Kritischer Artikel in „Newsweek“
Französischer Finanzminister weist Kritik an seinem Land zurück

Ein Artikel im US-Magazin „Newsweek“ attestiert Frankreich einen Niedergang. Doch der französische Finanzminister Pierre Moscovici reagiert mit Häme: Der Artikel sorge für eine gewisse Heiterkeit.
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ParisMit Häme hat Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici auf einen Artikel des US-Magazins „Newsweek“ reagiert, der seinem Land einen „Niedergang“ attestiert. In dem Artikel gebe es „zahllose Fehler“, er sorge daher für „eine gewisse Heiterkeit“, sagte Moscovici am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Finanzminister Jack Lew in Paris. Er erinnere sich mit „Wehmut“ an die Zeiten, in denen „Newsweek“ eine „internationale Referenz“ gewesen sei. „Wenn Frankreich so abweisend wäre, wie es die Autorin des Artikels sagt, (...) gäbe es dann 4.000 US-Unternehmen in unserem Land?“

Der am 3. Januar in „Newsweek“ erschienene Artikel der Journalistin Janine di Giovanni mit dem Titel „Frankreichs Niedergang“ sorgte bereits in den vergangenen Tagen für Wirbel - vor allem, weil er voller Fehler ist. So schreibt die in Paris lebende Autorin, in der französischen Hauptstadt koste ein halber Liter Milch drei Euro und Windeln würden umsonst vergeben.

In dem Artikel wird Frankreich vorgeworfen, nicht unternehmerfreundlich zu sein und einen ausufernden Sozialstaat zu haben - womit die Journalistin angesichts der andauernden Wirtschaftskrise und des hohen Staatsdefizits ein für die französische Regierung sensibles Thema anspricht.

Das angesehene britische Wirtschaftsmagazin „The Economist“ hatte im November 2012 den Zorn der französischen Regierung auf sich gezogen, als es in einer Titelgeschichte schrieb, Frankreich könne angesichts seiner Staatsverschuldung und Wirtschaftsprobleme zur "größten Gefahr" für den Euro werden. Auf der Titelseite waren unter der Überschrift „Zeitbombe im Herzen Europas“ Baguettes abgebildet, die mit einem Band in den französischen Landesfarben wie Dynamitstangen zusammengebunden und mit einer brennenden Zündschnur versehen waren.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kritischer Artikel in „Newsweek“: Französischer Finanzminister weist Kritik an seinem Land zurück"

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  • Man sollte den Newsweek-Artikel gelesen haben. Es ist ein Zukunfts-Vision fuer Deutschland. Der gnadenlos fuersorliche Total-Staat. Die voellige Auspressung der Buerger, die Vertreibung der Intelligenz. Die Energie-Wende passt da gut hinein.

  • in Wahrheit ist die gesamte EU im Eimer und die berufspolitiker werden nie Müde das Gegenteil zu behaupten, gell?

  • Ich kann den Newsweek.Artikel auch nicht nachvollziehen. Die Franzosen haben doch ein solides Geschäftsmodell: Sich auf Kosten seines verlässlich vertrottelten Nachbars durchzuschnorren

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