Kroatien
Kosor wird neue Chefin von Kroatiens Regierungspartei

Die designierte neue kroatische Regierungschefin Jadranka Kosor ist zur Vorsitzenden der HDZ-Partei gewählt worden. Mit überwältigender Mehrheit stimmten die Delegierten des Parteitages am Samstag in Zagreb für die 56-Jährige. Sie folgt an der Spitze dieser wichtigsten politischen Kraft im Lande Ivo Sanader, der am Mittwoch überraschend als Partei- und Regierungschef zurückgetreten war.

HB ZAGREB. Das kroatische Parlament will an diesen Montag Kosor zur neuen Regierungschefin machen, die von Staatschef Stjepan Mesic für dieses Amt vorgeschlagen worden ist. Wegen der klaren Regierungsmehrheit gilt ihre Wahl als sicher. Kosor war gegenüber ihrem politischen Ziehvater Sanader stets loyal, so dass viele Medien erwarteten, Sanader werde in Wirklichkeit die Partei und die Regierung weiter beherrschen.

Sanader hat inzwischen erstmals als Grund für seinen Rückzug die Europäische Union (EU) benannt. Die Unfähigkeit Brüssels, die Blockade der Beitrittsverhandlungen durch den Nachbarn Slowenien zu beenden, habe ihn frustriert und zum Rücktritt bewogen, zitierten die Zeitungen Sanader am Sonntag. Das EU-Mitglied Slowenien hat die Beitrittsverhandlungen Kroatiens wegen des Grenzstreits in der Adria seit Monaten zum Stillstand gebracht. Damit ist die EU-Mitgliedschaft Kroatiens in weite Ferne gerückt.

"Die Botschaft an Slowenien lautet: Ihr werdet keinen Zentimeter kroatischen Territoriums bekommen, es gibt keinen Verkauf kroatischen Bodens!", zitierten die Medien aus der Rede Sanaders vor dem Kongress seiner HDZ-Partei vom Vortag. Er verlange von der EU, dieses absurde Theater Sloweniens zu beenden. "Slowenien hat das auch bei unserem NATO-Beitritt versucht und es ist nicht gelungen. Jemand hat mit der Hand auf den Tisch geschlagen und gesagt "Schluss jetzt! Kroatien kommt in die NATO!"".

"Das sprengt doch jede Ernsthaftigkeit und jedes europäische Verhalten", kritisierte Ivo Vajgl als Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses des slowenischen Parlaments die Äußerungen Sanaders. "Das ist doch eine politische Groteske."

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