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Krümmel-Störfälle: Schwedens Regierung gibt Vattenfall kontra

Nach der Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel hat die schwedische Regierung scharfe Kritik am Betreiber Vattenfall geübt, der zu hundert Prozent dem schwedischen Staat gehört. Im abgeschalteten AKW ist unterdessen ein defektes Brennelement entdeckt worden.

Der schwedische Wirtschaftssekretär Ola Altera kritisiert Versäumnisse beim eigenen Staatskonzern Vattenfall. Quelle: dpa
Der schwedische Wirtschaftssekretär Ola Altera kritisiert Versäumnisse beim eigenen Staatskonzern Vattenfall. Quelle: dpa

HB BERLIN. "Als Eigentümer sind wir sehr besorgt über die offensichtlichen Versäumnisse in punkto Sicherheitskultur und Kommunikation", sagte der zuständige Wirtschaftsstaatsekretär Ola Altera am Donnerstag in Berlin. Der Energiekonzern sei verpflichtet worden, nun binnen weniger Wochen einen Bericht zu den jüngsten Pannen vorzulegen.

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Zu dem umstrittenen Verhalten des Managements nach der Abschaltung des Reaktors Krümmel bei Hamburg sagte Altera: "Das ist nicht gut genug. Und es ist nicht das, was wir von einem Unternehmen erwarten, das dem schwedischen Staat und damit letztlich dem schwedischen Steuerzahler gehört." Altera äußerte sich nach einem Treffen mit dem deutschen Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann. Vattenfall müsse in Sachen Sicherheitskultur ein positives Beispiel abgeben, verlangte der schwedische Politiker. "Es war uns wichtig, hierher nach Deutschland zu kommen und unsere Besorgnis auszudrücken", sagte Altera.

Auf die Frage, ob personelle Konsequenzen in der Konzernführung nötig seien, sagte Altera, zunächst müsse der angeforderte Sonderbericht abgewartet werden. Ob Krümmel geschlossen werden sollte, müssten allein die deutschen Behörden entscheiden. "Aber natürlich ist es die Sache Vattenfalls, seine Geschäfte sicher und verantwortlich zu betreiben."

Im abgeschalteten Atomkraftwerk Krümmel bei Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) ist unteredessen ein Brennelement mit defektem Brennstab entdeckt worden. Das bestätigte die Kieler Atomaufsicht am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Noch kurz zuvor hatte die Sprecherin des Energiekonzerns Vattenfall, Barbara Meyer-Bukow, erklärt, die Suche sei bisher ohne Resultat geblieben.

Nach einer Notabschaltung am 4. Juli war erhöhte Radioaktivität im Reaktorwasser gemessen worden. Vattenfall vermutete schon damals ein schadhaftes Brennelement. Die Ursache für den Schaden konnte erst ermittelt werden, nachdem das Brennelement drei Monate im Abklingbecken stand. Laut Vattenfall gibt es keine Hinweise, dass der Schaden durch Metallspäne verursacht wurde, die während der zweijährigen Stillstandsarbeiten entstanden. In dem Meiler des Stromanbieters Vattenfall kommt es immer wieder zu Pannen.

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