sein könnten als die staatlicher Parteipolitiker und beamteter (und damit per Definition verantwortungsloser) Bürokraten im Staatsdienst? Wenn ihre naive Vorstellung funtkionieren würde, wären die sozialistischen Länder nie Pleite gegangen, sondern hätten ihrer Bevölkerung gut verteilten Reichtum beschert.

  • Die Denkweise der herrschenden Schicht ist das Hindernis. Eigentlich nur gut für Europa, die Chinesen machen uns schon genug Konkurrenz. Wenn die Russen ihre Rohstoffe verkauft haben, gibt es ein paar Billionäre, die ihr Geld im Westen verprassen und eine russische Bevölkerung, die ihren Wunsch nach dem eisernen Besen mit Armut bezahlt.

  • Wie kann man verlangen, dass jemand erst die Interessen der Investorenkraken vertritt und dann erst die Interessen der eigenen Bevoelkerung?
    Ist wohl in Europa so, aber da gibt es auch lauter kranke Politiker, die ihre Bevoelkerung verkaufen oder unterjochen wollen.

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