Kroatien
Bürger stimmen über Verbot der Homo-Ehe ab

Die Homo-Ehe ist in Kroatien nicht erlaubt, Konservative fürchten jedoch, dass sich dies ändern könnte. Nun hat das Parlament eine Volksabstimmung über eine Verfassungsänderung beschlossen – und erntet dafür Kritik.
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ZagrebDas kroatische Volk soll in einem Referendum über das Verbot der Homo-Ehe abstimmen. Das Parlament in Zagreb beschloss am Freitag mit großer Mehrheit eine Volksabstimmung über eine Verfassungsänderung, wonach die Ehe als „Vereinigung von Mann und Frau“ definiert werden soll. Als Termin für das Referendum wurde der 1. Dezember festgelegt. 104 der 151 Parlamentarier stimmten für die Volksabstimmung, 13 stimmten dagegen und fünf enthielten sich. Die übrigen Abgeordneten waren nicht anwesend.

Die Initiative zu dem Referendum geht auf die konservative Gruppe „Im Namen der Familie“ zurück. Sie hatte zuvor breite Zustimmung für eine Petition erhalten, in der die Verfassungsänderung verlangt wird. Rund 700.000 Unterzeichner unterstützten die Forderung, das waren deutlich mehr als für die Abhaltung eines Referendums nötig.

Die Verfassung Kroatiens, das als jüngstes Mitglied seit Juli der EU angehört, hat bislang keine klare Definition von Ehe. Die Homo-Ehe ist bislang nicht erlaubt, manche Konservative fürchten jedoch, dass sich dies ändern wird. Die Mitte-links-Regierung hat bereits angekündigt, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften erlauben zu wollen. Fast 90 Prozent der 4,2 Millionen Einwohner des Balkanstaates hängen dem katholischen Glauben an.

Homosexuellen-Aktivisten haben bereits Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit eines solchen Referendums geäußert, sie betrachten es als diskriminierend. Seit der Unabhängigkeit Kroatiens von Jugoslawien 1991 hat es in dem Land noch nie eine von Bürgern initiierte Volksabstimmung gegeben. Nach kroatischem Recht ist für einen Erfolg des Referendums kein Quorum nötig. So kann die Homo-Ehe auch bei einer geringen Beteiligung verboten werden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kroatien: Bürger stimmen über Verbot der Homo-Ehe ab"

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  • Es gibt da allerdinfs auch für verheiratete Homosexuelle ein Problem:
    Wer macht schon gerne in einem Land Urlaub, in dem das Abwasser ungereinigt im Untergrund versickert und dann ins Badewasser gelangt?
    In einem Land, in dem es Korruption ermöglicht, Analysewerte zu manipulieren und schmutziges Meerwasser als sauber darzustellen?
    Welcher Homosexuelle schwimmt schon gerne in seiner eigenen Sch....?

  • Man kann den Kroaten ganz leicht Mores lehren:
    Wer sich nicht an EU- RECHTSNORMEN hält, ist als Urlaubsland nichts wert. Ich glaube, dass in den nächsten Jahren nur verheiratete Homosexuelle in Kroatien Urlaub machen sollten.
    Alle anderen Urlauber sollten dorthin gehen, wo die EU- Rechtsnormen eingehalten werden.
    So lernen dann auch die Kroaten ganz brav und artig...

  • Na.da wird die EU den Kroaten aber Mores lehren müssen !
    Wagt da jemand an der Homo "Ehe" zu zweifeln ?

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